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PK nach der Regierungssitzung mit den Sozialpartnern.
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Bašić: „Kärnten muss jetzt große Pflöcke einschlagen“

WK-Vizepräsidentin und JW-Vorsitzende Bašić fordert nach Regierungssitzung mit Sozialpartnern konkrete Fortschritte bei Deregulierung und Fachkräftesicherung.

Lesedauer: 4 Minuten

Aktualisiert am 06.10.2026

Wie kann Kärnten Fachkräfte sichern, jungen Menschen Perspektiven bieten und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes stärken? Im Anschluss an die 80. Regierungssitzung informierten LH Daniel Fellner, LHStv. Martin Gruber, WK-Vizepräsidentin und JW-Vorsitzende Nika Bašić, IV-Präsident Timo Springer und AMS-Geschäftsführer Peter Wedenig im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz über die nächsten Schritte.

Für Landeshauptmann Daniel Fellner gibt es einen klaren Arbeitsauftrag: „Gemeinsam soll daran gearbeitet werden, den Wirtschaftsstandort Kärnten bis 2035 zu stärken und Bürokratie abzubauen. Gesetze und Verordnungen dürften Unternehmen in ihrem Tun nicht unnötig behindern.“ Eine Taskforce soll künftig als Servicepartner Unternehmen unterstützen. Auf Ebene der Bezirkshauptmannschaften sollen „Kümmerer“ Betriebe bei kleineren Projektvorhaben begleiten. LHStv. Martin Gruber setzt auf Qualifizierung, eine starke Infrastruktur und ausreichend Fachkräfte. Auch internationale Arbeitskräfte seien wichtig, um den Wirtschaftsstandort langfristig attraktiv zu halten. „Die Verfügbarkeit von Fachkräften ist für den Wirtschaftsstandort die größte Gefahr. Wir haben in der Vergangenheit bereits sehr viel dafür getan. Trotzdem müssen wir uns eingestehen, dass das Problem weiterhin da ist.“

Bašić: Fachkräftesicherung braucht starke Betriebe

Für WK-Vizepräsidentin und JW-Vorsitzende Nika Bašić ist klar: „Wer junge Menschen und Fachkräfte in Kärnten halten will, muss gleichzeitig die Rahmenbedingungen für die heimischen Betriebe verbessern.“ Eine Studie der Jungen Wirtschaft zeigt Handlungsbedarf vor allem bei Mobilität, Wohnraum und Bildung, aber auch bei Arbeitsmarkt, Gehaltsniveau und Branchenvielfalt. „Junge Menschen bleiben nicht allein deshalb in Kärnten, weil unser Land eine hohe Lebensqualität bietet. Sie bleiben, wenn sie hier eine Zukunftsperspektive sehen. Dazu gehören leistbarer Wohnraum und funktionierende Mobilität, aber vor allem auch berufliche Möglichkeiten. Genau deshalb können wir über Fachkräftesicherung nicht sprechen, ohne gleichzeitig über unseren Wirtschaftsstandort zu sprechen“, betont Bašić.

Deregulierung: Der große Wurf fehlt noch

Ein entscheidender Hebel ist für Bašić die Deregulierung. Im Juni 2025 wurde ein Deregulierungsprozess gestartet. Drei Arbeitskreise haben bereits stattgefunden, der vierte zu Naturschutz, Energie und Umwelt steht noch aus. Nach mehr als einem Jahr seien viele Probleme beschrieben und Vorschläge erarbeitet – der große Wurf fehle aber noch. „Unsere Betriebe stehen unter hohem Kosten- und Wettbewerbsdruck. Wir brauchen einfachere und schnellere Verfahren, klare Zuständigkeiten, mehr Eigenverantwortung und mehr Planungssicherheit. Vor allem braucht es ein klares politisches Commitment zum Wirtschaftsstandort, das sich durch die gesamte Verwaltung zieht“, fordert Bašić.

Nach dem heutigen Austausch geht die gemeinsame Arbeit weiter. Ziel ist es, konkrete Maßnahmen für Fachkräfte, Beschäftigung und den Wirtschaftsstandort Kärnten zu entwickeln: „Nach mehr als einem Jahr müssen wir vom Reden ins Tun kommen und bereit sein, große Pflöcke einzuschlagen. Denn am Ende geht es um ein gemeinsames Ziel: Kärnten muss ein Standort sein, an dem Unternehmen investieren wollen und junge Menschen ihre Zukunft sehen“, so Bašić.

Gemeinsames Tun

Dass Fachkräftesicherung und Standortentwicklung nur gemeinsam gelingen können, zeigt sich auch aus Sicht von Industrie und Arbeitsmarkt. IV-Präsident Timo Springer betont: „Kärnten ist ein starkes Industrieland und soll es auch bleiben. Dafür braucht es gemeinsame Schritte, um Fachkräfte zu sichern und den Standort weiterzuentwickeln.“ Als nächsten Schritt soll ein gemeinsames Papier für die Politik ausgearbeitet und im Jänner 2027 präsentiert werden. AMS-Geschäftsführer Peter Wedenig sieht Demografie und den Wandel der Wirtschaft als zentrale Herausforderungen. Bestehende Initiativen sollen stärker gebündelt und zu einer gemeinsamen Strategie bis 2035 weiterentwickelt werden. „Ziel ist es, alle Ideen und Maßnahmen, die es bereits gibt, so zu bündeln, dass der Wirtschaftsstandort Kärnten sichtbar wird.“ 

80 Jahre Sozialpartnerschaft: Gemeinsam Lösungen möglich machen

Die 80. Regierungssitzung fällt in ein besonderes Jahr: Österreich feiert 80 Jahre Sozialpartnerschaft. Für Bašić ist dieses Jubiläum mehr als ein historischer Rückblick. Gerade angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen zeige sich, welchen Wert ein konstruktiver Dialog zwischen Politik, Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretungen habe. „Sozialpartnerschaft bedeutet für mich aber nicht nur, miteinander zu reden. Sie muss Lösungen möglich machen und Bewegung in schwierige Themen bringen. Genau diesen Schulterschluss brauchen wir jetzt, um Kärntens Betriebe zu stärken und jungen Menschen wieder mehr Zuversicht und Perspektiven zu geben“, unterstreicht Bašić abschließend.