Barrierefrei zum Gipfelglück
Kärntens Sommerbergbahnen ermöglichen Menschen mit eingeschränkter Mobilität ebenso wie Familien mit Kinderwagen einen unkomplizierten Weg in die Berge.
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Wer einen Ausflug auf den Berg plant, denkt an Aussicht, Natur und eine schöne gemeinsame Zeit. Für Menschen im Rollstuhl stellt sich davor oft eine ganz andere Frage: Komme ich überhaupt hinauf? Bei mehreren Kärntner Sommerbergbahnen lautet die Antwort: Ja. „Barrierefreiheit ist uns sehr wichtig. Deshalb sind immer mehr unserer Kärntner Erlebnisberge gänzlich oder weitestgehend barrierefrei erreichbar. Zusätzlich zur Berg- und Talfahrt ist es uns dabei wichtig, dass möglichst auch Erlebnisangebote am Berg barrierefrei erlebbar sind“, betont Josef Bogensperger jun., Obmann der Fachgruppe der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Kärnten.
Dabei geht es nicht ausschließlich um Menschen im Rollstuhl. Auch wer mit Kinderwagen unterwegs ist oder nicht mehr ganz so sicher zu Fuß ist, profitiert von möglichst einfachen Zugängen. „Wir verstehen barrierefrei so, dass zusätzlich zum zentralen Faktor Rollstuhltauglichkeit auch Familien mit Kinderwagen sowie Personen, die nicht mehr ganz so sicher zu Fuß unterwegs sind, unsere Lifte und Bahnen komfortabel nutzen können“, betont Bogensperger. Drei Kärntner Sommerbergbahnen wurden bereits mit dem Gütesiegel für Barrierefreiheit, vom ÖZIV, der Interessenvertretung für Menschen mit Behinderung ausgezeichnet: die Gartnerkofelbahn und der Millennium-Express am Nassfeld sowie die Biosphärenparkbahn Brunnach in Bad Kleinkirchheim.
Bergerlebnisse sicher genießen
Wie gut ein Bergerlebnis für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen tatsächlich zugänglich ist, prüft der ÖZIV nach klar definierten Standards. Dabei wird das gesamte Spektrum – von Behindertenparkplätzen über stufenlose Zugänge, rollstuhlgerechten Kassen- und Informationsbereichen, entsprechend ausgestatteten WC-Anlagen bis zu geeigneten Kabinen und sicheren Ein- und Ausstiegen – geprüft. Auch geschulte Mitarbeiter:innen an den Ein- und Ausstiegen sind Teil der Anforderungen. Für Susanne Fohn, Präsidentin des ÖZIV Kärnten, geht es vor allem darum, Bergerlebnisse möglichst selbstständig genießen zu können. „Barrierefreiheit im Fall von Bergbahnen bedeutet, Angebote so zu gestalten, dass Menschen mit Behinderungen die Bergwelt sicher erleben können.“
Nassfeld – barrierefrei erleben
Wie das in der Praxis aussehen kann, erklärt Klaus Herzog, Geschäftsführer der Nassfeld Liftgesellschaft: „Unser Ziel ist es, das Nassfeld für möglichst viele Menschen erlebbar zu machen. Barrierefreiheit ist dabei ein wichtiger Bestandteil unseres Angebots. Mit der ÖZIV-Zertifizierung der Gartnerkofelbahn unterstreichen wir den Anspruch, Gästen aller Altersgruppen mit und ohne Einschränkungen einen unbeschwerten Aufenthalt in unserer einzigartigen Berglandschaft zu ermöglichen. Unser Angebot wird von Menschen mit Behinderung bestens angenommen. Zusätzlich begeistert es Familien mit kleinen Kindern, die samt Kinderwagen besonders komfortabel und sicher zu uns auf den Gartnerkofel und auch wieder zurück ins Tal gelangen können.“
Auch der Millennium-Express zeigt, wie ein unkomplizierter Weg vom Tal ins Bergerlebnis funktionieren kann. „Der Millennium-Express, der unsere Gäste bequem und direkt aus dem Tal aufs Nassfeld und mitten hinein in die alpine Pracht der Karnischen Alpen bringt, gibt Menschen mit Behinderung die Möglichkeit einfach und unproblematisch eindrucksvolle Bergerlebnisse zu genießen. Die ÖZIV-Zertifizierung unterstreicht die Qualität und Durchdachtheit unseres Angebots", erläutert Stefan Flaschberger, Prokurist und technischer Leiter der Bergbahnen Nassfeld Pramollo.
Abseits der zertifizierten Bahnen hinaus gibt es barrierefreie Bergerlebnisse: „Mit der Goldeckbahn, den Kabinen der Panoramabahn auf der Turracher Höhe samt Nocky's AlmZeit-Rundweg sowie der Schareckbahn in Heiligenblut stehen weitere Angebote zur Verfügung. Am Mölltaler Gletscher gelangen Gäste mit Unterstützung des Personals und mithilfe von Rampen über den Gletscher Express und die Gondelbahn Eissee bis zum Bergrestaurant Eissee“, so Bogensperger abschließend.