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WK Bezirksobmann Stattmann
© WKK I Sissi Furgler Fotografie

Bezirksgericht Hermagor ist wichtiger Standortfaktor für die regionale Wirtschaft

Die Diskussion über mögliche Bezirksgerichtsschließungen sorgt derzeit auch im Bezirk Hermagor für große Verunsicherung. Für WK-Bezirksstellenobmann Hanns Stattmann geht es dabei nicht nur um eine juristische Frage, sondern um die grundsätzliche Zukunft des ländlichen Raums.

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Aktualisiert am 19.06.2026

„Als Interessenvertretung der Wirtschaft sehen wir die Diskussion vor allem aus Sicht des Standortes. Öffentliche Einrichtungen sind ein wesentlicher Bestandteil einer funktionierenden Region. Sie schaffen Arbeitsplätze, sichern kurze Wege und tragen dazu bei, dass Menschen und Unternehmen im Bezirk bleiben“, betont WK-Bezirksstellenobmann Hanns Stattmann.

Das einzige Bezirksgericht im gesamten Bezirk

Besonders kritisch sieht er die Situation im Bezirk Hermagor. Während bei anderen diskutierten Standorten wie Eisenkappel oder Ferlach innerhalb desselben Bezirks weiterhin andere Bezirksgerichte vorhanden wären, würde eine Schließung des Bezirksgerichts Hermagor den gesamten Bezirk treffen. Stattmann: „Hermagor verfügt über das einzige Bezirksgericht im gesamten Bezirk. Eine Schließung würde bedeuten, dass Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen für zahlreiche Angelegenheiten künftig weite Wege in Kauf nehmen müssten. Das ist nicht mit anderen Bezirken vergleichbar, in denen mehrere Gerichtsstandorte innerhalb desselben Bezirks bestehen.“

Der Bezirk Hermagor sei aufgrund seiner geografischen Lage und Topografie ohnehin mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Umso wichtiger sei es, vorhandene Infrastruktur zu erhalten. „Wir diskutieren seit Jahren darüber, wie wir Arbeitsplätze, Kaufkraft und Lebensqualität in den Regionen sichern können. Gleichzeitig erleben wir immer wieder, dass Einrichtungen Schritt für Schritt aus den Bezirken abgezogen werden. Jede einzelne Maßnahme mag für sich betrachtet gering erscheinen. In Summe führt sie jedoch zu einer schleichenden Aushöhlung des ländlichen Raums.“ Stattmann betont ausdrücklich, dass die Wirtschaft notwendige Reformen und einen effizienten Mitteleinsatz unterstützt.

„Niemand wird sich gegen sinnvolle Modernisierung und Digitalisierung stellen. Dennoch muss bei allen Reformüberlegungen berücksichtigt werden, welche Auswirkungen sie auf die Regionen haben. Effizienz darf nicht ausschließlich aus Sicht zentraler Verwaltungsstandorte betrachtet werden, sondern muss auch die Erreichbarkeit und die Lebensrealität der Menschen in den Bezirken berücksichtigen.“

Präsenz öffentlicher Institutionen ein wichtiger Standortfaktor

Für die Wirtschaft sei die Präsenz öffentlicher Institutionen ein wichtiger Standortfaktor. Neben Unternehmen würden auch Rechtsanwälte, Notare, Sachverständige sowie zahlreiche Dienstleister von regionalen Behörden- und Gerichtsstandorten profitieren.

„Wer starke Regionen will, muss auch die notwendigen Strukturen vor Ort erhalten. Gerade für einen peripheren Bezirk wie Hermagor sind funktionierende öffentliche Einrichtungen ein wesentlicher Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und zur Attraktivität des Wirtschaftsstandortes. Die WK Bezirksstelle Hermagor spricht sich daher dafür aus, die regionalwirtschaftlichen Auswirkungen einer möglichen Schließung des Bezirksgerichts Hermagor sorgfältig zu prüfen und die besonderen Rahmenbedingungen des Bezirks bei allen Entscheidungen entsprechend zu berücksichtigen“, so Stattmann abschließend.

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