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Anlässlich des Internationalen Brustkrebstages hat Frau in der Wirtschaft (FiW) Kärnten Unternehmerinnen ins Schloss Töscheldorf geladen.
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Brustkrebs: Frau in der Wirtschaft macht Vorsorge zur Chefinnensache

Anlässlich des Internationalen Brustkrebstages hat Frau in der Wirtschaft (FiW) Kärnten Unternehmerinnen ins Schloss Töscheldorf geladen.

Lesedauer: 4 Minuten

Aktualisiert am 02.10.2026

Jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Damit ist Brustkrebs mit Abstand die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. In Kärnten werden jährlich rund 460 Neuerkrankungen festgestellt. Gleichzeitig nutzt nur jede dritte Kärntnerin die Brustkrebs-Früherkennung, damit ist Kärnten österreichweit Schlusslicht. Grund genug für Frau in der Wirtschaft, das Thema im Jahr der Frauengesundheit für Unternehmerinnen aus allen Blickwinkeln zu beleuchten.

WK-Vizepräsidentin und FiW-Vorsitzende Astrid Legner: „Auf die Gesundheit sollte man schauen, solange man die Zeit dafür hat. Gerade Unternehmerinnen kümmern sich um alles und alle. Und schieben die eigene Vorsorge gerne auf. Uns ist wichtig, dass es nicht nur den Unternehmen gut geht, sondern vor allem den Frauen, die sie führen.“  Eine Brustkrebs-Diagnose trifft Frauen nicht nur menschlich, sondern oft auch wirtschaftlich mit voller Härte. Legner: „Die Wirtschaftskammer Kärnten bietet betroffenen Unternehmerinnen ein starkes Sicherheitsnetz. Mit der WKO-Betriebshilfe und den Notfallfonds helfen wir rasch und unbürokratisch. Unser Ziel ist klar: Die Gesundheit steht an erster Stelle – um die wirtschaftliche Existenz kümmern wir uns gemeinsam."

„Der Körper flüstert, bevor er schreit“

Den Auftakt machte Dagmar Hager, Medienfrau, Moderatorin, Podcasterin und Krimi-Autorin. 2015 erhielt sie die Diagnose Brustkrebs, der bereits gestreut hatte. Offen erzählte sie, wie das ihr Leben in ein Davor und ein Danach teilte und warum sie ohne die Erkrankung nie Bestsellerautorin geworden wäre. Erst diesen Sommer hat sie sich einen großen Lebenstraum erfüllt und den Kilimandscharo bestiegen. „Prophylaxe ist kein Termin im Kalender, sondern eine Haltung“, betonte Hager. „Wir sprechen in Unternehmen viel über Mitarbeiterführung, Markenführung und strategische Führung. Aber die wichtigste Form der Führung ist Selbstführung. Kein Unternehmen braucht eine Heldin, die sich selbst verbrennt, sondern eine Frau, die klar, wach und lebendig führt.“ Ihr Appell an die Unternehmerinnen: „Leben Sie so bunt, als hätten auch Sie nur noch zwei Jahre. Warten Sie nicht auf einen Weckruf.“

Früh erkannt, gut behandelbar

Welche Rolle Genetik, Hormone und Lebensstil spielen und wie Diagnostik, Therapie und Nachsorge heute ablaufen, erklärte OÄ Dr. Martina Krenn, Brustkrebsspezialistin am Klinikum Klagenfurt. Sie verwies auf das österreichische Früherkennungsprogramm, bei dem Frauen zwischen 45 und 74 Jahren alle zwei Jahre zur Mammografie eingeladen werden. Frauen zwischen 40 und 44 sowie ab 75 Jahren können sich zusätzlich selbst anmelden. Ebenso wichtig sei die monatliche Selbstuntersuchung. „Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau, aber die Überlebenschancen sind gut, umso besser, je früher er erkannt wird. Gehen Sie zur Früherkennung und schieben Sie es nicht hinaus, wenn Ihnen etwas auffällt“, so Krenn.

Stärke heißt nicht, alles im Griff zu haben

Was eine Krebsdiagnose mit der Seele macht, beleuchtete Psychotherapeutin und Klinische Gesundheitspsychologin Mag. Sigrid Pemberger-Mike. Rund ein Drittel aller Krebspatientinnen und -patienten entwickelt im Krankheitsverlauf eine behandlungsbedürftige psychische Belastung, die jedoch gut behandelbar ist. Gerade leistungsorientierten Frauen rät sie, den Weg in kleine Zwischenziele zu unterteilen und frühzeitig zu klären, was sie Mitarbeitenden und Geschäftspartnern mitteilen möchten. Ihr Impuls für jede Unternehmerin: „Was würden Sie heute delegieren, wenn Sie die nächsten drei Monate ausfallen würden? Dafür braucht es keine Diagnose.“

Gewohnheiten als Medizin

Wie Bewegung und Ernährung zur Prävention beitragen, zeigte Sport- und Ernährungswissenschaftlerin Jasmin Kuster. Schon rund 150 Minuten Ausdauertraining pro Woche, etwa fünfmal 30 Minuten, leisten einen Beitrag zur Krebsprävention, dazu kommt Krafttraining zweimal pro Woche. „Meine täglichen Gewohnheiten sind meine Medizin“, so Kuster. Carmen Trapic von Haar la carte stellte ihr mobiles Perücken-Service vor, das Betroffene in den eigenen vier Wänden berät. Für ihre innovative Gründungsidee war sie bereits für den Business Woman Award nominiert. Die Österreichische Krebshilfe Kärnten informierte mit Alice-Nicole Schön über ihr Angebot von psychoonkologischer und sozialer Beratung über finanzielle Soforthilfe bis zu Gruppenangeboten. Die Breast Care Nurses Sonja Ofner und Josephine Winkler aus Klagenfurt standen für persönliche Gespräche zur Verfügung.

Netzwerk, das trägt

In einer Vorstellungsrunde präsentierten die Teilnehmerinnen ihre Betriebe und knüpften beim anschließenden Light Lunch neue Kontakte. „Gesundheit ist die Grundlage für alles, was wir noch erreichen und verwirklichen möchten. Wenn eine Unternehmerin heute einen Vorsorgetermin vereinbart, hat sich dieser Vormittag schon gelohnt“, so Legner abschließend.