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Baumeister Vater und Sohn Schumach.
© WKK I Marygood

Ein Schluck auf die Meister

52 neue Bau- und Holzbaumeister:innen erhielten ihr Meisterdekret und tranken traditionell aus der Zunftkanne. Darunter auch Franz und Manuel Schumach.

Lesedauer: 4 Minuten

Aktualisiert am 14.09.2026

Wer bei den Kärntner Bau- und Holzbaumeistern sein Meisterdekret erhält, trinkt traditionell aus der Zunftkanne. Die Kärntner Bauhütte hält damit einen jahrhundertealten Brauch lebendig, der in dieser Form österreichweit einzigartig ist. Diesmal teilten sich auch zwei Generationen einer Familie diesen besonderen Moment: Franz und Manuel Schumach aus Fürnitz legten die Baumeisterprüfung gemeinsam ab und erhielten am selben Tag ihre Meisterdekrete. Manuel zählt zu den jüngsten Baumeistern Österreichs. 

Franz Schumach führt einen Baumeisterbetrieb mit rund 15 Mitarbeitern und ist auch Tischlermeister. Eine Kombination, die sich im Angebot des Unternehmens widerspiegelt: Vom Bau und der Sanierung bis zur maßgefertigten Einrichtung kommt alles aus einer Hand. Das hat sich längst über Kärnten hinaus herumgesprochen. Heute arbeitet Schumach auch für Besitzer von Zinshäusern in Paris, München und Wien und ist damit erfolgreich über die Landesgrenzen hinaus tätig. 

Einer der jüngsten Baumeister Österreichs

Manuel Schumach (22) zählt zu den jüngsten Baumeistern Österreichs. Nach der HTL-Matura hängte er die Baumeisterausbildung direkt an. Dass die Baustelle sein Terrain ist, zeigte sich allerdings schon viel früher. Seit seinem sechsten Lebensjahr sitzt er am liebsten auf dem Bagger. „Dort war er sicherer als am Gelände selbst“, erinnert sich sein Vater schmunzelnd. Und wenn Manuel heute den Kopf freibekommen will, steigt er in den Lkw – sein „Therapiefahrzeug“, wie er ihn nennt. Die Ausbildung und die Vorbereitung auf die Meisterprüfung parallel zum Berufsalltag forderten beide. Dass Vater und Sohn zur selben Zeit vor derselben Aufgabe standen, half: Sie motivierten sich gegenseitig und organisierten Lernzeiten und Arbeit entsprechend. „Einteilung ist das halbe Leben“, lautet ihr gemeinsames Fazit. Manuel Schumach: „Der Schluck aus der Zunftkanne gehört einfach dazu. Dass mein Vater und ich ihn am selben Tag nehmen konnten, macht die Meisterprüfung für uns noch einmal besonders.“ 

Zunftkanne

Peter Storfer, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk, gratulierte den Absolventen: „Der Meistertitel hat bis heute einen besonderen Wert. Wer ihn trägt, hat viel Zeit, Arbeit und Können investiert und ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. Unsere neuen Meisterinnen und Meister können wirklich stolz auf das sein, was sie geschafft haben.“

Der Brauch rund um die Zunftkanne reicht zurück bis zu den mittelalterlichen Bauhütten. Dort arbeiteten Meister, Gesellen und Lehrlinge zusammen, Wissen wurde weitergegeben und Qualität hatte einen hohen Stellenwert. Genau daran erinnert die Zeremonie noch heute.

Für Bau-Innungsmeister Robert Rauter ist es wichtig, diese Tradition zu bewahren: „Natürlich hat sich unser Handwerk in den vergangenen Jahrhunderten enorm verändert. Aber der Anspruch eines Meisters ist geblieben: sein Fach zu beherrschen und für gute Arbeit einzustehen. Die Zunftkanne erinnert uns daran, woher wir kommen, und darauf dürfen wir auch heute noch stolz sein.“ 

Holzbau ist mehr als klassisches Handwerk

Auch im Holzbau lebt Qualität davon, dass fundiertes Fachwissen, handwerkliches Können und wertvolle Erfahrung an die nächste Generation weitergegeben werden. Denn moderner Holzbau ist längst weit mehr als klassisches Handwerk: Die Ausbildung ist anspruchsvoll und vermittelt umfassendes Wissen – von Werkstoffkunde und Konstruktion über Statik und Bauphysik bis hin zu modernen Planungs- und Fertigungstechnologien. Fritz Klaura, Landesinnungsmeister Holzbau: „Handwerk lernt man nicht nur aus Büchern. Unsere jungen Fachkräfte bringen heute eine sehr fundierte Ausbildung und ein enormes Fachwissen mit. Gleichzeitig gibt es vieles, das erst durch praktische Erfahrung und durch Menschen entsteht, die ihr Wissen weitergeben. Genau diese Verbindung aus moderner Ausbildung, Fachwissen und gelebter Erfahrung macht den Holzbau aus. Deshalb brauchen wir Meisterinnen und Meister, die junge Menschen ausbilden, ihnen etwas zutrauen und ihnen zeigen, welche Möglichkeiten ihnen in unserem Beruf offenstehen.“ 

Insgesamt gab es 104 Absolvent:innen, davon vier Holzbaumeister:innen und 100 Baumeister:innen, die im vergangenen Jahr ihre Meisterprüfung erfolgreich abgelegt haben.