Zum Inhalt springen
Expert Talk
© WKK I Lopez

ESG als Chance: Praxiswissen für Kärntner Unternehmen

 Die WK Kärnten zeigte beim Expert Talk ESG & Nachhaltigkeit gemeinsam mit Experten, wie Nachhaltigkeit in der betrieblichen Praxis gelingen kann.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 09.10.2026

Nachhaltigkeit beeinflusst längst Finanzierung, Risikomanagement, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Wie insbesondere kleine und mittlere Betriebe ESG-Anforderungen praxisnah umsetzen und daraus wirtschaftliche Chancen entwickeln können, stand im Mittelpunkt des Expert Talk ESG & Nachhaltigkeit in der Skybar George & Marie in Klagenfurt. „Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist entscheidend, Nachhaltigkeit nicht als zusätzliche bürokratische Belastung zu sehen. Wer sich frühzeitig mit den eigenen Risiken, Ressourcen und Chancen auseinandersetzt, kann daraus echten unternehmerischen Mehrwert entwickeln“, betonte Jutta Steinkellner, Leiterin des Servicezentrums der Wirtschaftskammer Kärnten.

Expertinnen und Experten aus Tourismus, Wirtschaft, Risikomanagement und Finanzierung zeigten anhand konkreter Beispiele, wie Nachhaltigkeit zum Erfolgsfaktor werden kann.

Für Robert Karlhofer, Geschäftsführer der KSL Tourismus Marketing GmbH und der Tourismusregion Klopeiner See – Südkärnten – Lavanttal kann nachhaltiger Tourismus weit über die Branche hinaus positive Impulse setzen. Tourismus, so Karlhofer, funktioniere nicht isoliert.  „Wenn Hotels und Gastronomiebetriebe verstärkt regional einkaufen, Gäste öffentliche Mobilitätsangebote nutzen, heimische Produzenten in touristische Angebote eingebunden werden und Investitionen möglichst in der Region wirksam werden, entstehen regionale Wirtschaftskreisläufe. Wertschöpfung bleibt stärker vor Ort, Arbeitsplätze werden gesichert und heimische Unternehmen profitieren unmittelbar.“ 

Patentrezepte gibt es nicht

Wie Nachhaltigkeit im Unternehmensalltag verankert werden kann, erklärte Andrea Resch, Geschäftsführerin der Resch GmbH: „Ein Patent- oder Erfolgsrezept gibt es aus meiner Sicht nicht – wir befinden uns in einem laufenden Prozess. Unser Ansatz bis jetzt ist es, Nachhaltigkeit nicht als zusätzliche Aufgabe zu betrachten, sondern Schritt für Schritt in den Unternehmensalltag einfließen zu lassen.“ Entscheidend seien realistische Prioritäten und eine kritische Begleitung von außen. 

Nachhaltigkeit nicht als zusätzlichen Zeitaufwand sehen

Dass Kreislaufwirtschaft zugleich Innovation und Effizienz fördern kann, das weiss Fabian Gems, Co-Founder und CEO der SUPASO FlexCo: „Nachhaltigkeit wird zum Wettbewerbsvorteil, wenn Unternehmen systematisch auf Kreislaufwirtschaft setzen und Ressourcen in den Mittelpunkt rücken – das zahlt sich langfristig aus. Wichtig ist, Nachhaltigkeit nicht als Zusatzaufwand, sondern als Chance für Innovation und Effizienz zu sehen.“ Sein Praxistipp: „Vermeintlichen Abfall als Ressource sehen. Das hilft nicht nur der Umwelt, sondern kann auch Kosten sparen.“ 

In Prävention investieren

Florian Traussnig, verantwortlich für Risiko- und Versicherungstechnik bei KOBAN SÜDVERS, rückte Klima-, Cyber- und geopolitische Risiken in den Fokus. „Klima, Cyber und Geopolitik sind konkrete Betriebsrisiken. Wer seine Risiken kennt und gezielt in Prävention investiert, bleibt versicherbar, resilient und glaubwürdig nachhaltig.“ 

ESG-Daten schaffen Transparenz

Den Abschluss der Fachbeiträge bildete die Finanzierungsperspektive. Jakob Behrent von der BKS Bank unterstrich die wachsende Bedeutung verlässlicher ESG-Daten: „Nachhaltigkeitsdaten sind heute entscheidende Risikodaten: Sie schaffen Transparenz für Finanzierungen, helfen Unternehmen, Klima- und Lieferkettenrisiken frühzeitig zu steuern, und stärken damit ihre langfristige Widerstandsfähigkeit und Finanzierbarkeit.“ 

Nachhaltigkeit muss für Betriebe umsetzbar sein

Für Steinkellner ist eines wichtig: „Nachhaltigkeit muss für die Betriebe umsetzbar und wirtschaftlich sinnvoll sein. Die Wirtschaftskammer Kärnten unterstützt gemeinsam mit den ESG Expertinnen und Experten mit konkreten Beratungs- und Förderangeboten.“