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WK-Präsident Mandl auf der Bühne bei der Eröffnung
© Felix Franz

EUDIS Defence Hackathon: Österreich und Slowenien bündeln Innovationskraft

Vom 15. bis 17. Oktober entwickeln internationale Teams Lösungen für konkrete Sicherheits- und Verteidigungsaufgaben.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 16.10.2026

Wie können sich Drohnen ohne verlässliches Satellitensignal orientieren? Wie arbeiten autonome Systeme zusammen, wenn Funkverbindungen ausfallen? Und welche Technologien verbessern den Schutz von Soldatinnen und Soldaten? Mit diesen Fragen beschäftigen sich internationale Entwicklungsteams beim EUDIS Defence Hackathon in Klagenfurt. Innerhalb von 48 Stunden erarbeiten sie Lösungsansätze und erste Prototypen, begleitet von Fachleuten aus Forschung, Industrie und Verteidigung. Organisiert wird der österreichische Standort vom Defence Innovation Hub Austria (DIHA). Schauplätze sind der Lakeside Science & Technology Park und der MAKERSPACE Carinthia. Klagenfurt ist damit einer von acht europäischen Austragungsorten der diesjährigen Herbstausgabe unter dem Leitthema „Autonomy on the Battlefield“. 

Neue Chancen für Kärntner Unternehmen

Für die Wirtschaftskammer Kärnten bietet der Hackathon eine Gelegenheit, regionale Technologiekompetenz mit internationalen Partnern und konkreten Anforderungen aus der Praxis zusammenzubringen. Gefragt sind Fähigkeiten aus Softwareentwicklung, künstlicher Intelligenz, Elektronik, Sensorik, Robotik und Fertigung. Damit eröffnet das Format auch Unternehmen einen Zugang, die bisher außerhalb der Verteidigungsbranche tätig waren. „Kärntner Unternehmen verfügen über technisches Wissen, das auch für neue Anwendungen im Sicherheits- und Verteidigungsbereich gefragt ist. Der Hackathon bringt sie mit Forschung und potenziellen Anwendern zusammen. Daraus können gemeinsame Entwicklungsprojekte und neue Geschäftsmöglichkeiten entstehen. Unser Ziel ist, dass aus regionalem Know-how auch Wertschöpfung in Kärnten wird“, sagt Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten und DIHA-Vorsitzender. 

Forschungsinfrastruktur als Stärke des Standorts

Klagenfurt bringt dafür besondere Voraussetzungen mit: An der Universität Klagenfurt wird seit Jahren an autonomen Drohnen, ihrer Navigation und ihrer Zusammenarbeit geforscht. Mit der Indoor-Drohnenhalle und dem 1.000 Quadratmeter großen Outdoor Drone Space Austria stehen im Lakeside Park spezialisierte Forschungsanlagen zur Verfügung. Der MAKERSPACE Carinthia ergänzt das Umfeld um Werkstätten und Möglichkeiten zur praktischen Entwicklung von Prototypen. Der Hackathon macht diese Verbindung von Forschung, Entwicklung und Fertigung international sichtbar. Zugleich schafft er Kontakte zwischen jungen Talenten, etablierten Unternehmen und Fachleuten, die konkrete Anforderungen aus ihrem Arbeitsalltag einbringen. 

Österreichisch-slowenische Zusammenarbeit mit konkreten Aufgaben

Die grenzüberschreitende Ausrichtung ist ein zentraler Bestandteil der Klagenfurter Ausgabe. Österreichische und slowenische Beteiligte bringen ihre Expertise ein und arbeiten an gemeinsamen technologischen Herausforderungen. „Mit dem gemeinsamen Format schaffen wir einen konkreten Anlass, die Kompetenzen auf beiden Seiten der Grenze zusammenzuführen. Die Teams können ihre Ideen unmittelbar mit Fachleuten diskutieren und weiterentwickeln. Wir wollen, dass aus dieser Zusammenarbeit Projekte entstehen, die über die drei Veranstaltungstage hinaus Bestand haben“, erklärt Peter Weidinger, Projektleiter des EUDIS Defence Hackathon Klagenfurt. Bearbeitet werden drei Aufgabenfelder: Navigation ohne verlässliche Satellitensignale, die Koordination von Drohnen- und Roboterschwärmen sowie innovative Schutzsysteme für Soldatinnen und Soldaten. Einzelne Ansätze können auch für zivile Anwendungen relevant sein, beispielsweise im Katastrophenschutz, bei Such- und Rettungseinsätzen oder bei der Inspektion kritischer Infrastruktur. 

Am Samstag, dem 17. Oktober, präsentieren die Teams ihre Ergebnisse vor einer Jury. Für die Siegerteams bietet das anschließende EUDIS-Mentoringprogramm Unterstützung bei der Weiterentwicklung ihrer Projekte. 

Über EUDIS

Das „EU Defence Innovation Scheme“ ist eine Initiative der Europäischen Kommission zur Förderung von Innovationen im Verteidigungsbereich. Sie unterstützt vor allem Start-ups und kleine sowie mittlere Unternehmen dabei, neue Technologien für den Verteidigungsbereich zu entwickeln und auf den Markt zu bringen – etwa durch Förderungen, Beratung, Innovationswettbewerbe und Kontakte zu Investoren und militärischen Anwendern. Auch die Übertragung ziviler Technologien auf militärische Anwendungen gehört dazu. Die Defence Hackathons bringen Menschen unterschiedlicher Fachrichtungen zusammen, um konkrete technologische Aufgaben zu bearbeiten und neue Kooperationen zwischen Forschung, Wirtschaft und militärischen Anwendern anzustoßen.