Exporttag 2026: Weltwirtschaft meets Kärnten
Die Wirtschaftskammer Kärnten lädt heute gemeinsam mit der Raiffeisen Landesbank Kärnten und den Kärntner Raiffeisenbanken zum 23. Exporttag Kärnten ein. Unter dem Motto „Wir schaffen Verbindungen. Für grenzenlosen Erfolg“ treffen 26 Wirtschaftsdelegierte aus fünf Kontinenten auf rund 150 exportorientierte Unternehmen.
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Internationale Märkte bleiben für Kärntens Wirtschaft ein zentraler Erfolgsfaktor. Gerade in einem Umfeld, das von geopolitischen Spannungen, steigenden Kosten, volatilen Märkten und neuen Handelsbarrieren geprägt ist, sind verlässliche Informationen, starke Netzwerke und persönliche Kontakte entscheidend. Genau hier setzt der heutige 23. Exporttag in der Wirtschaftskammer Kärnten an: Er bietet Unternehmen die einmalige Gelegenheit, durch bilaterale Gespräche mit Wirtschaftsdelegierten aus der ganzen Welt maßgeschneiderte Informationen über mögliche künftige Zielmärkte zu erhalten.
Österreich steht als exportorientierte Volkswirtschaft derzeit unter starkem Einfluss globaler geopolitischer und wirtschaftlicher Entwicklungen. Internationale Konflikte, steigende Energiepreise, Handels- und Zollbarrieren sowie volatile Märkte belasten Industrie, Lieferketten und internationale Geschäftsbeziehungen spürbar. Gleichzeitig zeigt sich die heimische Wirtschaft relativ resilient: Laut WIFO wuchs die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2026 leicht um 0,2 Prozent. Die aktuelle Entwicklung verdeutlicht jedoch auch, wie sehr Österreich auf stabile internationale Liefer- und Wertschöpfungsketten angewiesen ist und wie stark exportorientierte Unternehmen unter steigenden Kosten und zunehmender Unsicherheit leiden. „Die Unternehmen stehen unter enormem Druck durch geopolitische Unsicherheiten, steigende Energiepreise, belastete Lieferketten und eine schwächere Nachfrage. Insbesondere die Konflikte im Nahen Osten, der Ukraine-Krieg sowie internationale Handelskonflikte sorgen für Verunsicherung. Dadurch werden Investitionen teilweise zurückgestellt und die Erwartungen der Unternehmen haben sich zuletzt eingetrübt. Trotzdem ist ein verhaltener Optimismus spürbar, denn Österreichs Unternehmen sind international gut vernetzt, innovativ und wettbewerbsfähig“, erklärt Jürgen Mandl, Präsident der WK Kärnten.
Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen verdeutlichen einmal mehr, wie wichtig internationale Vernetzung, stabile Märkte und starke Partnerschaften für unsere Unternehmen sind. Mandl ergänzt: „Für Kärnten als exportorientierten Wirtschaftsstandort braucht es Austausch, Information und den Blick über Grenzen hinaus. Mit dem Exporttag wollen wir Unternehmerinnen und Unternehmer dabei unterstützen, Chancen auf internationalen Märkten zu erkennen und neue Perspektiven zu entwickeln. Gerade in herausfordernden Zeiten ist es wichtig, Chancen auf internationalen Märkten sichtbar zu machen, Erfahrungen auszutauschen und Mut für neue Wege zu schaffen. Unser Ziel ist es, Kärntner Betriebe bestmöglich bei ihrer Internationalisierung zu begleiten und den Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Praxis zu stärken.“
„Export neu denken, das ist heute wichtiger denn je. Export bleibt einer der wichtigsten Wachstumsmotoren für Kärntens Unternehmen, aber die Spielregeln haben sich verändert. Internationale Geschäfte sind komplexer geworden: Märkte volatiler, Risiken vielfältiger und Entscheidungen strategischer. Gerade deshalb braucht Export heute mehr als Kapital. Unternehmen brauchen Partner, die Finanzierung, Risikoabsicherung, Förder-Know-how und internationales Marktverständnis zusammenbringen. Genau hier setzen wir als Raiffeisen an: Wir begleiten unsere Kundinnen und Kunden von der ersten Idee bis zur Umsetzung – mit fundierter Beratung, individuellen Lösungen und einem starken internationalen Netzwerk. Unser Netzwerk endet nicht an der Grenze Kärntens – dort beginnt unsere Unterstützung oft erst richtig. Denn erfolgreiche Internationalisierung braucht neben Mut vor allem gute Vorbereitung und einen verlässlichen Partner“, betont Vorstandssprecher Manfred Wilhelmer.
Der Exporttag Kärnten bietet ein vielfältiges Programm und über den Tag verteilt nehmen rund 250 Interessierte an den verschiedenen Formaten teil. 26 Wirtschaftsdelegierte aus fünf Kontinenten stehen rund 150 Unternehmerinnen und Unternehmern für persönliche Gespräche zur Verfügung. „Der Exporttag lebt vom persönlichen Austausch. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten Marktinformationen aus erster Hand, können konkrete Geschäftschancen ausloten und wertvolle internationale Kontakte knüpfen. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sind fundierte Informationen und belastbare Netzwerke ein entscheidender Erfolgsfaktor“, erklärt Hemma Kircher-Schneider, Leiterin Außenwirtschaft und EU der Wirtschaftskammer Kärnten.
Außenhandelszahlen
Die Bedeutung der Exportwirtschaft für Kärnten zeigt sich auch in den aktuellen Außenhandelszahlen. Im ersten Halbjahr 2025 beliefen sich die Kärntner Warenexporte auf 4,832 Milliarden Euro, was einem Plus von 2,2 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2024 entspricht. Die Importe stiegen leicht um 0,2 Prozent auf 3,970 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich ein Außenhandelsbilanzüberschuss von 862 Millionen Euro. Kärnten zählt damit weiterhin zu den fünf Bundesländern mit positiver Außenhandelsbilanz. Deutschland bleibt Kärntens wichtigster Exportmarkt. Auf Platz zwei folgt China, Italien liegt auf Rang drei. Weitere wichtige Exportmärkte sind Malaysia, Slowenien und die USA. Besonders dynamisch entwickelten sich die Ausfuhren nach Polen. „Die Zahlen zeigen deutlich, dass unsere exportorientierten Betriebe auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten international wettbewerbsfähig bleiben. Gleichzeitig entwickeln sich einzelne Märkte und Warengruppen sehr unterschiedlich. Umso wichtiger ist es, bestehende Märkte abzusichern und neue Absatzchancen konsequent zu nutzen“, so Kircher-Schneider. Rund 63 Prozent der Kärntner Warenexporte gehen weiterhin in andere EU-Mitgliedstaaten. Gleichzeitig gewinnen außereuropäische Märkte an Bedeutung. Besonders im Fokus stehen neue internationale Handelsabkommen wie jenes mit den MERCOSUR-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay. „Wer exportiert, braucht offene Märkte. Das MERCOSUR-Abkommen kann für Kärntens Betriebe ein Türöffner zu einem Wirtschaftsraum mit mehr als 270 Millionen Menschen sein. Internationale Diversifizierung wird für Kärntens Betriebe immer wichtiger. Neue Handelsabkommen und der Zugang zu Zukunftsmärkten können entscheidende Impulse für den Wirtschaftsstandort Kärnten liefern“, unterstreicht Mandl.
Freihandelsabkommen
Eine aktuelle Analyse der Wirtschaftskammer Österreich zeigt, wie wichtig Freihandelsabkommen für Österreichs Exportwirtschaft sind: Die österreichischen Bruttoexporte entsprechen mehr als der Hälfte des BIP und rund 30 Prozent der heimischen Wertschöpfung hängen von ausländischer Endnachfrage ab. Bereits angewandte EU-Freihandelsabkommen decken 20,8 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung ab, mit dem MERCOSUR-Abkommen würde dieser Anteil auf 23,5 Prozent steigen. Seit Inkrafttreten des EU-Kanada-Abkommens sind die österreichischen Exporte nach Kanada von 2016 bis 2023 um rund 70 Prozent gestiegen.
Herausforderungen: Bürokratie, Energiepreise und globale Unsicherheit
„Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen, steigende Energiepreise, zunehmender internationaler Wettbewerbsdruck und neue Handelsbarrieren stellen unsere exportorientierten Unternehmen vor große Herausforderungen. Gerade jetzt braucht Österreich bessere Rahmenbedingungen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Hohe Produktionskosten, Bürokratie und Belastungen für die Betriebe schwächen zunehmend unsere Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig sehen wir aber auch, dass innovative und international gut vernetzte Unternehmen enorme Chancen auf den Weltmärkten haben. Entscheidend wird sein, den Wirtschaftsstandort Österreich jetzt konsequent zu stärken, Innovation zu fördern und Unternehmen wieder mehr Planungssicherheit zu geben“, betont WK-Präsident Mandl.
Neues Format mit den AußenwirtschaftsTALKS
Im Rahmen des Exporttags Kärnten 2026 steht mit den hochkarätig besetzten AußenwirtschaftsTALKS ein neues Format auf dem Programm. Frau in der Wirtschaft lädt unter dem Titel „Grenzenlose Perspektiven – 4 Frauen, 4 Wege“ zu einem inspirierenden Austausch mit der ehemaligen österreichischen Außenministerin und Diplomatin Ursula Plassnik, der Außenwirtschaftsexpertin Gerrit Hengstler, der Bildungswissenschafterin und AAU-Rektorin Ada Pellert sowie der Unternehmerin Valentina Kuchler ein. Im Mittelpunkt stehen internationale Perspektiven aus Diplomatie, Wirtschaft, Bildung und Unternehmertum. Die Junge Wirtschaft Kärnten widmet sich dem Thema „International wachsen – oder lieber doch nicht?“ und beleuchtet die Chancen und Herausforderungen der Internationalisierung für Unternehmen. Es diskutieren WKK-Direktor Meinrad Höfferer und der Wirtschaftsdelegierte Christoph Plank aus Mailand. Ein weiterer AußenwirtschaftsTALK beschäftigt sich mit den globalen wirtschaftlichen Entwicklungen zwischen den USA und China und deren Auswirkungen auf Europa. Wirtschaftsdelegierte aus New York und Shanghai geben Einblicke in die aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen internationaler Märkte. „Mit diesem Format möchten wir die internationalen Entwicklungen verständlich, praxisnah und aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Unternehmerinnen und Unternehmer erhalten dabei nicht nur fundierte wirtschaftliche Einschätzungen, sondern auch persönliche Erfahrungen und konkrete Praxisbeispiele aus Diplomatie, Außenwirtschaft und internationalem Unternehmertum. Gleichzeitig bietet das Format Raum für direkten Austausch, neue Perspektiven und wertvolle Impulse für die eigene internationale Geschäftsentwicklung“, betont Kircher-Schneider. Ergänzend dazu widmet sich der Raiffeisen FinanzierungsTALK gezielt Fragen der Exportfinanzierung und -absicherung. Im Fokus stehen praxisnahe Einblicke in die Absicherung von Exportvorhaben, die Bewertung von Zahlungs- und Länderrisiken sowie aktuelle Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten. Ziel ist es, Unternehmen aufzuzeigen, wie sich internationale Projekte auch unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen tragfähig strukturieren und erfolgreich umsetzen lassen.
Kärntens Jugend trifft die Welt der Exportwirtschaft
Am Exporttag der Wirtschaftskammer Kärnten erhalten auch heuer wieder Studierende der Universität Klagenfurt sowie Schülerinnen und Schüler der HAK1 Klagenfurt die Möglichkeit, internationale Wirtschaft hautnah zu erleben und direkt mit anwesenden Wirtschaftsdelegierten ins Gespräch zu kommen. In lockerer Atmosphäre können die jungen Teilnehmer:innen Fragen stellen, persönliche Erfahrungen aus aller Welt hören und wertvolle Einblicke in internationale Karrierewege gewinnen.
Exportgala am Abend
Den festlichen Höhepunkt bildet am Abend die Exportgala, bei der herausragende Kärntner Exportunternehmen mit dem Exportpreis 2026 in den Kategorien Klein-, Mittel- und Großbetriebe ausgezeichnet werden. Zuvor spricht Keynote-Speakerin Ursula Plassnik über „Europas Muskeln“. „Der Exporttag zeigt, wie wichtig Mut, Innovationskraft und internationale Partnerschaften für den Wirtschaftsstandort Kärnten sind. Wer Zukunft gestalten will, muss über Grenzen hinausdenken“, unterstreicht Mandl abschließend.