FiW bringt Bürgermeisterinnen und Unternehmerinnen an einen Tisch
Mit einem neuen Dialogformat hat Frau in der Wirtschaft Kärnten Bürgermeisterinnen und Unternehmerinnen zusammengebracht.
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Frauen gestalten Kärntens Gemeinden und Wirtschaft entscheidend mit. 1990 übernahm mit Stefanie Quantschnig in Ludmannsdorf/Bilčovs erstmals eine Frau ein Bürgermeisteramt in Kärnten. 19 Jahre lang stand sie an der Spitze ihrer Gemeinde. Heute werden von 132 Kärntner Gemeinden neun von einer Bürgermeisterin geführt. Vier von ihnen nahmen an der ersten Kärntner Bürgermeisterinnen-Konferenz von Frau in der Wirtschaft teil und tauschten sich mit Wirtschaftstreibenden über gemeinsame Herausforderungen, Erwartungen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit aus. Unter dem Leitmotiv „Vom Reden ins gemeinsame Gestalten“ wurden unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt, Erwartungen sichtbar gemacht und Ansatzpunkte für eine künftige Zusammenarbeit erarbeitet.
WK-Vizepräsidentin und FiW-Vorsitzende Astrid Legner: „Unternehmerinnen und Bürgermeisterinnen haben eines gemeinsam: Sie übernehmen Verantwortung, treffen Entscheidungen und gestalten die Zukunft ihrer Region. Mit dieser Veranstaltung wollen wir diese Frauen erstmals kärntenweit zusammenbringen und einen nachhaltigen Dialog zwischen Wirtschaft und Kommunalpolitik starten. Unternehmerinnen schaffen Arbeitsplätze und Wertschöpfung, investieren vor Ort und tragen wesentlich zur Entwicklung ihrer Region bei. Bürgermeisterinnen wiederum gestalten wichtige Rahmenbedingungen für attraktive Wirtschafts- und Lebensräume.“ Genau an dieser Schnittstelle setzt der Dialog von Frau in der Wirtschaft an.
Wirtschaft und Gemeinden gemeinsam gestalten
Dass Wirtschaft und Kommunalpolitik eng miteinander verbunden sind, zeigt sich auch ganz persönlich: Einige der Kärntner Bürgermeisterinnen sind selbst Unternehmerinnen und kennen daher beide Seiten aus eigener Erfahrung. Sie wissen, was es bedeutet, einen Betrieb zu führen und gleichzeitig Verantwortung für die Entwicklung einer Gemeinde zu tragen.
Wie bedeutend Frauen für die Wirtschaft in den neun von Bürgermeisterinnen geführten Gemeinden sind, unterstreichen auch die Zahlen: Mit Stand Ende Dezember 2025 sind dort insgesamt 711 Unternehmerinnen tätig. Die meisten davon in Velden am Wörther See mit 266, gefolgt von Wernberg mit 143 und Pörtschach mit 101. Am Weißensee sind es 42, in Eisenkappel-Vellach 38, in Klein St. Paul 34, in St. Andrä 32, in Kappel am Krappfeld 31 und in Feld am See 24. An der Spitze dieser Gemeinden stehen Andrea Feichtinger-Sacherer in Kappel am Krappfeld, Karoline Turnschek am Weißensee, Michaela Oberlassnig in Feld am See, Doris Liposchek in Wernberg, Elisabeth Lobnig in Eisenkappel-Vellach, Maria Knauder in St. Andrä, Gabriele Dörflinger in Klein St. Paul, Silvia Häusl-Benz in Pörtschach sowie Margit Heissenberger in Velden am Wörther See.
Vier Bürgermeisterinnen – vier Perspektiven
Ein wesentlicher Teil der Konferenz war der Perspektivenwechsel: Bürgermeisterinnen beschäftigten sich mit den Anliegen der Unternehmerinnen, Unternehmerinnen wiederum mit den Möglichkeiten und Herausforderungen der Gemeinden. Legner: „Wenn wir verstehen, was die jeweils andere Seite braucht, werden nicht nur unterschiedliche Erwartungen sichtbar. Es zeigen sich auch konkrete Ansatzpunkte, an denen wir gemeinsam weiterarbeiten können.“ Die vielen gemeinsamen Anliegen und Perspektiven spiegeln sich auch in den Stimmen der vier teilnehmenden Ortschefinnen wider. Silvia Häusl-Benz, Bürgermeisterin der Gemeinde Pörtschach am Wörther See und Unternehmerin: „Uns verbinden Mut, Tatkraft, Durchhaltevermögen und vor allem der Wille, etwas zu bewegen.“ Elisabeth Lobnig, Bürgermeisterin der Gemeinde Eisenkappel-Vellach und seit bereits 35 Jahren in der Kommunalpolitik: „Was uns auszeichnet, ist der Wille: Veränderungen nicht nur zu begleiten, sondern sie aktiv mitzugestalten.“ Maria Knauder, Bürgermeisterin der Stadtgemeinde St. Andrä und ausgebildete Intensivkrankenschwester: „Wir hören zu, packen an und suchen nach Lösungen, die nicht nur heute funktionieren, sondern auch morgen Bestand haben.“ Margit Heissenberger, Bürgermeisterin der Marktgemeinde Velden am Wörther See mit langjähriger Erfahrung in Politik und Wirtschaft: „Vernetzung wird dann besonders wertvoll, wenn daraus konkrete Zusammenarbeit und gemeinsame Projekte entstehen.“ Auch auf Unternehmerinnenseite steht das gemeinsame Gestalten im Vordergrund. Maria Wawrzyniak, FiW-Delegierte Klagenfurt: „Uns verbindet der Blick in dieselbe Richtung. Wir wollen vor Ort etwas bewegen, Menschen stärken und dazu beitragen, die Lebensqualität in unseren Gemeinden nachhaltig positiv verbessern.“
Vom Austausch ins gemeinsame Gestalten
Die erste Kärntner Bürgermeisterinnen-Konferenz ist als Auftakt für einen kontinuierlichen Austausch zwischen Wirtschaft und Kommunalpolitik gedacht. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die weitere Vernetzung und die geplante FiW-Bürgermeisterinnen-Agenda 2027. „Jetzt geht es darum, daraus etwas Nachhaltiges entstehen zu lassen. Wenn Unternehmerinnen und Bürgermeisterinnen ihre Erfahrungen, Netzwerke und Ideen verbinden, können daraus starke Impulse für unsere Gemeinden, unsere Betriebe und den Wirtschafts- und Lebensstandort Kärnten entstehen“, so Legner abschließend.