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© WKK | Jasmin Lopez Photography

Was ein Euro in St. Veit bewegen kann

Im neuen FLiP-Workshop „WertKette“ lernen Jugendliche, wie Geld durch die Wirtschaft fließt – und warum regionale Entscheidungen zählen.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 16.10.2026

Was passiert eigentlich mit einem Euro, nachdem wir ihn ausgegeben haben? Wer verdient daran, wohin fließt das Geld weiter und welchen Unterschied macht es, ob wir vor Ort oder anderswo einkaufen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich derzeit Schüler:innen der HLW St. Veit, und des BG/BRG St. Veit in Workshops des FLiP Kärnten (Financial Life Park). Gemeinsam mit der WK-Bezirksstelle St. Veit wurde dafür das Format „WertKette“ entwickelt. 

Dabei wird Wirtschaft nicht abstrakt erklärt, sondern anhand des täglichen Lebens nachvollziehbar gemacht. Die Jugendlichen verfolgen den Weg des Geldes und erfahren, wie Haushalte, Unternehmen, Banken und der Staat miteinander verbunden sind. Auch die Frage, wie Geld regional und überregional weiterfließt, spielt eine Rolle. Und weil Kaufentscheidungen zunehmend auch digital beeinflusst werden, setzen sich die Schüler:innen außerdem damit auseinander, welche Rolle Künstliche Intelligenz beim Konsum bereits spielt. 

FLiP Kärnten ist eine Bildungsinitiative der Privatstiftung Kärntner Sparkasse und der Sparkassen in Kärnten. Finanzielle und wirtschaftliche Zusammenhänge sollen dabei praxisnah, unabhängig und verständlich vermittelt werden. Verena Rossmann, Geschäftsführerin von FLiP Kärnten, erklärt: „Geld begegnet Jugendlichen jeden Tag – beim Einkaufen, am Handy, beim ersten eigenen Konto oder später beim ersten Gehalt. Um gute Entscheidungen treffen zu können, muss man aber verstehen, was dahinter passiert. Mit Workshops wie zum Beispiel der WertKette‘ machen wir genau diese Zusammenhänge sichtbar und zeigen, dass die eigene Entscheidung immer auch Auswirkungen auf sich selbst und andere hat.“ 

Finanzbildung beginnt im Alltag

Für JW-Bezirksvorsitzende Stefanie Taupe gehört dieses Wissen auch zu einem besseren Verständnis der regionalen Wirtschaft: „Jugendliche sind die Konsumentinnen und Konsumenten, Arbeitnehmer und Unternehmer von morgen. Wenn sie verstehen, was mit ihrem Geld passiert, verstehen sie auch, warum es einen Unterschied macht, wo sie es ausgeben. Ein Euro, der bei einem heimischen Betrieb landet, verschwindet nicht einfach in einer Kasse. Er finanziert Löhne, Aufträge und Investitionen und kann in der Region weiterwirken.“ Deshalb sind in den kommenden Wochen weitere Workshops geplant. Beim „Konto.Pilot“ erfahren Schüler:innen der Polytechnischen Schule alles rund um das erste eigene Konto, Bankkarten, Überweisungen und Online-Banking, aber auch über Gefahren wie Phishing und Social Engineering. Im Workshop „Einkommens.Navi“ wird vom Brutto- zum Nettogehalt geführt, zudem werden die Themen Sozialversicherung, Lohnsteuer, Kollektivvertrag und Sonderzahlungen behandelt. Damit greift die WK-Bezirksstelle St. Veit einen Schwerpunkt ihres Arbeitsprogramms 2026 auf. Finanzbildung soll junge Menschen dabei unterstützen, wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und selbstständig mit Geld umzugehen. 

„Bleibt das Geld, bleibt die Zukunft“

Dahinter steht ein klares Ziel: die regionale Wirtschaft zu stärken, Abwanderung zu verhindern, Wertschöpfung vor Ort zu halten und damit eine lebenswerte Zukunft für alle Bürgerinnen und Bürger im Bezirk zu sichern. Nur wenn wir jetzt gemeinsam handeln, können wir Perspektiven schaffen, die unseren Wirtschaftsstandort weiter zukunftsfit machen. Taupe: „Regionalität lässt sich nicht verordnen. Sie beginnt mit Bewusstsein. Wer versteht, welche Wege Geld nimmt und was regionale Wertschöpfung für den eigenen Lebensraum bedeutet, kann bewusst entscheiden. Genau deshalb ist Finanzbildung für uns ein wichtiger Baustein: Bleibt das Geld, bleibt die Zukunft – also mehr Wertschöpfung in der Region und damit auch mehr Möglichkeiten.“