Friesacher Spengler erhält internationale Auszeichnung für Handwerksprojekt
Ein Raumschiff aus Zink, gefertigt aus 83 Einzelteilen, entwickelt mit Handwerkern aus mehreren europäischen Ländern, wurde international ausgezeichnet.
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Mit seinem „Spengler-Raumschiff“ sorgte Friedrich Reinbold aus Friesach auf der internationalen Leitmesse „Dach+Holz“ 2026 in Köln für Aufsehen. Das Fachmagazin BAUMETALL würdigte mit der Verleihung des „Vergoldeten Meisterhammers“ an den Kärntner Spengler und Landesinnungsmeister-Stellvertreter sein außergewöhnliches Engagement für das Handwerk sowie die Umsetzung dieses Projekts. Das futuristische Objekt aus Titanzink vereint moderne Laserschneidtechnik mit traditioneller Ornamentenkunst und handwerklicher Präzisionsarbeit. Die Gestaltung verbindet historische Formen mit digitalen Fertigungsmethoden und macht sichtbar, wie vielseitig und innovativ das Spenglerhandwerk heute ist. „Wir bringen hier das Beste aus drei Welten zusammen“, erklärt Reinbold. „Erstens die Zukunft durch hochmoderne Laserschneidtechnik. Zweitens die Vergangenheit durch klassische Ornamente, wie sie seit über 175 Jahren bei der Firma Kaufmann in Ulm gefertigt werden. Und drittens die Gegenwart – mein Beruf und meine Passion.“
Handwerk verbindet Menschen über Grenzen hinweg
Bemerkenswert ist auch die internationale Zusammenarbeit hinter dem Projekt. Das Finale fand in Form eines Workshops in Ulm statt, bei dem insgesamt 14 Spengler aus mehreren europäischen Ländern ihre „Raumschiffe“ gemeinsam fertigten. Unter den Teilnehmern befanden sich auch fünf Fachkräfte, die aktuell am Wiederaufbau der Kathedrale Notre-Dame in Paris mitwirken. Für die Landesinnung der Dachdecker, Glaser und Spengler ist das Projekt zugleich ein starkes Signal für die Berufsorientierung junger Menschen. Die Verbindung aus traditionellem Handwerk, modernster Fertigungstechnik und internationaler Zusammenarbeit zeigt die große Vielfalt des Spenglerhandwerks. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftebedarfs sind solche Vorzeigeprojekte wichtig, um Interesse für die Ausbildung und den Beruf zu wecken.
Für Reinbold ist die Auszeichnung zugleich Anerkennung und Auftrag. Bereits 2012 wurde er mit dem BAUMETALL-Innovationspreis für seine Flugzeugmodelle aus Titanzink ausgezeichnet. Mit dem „Vergoldeten Meisterhammer“ wird nun sein langjähriger Einsatz für die Weiterentwicklung und positive Darstellung des Berufsstandes gewürdigt. „Wir schaffen bleibende Werte, die durch natürliche Prozesse wie die Kupferpatina oder die Beständigkeit von Zink über Jahrzehnte an Charakter gewinnen“, so Reinbold.
Signal für die nächste Generation
Für die Landesinnung der Dachdecker, Glaser und Spengler zeigt das Projekt eindrucksvoll, die Verbindung von traditionellem Handwerk, digitaler Fertigung und internationalem Austausch. Der Erfolg von Friedrich Reinbold unterstreicht zugleich, dass Kärntner Handwerksbetriebe auch auf internationaler Ebene mit innovativen Ideen Impulse für die gesamte Branche setzen.