Gala der Mode: Wenn Handwerk zum Lieblingsstück für Generationen wird
16 Kärntner Modeschaffende bringen bei der „Gala der Mode“ im Casino Velden die Vielfalt des heimischen Modehandwerks auf den Laufsteg.
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Kleider machen Leute. Und Leute machen Kleider. Wie viel Können und Handarbeit hinter einem Kleidungsstück stecken, zeigt sich nächste Woche bei der Gala der Mode im Casino Velden. Kleidermacher, Säckler und Stricker präsentieren dort ihre ganz persönlichen Handschriften – von lässig bis elegant, von zeitlos bis außergewöhnlich, „Hinter jedem Stück stehen eine Idee, viel Erfahrung und viele Stunden Arbeit. Mit der Gala wollen wir diese Leistung auf die Bühne holen und zeigen, was unsere Modeschaffenden in Kärnten können“, sagt Landesinnungsmeisterin Birgit Moser-Karner.
Kleidungsstücke, die Geschichten erzählen
Besonders bei den großen Momenten des Lebens ist Maßarbeit nach wie vor gefragt. Hochzeitskleider, Ballroben oder das besondere Outfit für die Brautmutter werden ganz bewusst für einen Menschen und einen Anlass gefertigt. Oft bleibt der Wert dieser Stücke lange über diesen einen Tag hinaus bestehen: „Solche Stücke sind mit Erinnerungen und besonderen Momenten verbunden. Wenn ein Hochzeitskleid weitergegeben oder daraus etwas Neues für die nächste Generation entsteht, wird aus einem Kleidungsstück ein Familienerbstück – und gleichzeitig ist das gelebte Nachhaltigkeit“, so Moser-Karner.
Auch Lieblingsstücke müssen nicht verschwinden, nur weil sie in die Jahre gekommen sind. Ein gut sitzender Mantel oder Rock kann nachgeschneidert, Kleidung geändert oder repariert und damit länger getragen werden. Gerade in Zeiten von Fast Fashion gewinnt dieses Wissen wieder an Bedeutung. „Unser Handwerk kann erhalten, verändern und Neues schaffen. Ein gutes Kleidungsstück, das lange getragen und vielleicht sogar weitergegeben wird, hat einen ganz besonderen Wert“, betont Moser-Karner.
Kreatives Handwerk braucht Sichtbarkeit und Nachwuchs
In Kärnten gibt es aktuell 146 Kleidermacherinnen und Kleidermacher, Änderungsschneidereien nicht eingerechnet, 46 Sticker bzw. Stricker und vier Säckler. Rund 70 Prozent der Betriebe sind Ein-Personen-Unternehmen. Viele arbeiten in kleinen Ateliers und verfügen über kein klassisches Gassenlokal. „Viele unserer Kleidermacher arbeiten in ihren Ateliers. Umso wichtiger ist es, sie einmal vor den Vorhang zu holen und der Kärntner Bevölkerung zu zeigen, welches kreative und handwerkliche Können hier vorhanden ist“, sagt Moser-Karner. Gleichzeitig steht die Branche vor einer großen Herausforderung: Aktuell werden keine Lehrlinge ausgebildet. Gerade für Ein-Personen-Unternehmen ist eine mehrjährige Ausbildung angesichts schwankender Auftragslagen wirtschaftlich schwer zu stemmen. „Dabei ist es ein unglaublich kreativer Beruf. Man arbeitet mit Menschen, Stoffen, Farben und Formen und schafft mit den eigenen Händen etwas Einzigartiges. Dieses Können dürfen wir nicht verlieren“, unterstreicht Moser-Karner.
Mehr als eine Modeschau
Die Gala soll deshalb nicht nur das fertige Kleidungsstück zeigen, sondern auch die Menschen dahinter. Nach der Show haben die Besucherinnen und Besucher in der Fashion Area die Möglichkeit, die Modemacherinnen und Modemacher persönlich kennenzulernen und mehr über ihre Arbeit zu erfahren. „Uns ist wichtig, dass die Menschen nicht nur die Kreationen auf dem Laufsteg sehen, sondern auch jene kennenlernen, die dahinterstehen. Die Gala ist eine Bühne für unsere Modeschaffenden und für ein Handwerk, das Tradition und Zukunft verbindet“, so Moser-Karner abschließend.
Gala der Mode, am Samstag,17. Oktober 2026, Matineé: 11.00 Uhr, Soireé: 19.00 Uhr, Droneberger Eventhall, Gerberweg 44, Klagenfurt am Wörthersee.