Fachgruppe Gastronomie Kärnten erteilt Gastgarten-Kaution klare Absage
Sternad: „Wer die Innenstadt belebt, darf dafür nicht auch noch finanziell bestraft werden.“
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Die Fachgruppe Gastronomie Kärnten spricht sich entschieden gegen den Klagenfurter Stadtsenatsbeschluss aus, künftig von Gastronomiebetrieben eine Kaution für die Aufstellung von Gastgärten einzuheben. Begründet wird diese Maßnahme offenbar damit, dass im Falle einer Insolvenz eines Betriebes der Abbau des Gastgartens aus dieser Kaution finanziert werden soll. Für die Kärntner Gastronomie ist diese Idee nicht nachvollziehbar. Gerade in Zeiten massiv gestiegener Kosten, hoher Personalknappheit und zunehmender bürokratischer Belastungen wäre eine zusätzliche Kaution ein völlig falsches Signal an jene Betriebe, die mit ihren Gastgärten zur Belebung der Innenstadt beitragen.
Sternad verwundert über Vorstoß
„Wir fragen uns ernsthaft, wie man überhaupt auf eine derartige Idee kommen kann. Soweit ersichtlich, wäre eine solche Kaution in dieser Form europaweit jedenfalls höchst ungewöhnlich. Anstatt jene Wirte zusätzlich zu belasten, die mit ihren Gastgärten Leben, Frequenz und Aufenthaltsqualität in die Innenstadt bringen, sollte die Stadt endlich ihre eigenen Hausaufgaben machen", sagt Gastro-Obmann Stefan Sternad. Aus Sicht der Gastronomie ist das Argument der Insolvenzabsicherung unverhältnismäßig. Es würde eine gesamte Branche pauschal belasten, obwohl der behauptete Anlass nur einen seltenen Einzelfall betrifft. Solide wirtschaftende Betriebe würden damit vorsorglich zur Kasse gebeten, obwohl sie keinen Schaden verursachen.
Gastgärten sind kein Problem für Klagenfurt, sondern ein wichtiger Teil der Lösung für eine lebendige Innenstadt. Sie schaffen Atmosphäre, Frequenz, Arbeitsplätze und touristische Attraktivität. Wer Innenstadtbelebung fordert, darf jene Unternehmerinnen und Unternehmer nicht zusätzlich belasten, die diese Belebung tagtäglich ermöglichen.
Mehr Effizienz statt neuer Belastungen:
„Die neue Kaution ist eine weitere Belastung für die Gastronomie. Die regierende Stadtpolitik sollte zuerst in der eigenen Verwaltung ansetzen“. so Sternad. „Wir erwarten, dass abteilungsinterne Synergien genutzt, Abläufe vereinfacht und Effizienzsteigerungen umgesetzt werden, um Kosten zu sparen. Es kann nicht sein, dass finanzielle Belastungen der Stadtverwaltung am Ende wieder bei den Wirten landen.“ Die Kärntner Gastronomie erteilt dem Stadtsenatsbeschluss für Kautionen für Gastgärten daher eine klare Absage. Eine pauschale Gastgarten-Kaution ist nicht nur wirtschaftlich belastend, sondern auch bürokratisch aufwendig und standortpolitisch kontraproduktiv. Sie trifft genau jene Betriebe, die bereit sind, in Qualität, Außenbereiche und Innenstadtleben zu investieren.
Auch WK-Bezirksstellenobmann Franz Ahm übt deutliche Kritik an der geplanten Maßnahme: „Eine Kaution für Gastgärten ist wirtschaftsfeindlich, praxisfern und das völlig falsche Signal an eine ohnehin stark belastete Gastronomie. Es ist absurd, wenn eine Stadt, die selbst kein Budget zusammenbringt, von ihren Betrieben einen Bonitätsnachweis verlangt. Klagenfurt darf nicht schon wieder — wie bei der Luftsteuer — mit einem schlechten Beispiel vorangehen. Diese Maßnahme muss sofort zurückgenommen werden. Gefragt sind Hausverstand, wirtschaftliches Augenmaß und mehr Unterstützung für jene Betriebe, die unsere Innenstadt beleben.“
Sternad ergänzt: „Dieser wahnwitzige Vorstoß gehört sofort wieder vom Tisch. Wirte, die ihre Gastgärten ordentlich führen, Gäste bewirten, Mitarbeiter beschäftigen und die Innenstadt beleben, dürfen nicht unter Generalverdacht gestellt werden. Wer Unternehmertum will, muss ermöglichen statt erschweren.“ Die Fachgruppe fordert daher ein klares Entgegenkommen der Stadt Klagenfurt. Notwendig sind einfache Verfahren, faire Gebühren, partnerschaftliche Lösungen und eine Verwaltung, die Betriebe unterstützt, anstatt zusätzliche Hürden aufzubauen. Sollte es in Einzelfällen tatsächlich Probleme mit nicht entfernten Gastgartenelementen geben, sind diese individuell und zielgerichtet zu lösen. Eine pauschale Kaution für alle Gastronomiebetriebe ist dafür weder notwendig noch verhältnismäßig.
Abschließend hält Sternad fest: „Die Kärntner Gastronomie ist bereit, gemeinsam mit der Stadt an praktikablen Lösungen zu arbeiten. Aber eine zusätzliche finanzielle Belastung für Gastgärten ist der falsche Weg. Die Stadt muss der Gastronomie entgegenkommen und ihr nicht mit immer neuen Ideen das Leben schwerer machen.“
Die Fachgruppe Gastronomie Kärnten fordert daher: Keine Gastgarten-Kaution in Klagenfurt. Mehr Hausverstand, weniger Bürokratie und ein klares Bekenntnis zu jenen Betrieben, die unsere Innenstadt lebendig halten.