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Storfer hinter dem Rednerpult bei der Messeeröffnung
© WKK

Häuslbauermesse eröffnet: Eigentum ermöglichen statt ausbremsen

Mit großem Besucherinteresse wurde heute die Häuslbauermesse in Klagenfurt eröffnet. Als wichtigste Plattform für Bauen, Sanieren und Modernisieren in Kärnten ist sie ein zentraler Treffpunkt für die Bauwirtschaft, das Handwerk und künftige Eigentümer:innen. Ein Wermutstropfen bleibt jedoch die aktuelle Ausgestaltung der Wohnbauförderung, wie WK-Spartenobmann Peter Storfer bei der Eröffnung betonte.

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Aktualisiert am 20.02.2026

Die Häuslbauermesse zählt zu den bedeutendsten Fachmessen für Bauen und Wohnen im Alpen-Adria-Raum. Sie bringt Bau- und Technikunternehmen, Planer:innen und private Bauherr:innen zusammen und ist damit ein wichtiger Impulsgeber für die Bauwirtschaft in Kärnten. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sendet die Messe ein starkes Signal für Innovation, Qualität und regionale Wertschöpfung. 

Eigentum als Standortfrage

In seiner Eröffnungsrede stellte Peter Storfer, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Kärnten, die Wohnraumsituation in einen größeren Zusammenhang. Kärnten kämpft mit einer negativen demografischen Entwicklung: Junge Menschen wandern ab, während Fachkräfte dringend gebraucht werden – gerade im Hinblick auf die künftigen Chancen rund um die AREA Süd. „Wenn wir Kärnten attraktiv halten wollen, dann müssen wir es vor allem jungen Menschen ermöglichen, Eigentum zu schaffen“, so Storfer. Er betonte dabei ausdrücklich, dass die Wohnbauförderung keine Förderung für Bauträger, sondern eine Unterstützung für Käufer:innen von Wohnungen und Häuslbauern und Sanierern ist. Sie soll Menschen helfen, sich Eigentum schaffen und leisten zu können. Genau hier sieht Storfer jedoch ein Problem. 

Warum die derzeitige Regelung viele ausschließt

Beim Kauf von Wohnungen von gewerblichen Bauträgern gibt es derzeit eine fixe Kaufpreisobergrenze, um eine Wohnbauförderung zu erhalten. Liegt der Kaufpreis darüber, fällt die Förderung weg - selbst wenn die Wohnung marktüblich bepreist ist. Gerade in Städten wie Klagenfurt oder Villach, wo Grundstücke und Baukosten höher sind, führt das dazu, dass viele Käufer:innen, die dringend auf Förderung angewiesen wären, keine erhalten. Für Einfamilien- oder Reihenhäuser gelten solche Preisobergrenzen hingegen nicht in gleicher Form. Das bedeutet: Wer eine Wohnung kauft, wird anders behandelt als jemand, der ein Haus errichtet oder erwirbt. „Am Ende entscheidet nicht das Ziel – nämlich leistbares Eigentum, sondern die Art des Erwerbs darüber, ob jemand Förderung bekommt oder nicht“, kritisiert Storfer. Hinzu kommt, dass eine landesweit einheitliche Preisgrenze die regional stark unterschiedlichen Immobilienpreise nicht berücksichtigt. Während in manchen Bezirken die Grenze problemlos eingehalten werden kann, ist sie in Ballungsräumen kaum realistisch. 

Bauwirtschaft unter Druck

Die Diskussion kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt. Die Bauwirtschaft steht unter Druck: 37 Prozent der Betriebe rechnen mit sinkenden Auftragseingängen, nur 14 Prozent mit steigenden. Auch bei der Beschäftigung wird ein Rückgang erwartet. „Weniger Aufträge bedeuten weniger Neubau – und das verschärft langfristig den Wohnraummangel“, warnte Storfer. Eine faire und praxisnahe Ausgestaltung der Wohnbauförderung sei daher nicht nur eine soziale Frage, sondern auch eine wichtige Standortfrage. „Wir brauchen Rahmenbedingungen, die Eigentum ermöglichen, statt Regelungen, die Menschen und Projekte ausbremsen.“ 

„Wer baut, glaubt an die Zukunft!“, betonte Storfer. Er wünschte den zahlreichen Ausstellern viel Erfolg und den Messebesuchern einen informativen und interessanten Messetag.

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