Heimische IT-Kompetenz darf bei Landesaufträgen nicht außen vor bleiben
Die neue Homepage des Landes Kärnten wird laut Medienberichten teurer als ursprünglich geplant und soll mittlerweile mehr als 760.000 Euro kosten. Für die Kärntner IT-Branche wirft das vor allem eine zentrale Frage auf: Warum kamen bei einem Projekt dieser Größenordnung offenbar keine heimischen Unternehmen zum Zug? UBIT-Fachgruppenobmann Martin Zandonella fordert volle Transparenz und eine stärkere Einbindung regionaler Anbieter bei öffentlichen Vergaben.
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Die in der Kleinen Zeitung berichtete Kostensteigerung bei der Neugestaltung der Homepage des Landes Kärnten sorgt auch in der Kärntner IT-Branche für Diskussionen. Demnach belaufen sich die Gesamtkosten des Projekts mittlerweile auf über 760.000 Euro. Der ursprüngliche Auftrag ging an ein Unternehmen mit Standorten in Graz, Deutschland und der Schweiz, zusätzliche Leistungen wurden an eine Wiener Agentur vergeben. Kärntner Unternehmen wurden bei den Aufträgen bewusst nicht berücksichtigt und daher gar nicht zur Angebotslegung eingeladen.
Für UBIT-Fachgruppenobmann Martin Zandonella ist diese Entwicklung schwer nachvollziehbar: „Kärnten verfügt über zahlreiche innovative IT-Unternehmen, Webagenturen und Digitalisierungsexperten, die Projekte dieser Größenordnung umsetzen können. Umso mehr stellt sich die Frage, warum heimische Anbieter bei einem derart bedeutenden öffentlichen Auftrag keine Rolle spielen.“ Besonders kritisch sieht Zandonella die Vergabe ohne Ausschreibung. „Das Land Kärnten hat den vermeintlich einfachsten Weg über die Bundesbeschaffung GmbH gewählt und die Möglichkeit für lokale Wertschöpfung bewusst untergraben. Das wirft Fragen auf, die geklärt werden müssen.“
Die Fachgruppe stellt nicht infrage, dass die Landes-Homepage modernisiert werden muss. Sehr wohl fraglich ist jedoch, wie öffentliche Auftraggeber mit vorhandener regionaler Kompetenz umgehen. „Wenn Politik und öffentliche Hand Regionalität einfordern, dann muss das auch bei der Vergabe öffentlicher Aufträge gelten. Es kann nicht sein, dass heimische Unternehmen übergangen werden, obwohl das Know-how direkt vor der Haustür vorhanden ist.“ Gerade die Digitalisierung ist in Kärnten in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Zahlreiche Betriebe investieren laufend in neue Technologien, schaffen hochwertige Arbeitsplätze und entwickeln digitale Lösungen für nationale und internationale Kunden. „Jeder öffentliche Auftrag bedeutet auch Wertschöpfung. Deshalb sollte stets geprüft werden, wie heimische Unternehmen bestmöglich eingebunden werden können. Es geht nicht um einen Automatismus, sondern um faire Chancen und transparente Verfahren. Kärntner Betriebe müssen zumindest die Möglichkeit erhalten, ihre Leistungen anzubieten“, betont Zandonella. Für die Fachgruppe UBIT braucht es nun eine transparente Darstellung des Vergabeprozesses. „Die entscheidende Frage ist nicht, ob Kärntner Unternehmen solche Projekte umsetzen können. Die entscheidende Frage ist, ob sie überhaupt die Chance bekommen haben, sich einzubringen. Genau das erwarten sich die heimischen Betriebe von einem öffentlichen Auftraggeber.“