Kärnten ist Österreichs heimlicher IT-Champion
Rund 12 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung und etwa 8 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse hängen an der IKT.
Lesedauer: 1 Minute
Der Süden ist nach Wien das IT-intensivste Bundesland Österreichs“, betont Martin Zandonella, Obmann der Fachgruppe UBIT der Wirtschaftskammer Kärnten. Eine aktuelle Modellrechnung auf Basis der österreichweiten Economica/VÖSI-Studie legt beeindruckende Zahlen offen: Jeder achte Euro und jeder dreizehnte Job im Land tragen eine digitale Handschrift.
IKT als Wachstumsmotor
Der Sektor der Informations- und Kommunikationstechnik IKT sorgt in Kärnten für rund 2,84 Milliarden Euro an IT-bezogener Bruttowertschöpfung, das sind 7 Prozent der österreichweiten Bruttowertschöpfung der Branche. Dahinter steht ein kräftiger Multiplikatoreffekt. Denn für jeden Euro direkter IT-Wertschöpfung entstehen weitere 34 Cent in Zulieferketten und über den Konsum. Zandonella: „Digitalisierung zahlt gleich mehrfach auf den Standort ein.“
22.600 Jobs: der Arbeitsmarkt-Turbo
Auch am Arbeitsmarkt ist die Branche ein Schwergewicht: Rund 22.600 Beschäftigungsverhältnisse werden in Kärnten durch IKT direkt, indirekt und induziert gesichert. Zwei direkte IT-Jobs ziehen einen weiteren Job in der Wertschöpfungskette nach sich. Dazu kommen rund 1,27 Milliarden Euro an Löhnen und Gehältern. Einkommen, das in Form von Kaufkraft zum Großteil wieder in Kärnten ausgegeben wird.
Spitzenplatz statt Mittelmaß
Für UBIT-Sprecher Zandonella liegt die eigentliche Stärke Kärntens in der außergewöhnlich hohen Relevanz der IKT für die eigene Wirtschaft. „Bei der Wertschöpfung liegt das Land 3,15 Prozentpunkte, bei der Beschäftigung 1,37 Prozentpunkte über dem Österreich-Schnitt. Damit rangiert Kärnten in beiden Kategorien auf dem hervorragenden zweiten Platz, nur übertroffen von der Bundeshauptstadt Wien.“
Kärnten schafft Digitale Souveränität aus eigener Kraft
„Diese Zahlen zeigen, dass der IKT-Sektor längst kein Nischenthema, sondern ein tragender Pfeiler des Wirtschaftsstandorts Kärnten ist“, sagt Zandonella. Entscheidend sei jetzt, die Stärke im Land zu verankern – von der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften über die Förderung von Unternehmensgründungen und IKT-Investitionen bis hin zur Auftragsvergabe des öffentlichen Bereichs an lokale IT-Firmen.
Das Fazit des UBIT-Vertreters fällt entsprechend selbstbewusst aus: „Der IKT-Bereich ist dynamisch, wirtschaftlich relevant und zukunftskritisch.“ Jetzt gelte es, gemeinsam mit der Politik die Weichen zu stellen und Herausforderungen wie Künstliche Intelligenz oder Digitale Souveränität bestmöglich zu meistern.
Datengrundlage: Economica (2026), „Die volkswirtschaftliche Bedeutung des österreichischen IT-Sektors; Kärnten-Modellrechnung 2026 der Fachgruppe UBIT.