Industrie warnt: Ohne Technikbegeisterung werden Fachkräfte fehlen
Zentrale Zukunftsfragen des Industriestandorts Kärnten standen im Mittelpunkt der Spartenkonferenz der Kärntner Industrie bei der Treibacher Industrie AG – von der Fachkräfteausbildung und Energieversorgung bis hin zur frühen Begeisterung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) bei Kindern und Jugendlichen.
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Die Kärntner Industrie sucht nicht nur Fachkräfte von heute, sondern investiert bereits in jene von morgen. Genau deshalb standen bei der diesjährigen Spartenkonferenz der Kärntner Industrie neben Energieversorgung und Wettbewerbsfähigkeit vor allem Ausbildung, Lehrlingsförderung und frühe Technikbegeisterung im Mittelpunkt. Gastgeber der Veranstaltung war die Treibacher Industrie AG, die den Teilnehmer:innen auch Einblicke in das Unternehmen und seine Produktion gewährte.
Industrie investiert konsequent in Ausbildung
Industrie-Spartenobmann Michael Velmeden betonte die Bedeutung der Industrie als Ausbildungs- und Innovationsmotor: „Die Kärntner Industrie übernimmt Verantwortung – für den Standort, für Beschäftigung und vor allem für die Ausbildung junger Menschen. Mit rund 1.000 Lehrlingen in 97 Lehrbetrieben investieren unsere Unternehmen konsequent in die Zukunft.“ Allein im ersten Lehrjahr befinden sich aktuell 262 Jugendliche. Besonders stark nachgefragt sind derzeit die Lehrberufe Elektrotechnik und Metalltechnik – zwei Bereiche, die für die technologische Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts von zentraler Bedeutung sind.
Technikbegeisterung beginnt in der Volksschule
Auch die Förderung von Leistung und Begeisterung für Technik spiele eine wesentliche Rolle. So organisierte die Sparte Industrie zuletzt wieder mehrere Lehrlingswettbewerbe, bei denen junge Fachkräfte ihr Können unter Beweis stellten – beispielsweise in den Bereichen Mechatronik sowie Elektrotechnik, Anlagen- und Betriebstechnik.
Ein weiterer Schwerpunkt der Sparte Industrie liegt auf der frühen MINT-Förderung. Mit dem Projekt „Spürnasen Primary“ werden Kinder bereits in der Volksschule auf spielerische Weise an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik herangeführt. Das Projekt wird aktuell bereits an vier Kärntner Volksschulen umgesetzt. Für Bildungslandesrat Peter Reichmann ist das ein wichtiger Schritt: „Wenn wir junge Menschen langfristig für Technik und Innovation begeistern wollen, müssen wir früh ansetzen. Das Projekt ,Spürnasen Primary‘ zeigt eindrucksvoll, wie Kinder mit Neugier und Freude an technische Themen herangeführt werden können. Deshalb wollen wir dieses erfolgreiche Modell künftig auch auf weitere Volksschulen ausrollen.“ Velmeden sieht darin einen entscheidenden Beitrag für die Zukunft des Standorts: „Interesse an Technik entsteht oft schon sehr früh. Genau deshalb müssen wir Kinder frühzeitig fördern und ihnen zeigen, wie spannend Naturwissenschaft und Technik sein können.“
Leitbetrieb als Gastgeber
Gastgeber der diesjährigen Spartenkonferenz war die Treibacher Industrie AG. Im Rahmen der Veranstaltung gab das Unternehmen auch einen Einblick in seine Entwicklung gab. Im Anschluss an die Konferenz wurden die Teilnehmer:innen durch den Betrieb geführt. Treibacher-Vorstand Stefan Greimel unterstreicht: „Bei Treibacher investieren wir gezielt in die Ausbildung junger Fachkräfte. Moderne Lehrberufe wie Prozesstechnik und Elektrotechnik eröffnen Perspektiven für qualifizierte Arbeitsplätze und sind ein zentraler Baustein für die nachhaltige Zukunft unseres Unternehmens und der heimischen Industrie. Umso mehr begrüßen wir es, dass sich die Spartenkonferenz intensiv mit diesem wichtigen Thema beschäftigt und damit einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Fachkräfte von morgen leistet.“
Wettbewerbsfähigkeit braucht sichere Energieversorgung
Über aktuelle industriepolitische Themen auf Bundesebene informierte Industrie-Bundesspartengeschäftsführer Andreas Mörk. Dabei ging es unter anderem um die Entgelttransparenz-Richtlinie, maßvolle Kollektivvertragsabschlüsse sowie Energiepreise und den Ausbau der 380-kV-Leitung. „Eine sichere und leistungsfähige Energieversorgung ist eine Grundvoraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und industrielle Entwicklung. Projekte wie die 380-kV-Leitung sind daher entscheidend für die Zukunft des Standorts Kärnten“, betonte Mörk.
Die Spartenkonferenz machte deutlich: Die Kärntner Industrie sieht sich trotz herausfordernder Rahmenbedingungen als zentrale Zukunftskraft des Landes – mit dem klaren Ziel, Innovation, Ausbildung und nachhaltige Standortentwicklung voranzutreiben.