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Industriestrategie: Spartenobleute fordern mehr Tempo ein!

Zwischenbilanz beim Wirtschaftskammer Industriegipfel in Innsbruck: Erst 14 von 117 Maßnahmen umgesetzt – Fokus muss auf Energie, Forschung, Fachkräfte gelegt

Lesedauer: 1 Minute

Aktualisiert am 07.10.2026

Mit der Industriestrategie Österreich 2035 hat die Bundesregierung Anfang dieses Jahres die Stärkung der Industrie erstmals in der Zweiten Republik in einem Regierungsprogramm verankert. Ein wichtiges Signal – darin waren sich die Spitzenvertreter:innen der Sparten Industrie der Wirtschaftskammern Kärnten, Vorarlberg, Oberösterreich, Steiermark, Salzburg und Tirol bei ihrem Kooperationstreffen in Innsbruck einig. Bei der Umsetzung der Strategie fordern sie jedoch deutlich mehr Tempo ein. Denn die Zwischenbilanz fällt ernüchternd aus: Mit Stand 31. Juli 2026 waren erst 14 der geplanten 117 Maßnahmen umgesetzt.

Gleichzeitig gehen in Österreichs Industrie aktuell rund 10.000 Arbeitsplätze pro Jahr verloren. „Verlorene Arbeitsplätze kommen nicht wieder und Firmen verlagern ins Ausland, wenn Österreich zu teuer ist“, warnt der Kärntner Spartenobmann Michael Velmeden.

Energie, Forschung, Fachkräfte

Am dringendsten sind aus Sicht der Industrievertreter:innen Fortschritte bei den Energiekosten und die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren im Energiesektor. Die Adaptierung der Forschungsprämie darf nicht zu einer weiteren Einschränkung dieser wichtigen Förderung führen. Der niederschwellige Zugang muss erhalten bleiben. Um den Fachkräftebedarf zu sichern, braucht es zudem eine Stärkung der Lehre, einen Ausbau der HTL-Ausbildung und eine bessere Nutzung der Rot-Weiß-Rot-Karte.

Eine Investition, die sich rechnet

Einig sind sich die Spartenvertreter:innen auch darin, dass das Maßnahmenpaket den Staatshaushalt trotz knapper Mittel unterm Strich nicht belastet, wenn es gelingt, die Abwärtsspirale zu stoppen. Im Gegenteil: Eine wettbewerbsfähigere Industrie spielt die Kosten über Steuern und Abgaben mehr als nur wieder ein. „Somit würde eine Win-win-Situation entstehen, die uns allen guttut. Die Industriestrategie ist der richtige Weg – aber das Tempo, mit dem er gegangen wird, muss massiv gesteigert werden“, so Velmeden.