Junge Wirtschaft Kärnten: Tax Freedom Day zeigt strukturellen Reformbedarf auf
Seit Jahren keine echte Trendwende bei Steuer- und Abgabenlast – Junge Wirtschaft Kärnten fordert mehr Freiräume und Entlastung.
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Der Tax Freedom Day fällt heuer auf den 16. August. Bis zu diesem Tag arbeiten Österreichs Steuerzahler:innen rein rechnerisch für den Staat, erst danach für das eigene Einkommen. Für die Junge Wirtschaft (JW) macht dieser späte Stichtag ein strukturelles Problem sichtbar: Österreich gelingt es seit Jahren nicht, die hohe Steuer- und Abgabenbelastung spürbar zu senken.
Berechnet wird der sogenannte „Steuerstopp-Tag“ vom Hayek-Institut. Dafür werden sämtliche Steuereinnahmen und Sozialabgaben dem Einkommen der Haushalte und Betriebe gegenübergestellt und auf das Kalenderjahr umgelegt. Die langfristige Entwicklung ist ernüchternd: Seit knapp 50 Jahren arbeiten die Menschen in Österreich rechnerisch mehr für den Staat als für sich selbst. Ein Blick auf die vergangenen Jahrzehnte verdeutlicht den Handlungsbedarf. In den 1970er-Jahren lag der Tax Freedom Day noch Anfang Juli, 2026 fällt er auf den 16. August. Auch in der jüngeren Vergangenheit ist keine nachhaltige Trendwende erkennbar: Seit 2008 liegt der Stichtag durchgehend im August. Im Vorjahr war es der 17. August.
„Ob der Tax Freedom Day ein oder zwei Tage früher oder später stattfindet, darf nicht unser Maßstab sein. Was für jeden Haushalt und jedes Unternehmen selbstverständlich ist, muss auch für den Staat gelten. Auf Dauer kann nicht mehr ausgegeben werden, als erwirtschaftet wird. Unser Anspruch muss es sein, den Tax Freedom Day dauerhaft nach vorne zu verschieben. Dafür müssen wir wieder mehr Freiräume schaffen. Wer täglich arbeitet, Leistung erbringt, Verantwortung übernimmt oder ein Unternehmen aufbaut, verdient Rahmenbedingungen, die Einsatz und Initiative stärker belohnen. Denn jeder Euro, den der Staat verteilt, muss zuvor von Beschäftigten und Betrieben erwirtschaftet werden“, betont Nika Basic, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Kärnten und Landesvorsitzende der Jungen Wirtschaft Kärnten.
Österreich bei Belastung deutlich über OECD-Durchschnitt
Auch der internationale Vergleich unterstreicht den Handlungsbedarf: Bei der Belastung durch Lohn- und Lohnnebenkosten liegt Österreich mit 47,1 Prozent deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 35,1 Prozent. Damit zählt Österreich weiterhin zu den Staaten mit einer besonders hohen Belastung des Faktors Arbeit. Für Beschäftigte bedeutet das, dass ihnen ein erheblicher Teil der Arbeitskosten nicht als Nettoeinkommen zur Verfügung steht, während Betriebe gleichzeitig hohe Lohnnebenkosten tragen. Basic ergänzt: „Gerade für junge Unternehmen erschwert dies die Schaffung neuer Arbeitsplätze und schränkt finanzielle Spielräume für Investitionen und Wachstum ein. Es braucht strukturelle Entlastungen, die sowohl bei den Arbeitnehmern als auch bei den Betrieben spürbar ankommen.“
Hohe Belastung erfordert hohen Anspruch an staatliche Effizienz
Für Basic führt die Debatte über die Steuer- und Abgabenbelastung daher zwangsläufig auch zur Frage, wie effizient der Staat mit den vorhandenen Mitteln umgeht. Wer Bürger:innen und Jungunternehmen einen hohen Anteil ihrer erwirtschafteten Leistung abverlangt, muss gleichzeitig sicherstellen, dass diese Mittel effizient eingesetzt werden. Die JW Kärnten fordert daher, den Tax Freedom Day als Auftrag für tiefgreifende Strukturreformen zu verstehen. Eine dauerhaft niedrigere Steuer- und Abgabenbelastung ist dabei ein zentraler Hebel, um Leistung wieder stärker zu belohnen, wirtschaftliche Eigenständigkeit zu ermöglichen und der nächsten Generation neue Aufstiegschancen zu eröffnen.
Aufstiegsversprechen für die nächste Generation erneuern
Gerade aus Sicht der jungen Generation geht es dabei um mehr als eine statistische Verschiebung im Kalender. „Wir müssen das Aufstiegsversprechen erneuern. Wer mehr leistet und Verantwortung übernimmt, soll nicht ausgebremst, sondern stärker entlastet werden. Wenn von der eigenen Leistung immer weniger zur freien Verfügung bleibt, werden die persönlichen Spielräume kleiner. Eine nachhaltige Entlastung ist deshalb auch eine Frage der Perspektiven, die wir der nächsten Generation bieten“, unterstreicht JW-Landesvorsitzende Basic abschließend.
Die Junge Wirtschaft bedankt sich beim Hayek Institut für die Berechnungen und die freundliche Zusammenarbeit.