Junge Wirtschaft und EPU Kärnten warnen vor negativen Folgen des Doppelbudgets 2027-2028
Mit Blick auf die geplanten budgetären Maßnahmen schlagen die Junge Wirtschaft Kärnten und EPU Kärnten Alarm. Nika Basic und Nicole Mayer warnen davor, dass zentrale Vorhaben des Gesetzespakets die Wettbewerbsfähigkeit von Gründerinnen und Gründern, Ein-Personen-Unternehmen und expandierenden Betrieben schwächen werden. Sie appellieren daher an die Bundesregierung, wirtschaftsfreundliche Anpassungen vorzunehmen.
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Während die Bundesregierung die Budgetsanierung vorantreibt, wächst die Sorge in der Wirtschaft. Die Junge Wirtschaft Kärnten und EPU Kärnten üben deutliche Kritik am geplanten Budgetbegleitgesetz 2027–2028. Der Entwurf enthält aus ihrer Sicht mehrere Maßnahmen, die Investitionen erschweren, Liquidität entziehen, moderne Arbeitsformen benachteiligen und Arbeit weiter verteuern. Besonders betroffen wären Gründerinnen und Gründer, Ein-Personen-Unternehmen, junge Selbstständige und wachstumsorientierte Betriebe. Die geplanten Maßnahmen würden vor allem jene treffen, die den Standort mit Innovation, Risikobereitschaft und persönlichem Einsatz stärken. Aus Sicht von JW-Landesvorsitzende und WK-Vizepräsidentin Nika Basic und EPU-Sprecherin Nicole Mayer braucht Österreich mehr Anreize für unternehmerische Initiative statt zusätzlicher Hürden für jene, die investieren, wachsen und Arbeitsplätze schaffen wollen. Basic: „Wer junge Betriebe jetzt zusätzlich belastet, spart an Zukunft, Innovation und Arbeitsplätzen.“ Mayer ergänzt: „EPU brauchen einfache Regeln und Liquidität – keine neuen Hürden.“
Standortpolitik gegen die nächste Unternehmergeneration
Eine Budgetkonsolidierung ist notwendig. „Aber wer dafür ausgerechnet jungen Unternehmen die Spielräume nimmt, macht Standortpolitik gegen die nächste Unternehmergeneration“, so Basic. Denn: „Junge Betriebe brauchen Luft zum Investieren, Mut zum Wachsen und planbare Rahmenbedingungen – keine zusätzlichen Bremsklötze.“
Besonders kritisch sieht Basic die zusätzlichen Belastungen bei Arbeit und Wachstum. Die geplante Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage verteuert qualifizierte Beschäftigung und trifft damit gerade jene Betriebe, die Fachkräfte halten oder neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen wollen. „Österreich hat bereits sehr hohe Arbeitskosten. Wer Beschäftigung weiter verteuert, darf sich nicht wundern, wenn junge Unternehmen bei Neueinstellungen zurückhaltend werden“, so Basic. „Gerade Wachstumsbetriebe brauchen Entlastung – nicht neue Kosten.“
Auch der geplante höhere Körperschaftsteuersatz für Einkommensteile über einer Million Euro setzt aus Sicht der Jungen Wirtschaft das falsche Signal. Zwar betreffe diese Maßnahme nicht jedes junge Unternehmen unmittelbar, sie richte sich aber gegen jene Betriebe, die erfolgreich skalieren, investieren und Arbeitsplätze schaffen. „Wir brauchen mehr Unternehmen, die wachsen wollen. Eine zusätzliche Steuerstufe auf Erfolg ist das komplett falsche Signal“, betont Basic. „Wer Wachstum steuerlich bestraft, schwächt Investitionen und Zukunftschancen.“ Zusätzlich warnt Basic vor neuen Belastungen im Paketbereich. Gerade junge Unternehmen nutzen den Onlinehandel und Versand, um neue Märkte zu erreichen – auch aus Regionen wie Kärnten heraus. Neue Abgaben dürfen nicht dazu führen, dass kleine Händler und junge Online-Shops gegenüber großen Plattformen weiter unter Druck geraten: „Wenn Versand teurer wird, trifft das nicht nur große Konzerne. Es trifft auch kleine Betriebe, die über den Onlinehandel überhaupt erst sichtbar werden.
An der Realität der EPU vorbei
EPU-Sprecherin Nicole Mayer richtet den Fokus besonders auf jene Maßnahmen, die Ein-Personen-Unternehmen und Selbstständige unmittelbar betreffen. Als besonders problematisch sieht sie die geplante Einschränkung des investitionsbedingten Gewinnfreibetrags. Künftig sollen begünstigte Wertpapiere vorübergehend nicht mehr genutzt werden können, der Fokus soll auf Realinvestitionen liegen. „Das geht an der Realität vieler EPU vorbei“, kritisiert Mayer. „Nicht jedes EPU braucht jedes Jahr eine Maschine, ein Fahrzeug oder große Sachinvestitionen. Viele brauchen vor allem Liquidität, Eigenkapital und Reserven. Genau diese Möglichkeit wird ihnen jetzt genommen.“
Für EPU sei der Gewinnfreibetrag ein wichtiges Instrument, um Gewinne im Unternehmen zu halten und finanzielle Stabilität aufzubauen. Eine Einschränkung auf Realinvestitionen würde gerade jene treffen, die schlank, digital und dienstleistungsorientiert arbeiten.
„Das ist keine treffsichere Konsolidierung, sondern eine Schwächung kleiner Betriebe“, so Mayer. „Wer unternehmerische Eigenverantwortung will, muss EPU auch die Möglichkeit geben, Reserven aufzubauen.“
Auch der geplante Wegfall der geplanten Arbeitsplatzpauschale und der Telearbeitspauschale ist aus Sicht der EPU-Sprecherin ein falsches Signal. Viele Selbstständige arbeiten flexibel, digital und ohne klassische Bürostruktur. Gerade für sie seien einfache Pauschalregelungen wichtig, weil sie Bürokratie reduzieren und die tatsächliche Arbeitsrealität abbilden. „Die Politik redet von Digitalisierung und flexiblen Arbeitsformen. Gleichzeitig sollen genau jene Pauschalen gestrichen werden, die diese Realität abbilden. Das passt nicht zusammen“, sagt Mayer. „EPU brauchen einfache, nachvollziehbare Regeln – keine zusätzlichen steuerlichen Verschlechterungen.“
Nachbesserungen gefordert
Die Junge Wirtschaft und EPU Kärnten fordern daher deutliche Nachbesserungen im weiteren Gesetzgebungsverfahren. Die Wertpapiermöglichkeit beim investitionsbedingten Gewinnfreibetrag muss zumindest für EPU, Kleinstunternehmen und junge Betriebe erhalten bleiben. Die Arbeitsplatz- und Telearbeitspauschale dürfen nicht ersatzlos gestrichen werden. Zusätzliche Belastungen bei den Arbeitskosten müssen zurückgenommen werden. Neue Abgaben müssen auf ihre Auswirkungen auf kleine und junge Unternehmen geprüft werden. „Dieses Paket braucht eine klare Korrektur“, so Basic abschließend. „Wer junge Unternehmerinnen und Unternehmer ernst nimmt, darf ihnen nicht gleichzeitig Liquidität entziehen, die Arbeitskosten erhöhen und Wachstum erschweren.“ Mayer ergänzt: „Für EPU zählt jeder Euro und jede Stunde. Wer kleine Betriebe zusätzlich belastet, schwächt genau jene, die mit viel persönlichem Einsatz wirtschaften, Arbeitsplätze schaffen und den Standort tragen.“