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Porträtfoto von Nika Basic
© WKK | Christian Gössler, Dashmedia

JW Kärnten zum Konjunkturbarometer: Stimmung hellt sich auf – aber hohe Belastungen bremsen junge Betriebe weiter

Junge Unternehmerinnen und Unternehmer in Kärnten wollen investieren, wachsen und Arbeitsplätze schaffen. Dafür braucht es endlich Rahmenbedingungen, die Leistung ermöglichen statt ausbremsen.

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Aktualisiert am 18.03.2026

Das aktuelle Konjunkturbarometer der Jungen Wirtschaft zeigt ein vorsichtig positives Signal: Die Stimmung unter Österreichs Jungunternehmerinnen und Jungunternehmern steigt. Auch in Kärnten ist wieder mehr Zuversicht spürbar. Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Hohe Abgaben, überbordende Bürokratie, steigende Kosten und fehlende Planungssicherheit belasten viele junge Betriebe weiterhin massiv.

Für die Junge Wirtschaft Kärnten ist klar: Der beginnende Optimismus ist ein gutes Zeichen, aber noch keine Entwarnung.

„Unsere jungen Unternehmerinnen und Unternehmer wollen gestalten, investieren und Beschäftigung schaffen. Diese Bereitschaft ist da. Was viele Betriebe bremst, sind nicht fehlende Ideen, sondern hohe Lohnnebenkosten, langwierige Verfahren, unnötige Meldepflichten und mangelnde Planbarkeit“, sagt Nika Basic, Landesvorsitzende der Jungen Wirtschaft Kärnten.

Laut Konjunkturbarometer rechnen in Kärnten 25 Prozent der befragten Jungunternehmen mit einem wirtschaftlichen Aufschwung. Gleichzeitig erwarten 31 Prozent einen Rückgang, 39 Prozent gehen von einer Stagnation aus. Das zeigt: Die Hoffnung auf eine Trendwende ist da, die Unsicherheit aber ebenso.

Der Kostendruck bleibt hoch. In Kärnten rechnen 65 Prozent der Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer mit steigenden Verkaufspreisen, 55 Prozent erwarten weiter steigende Inflation. Auch bei der Ertragslage bleibt die Stimmung verhalten: 23 Prozent erwarten eine Verbesserung, 35 Prozent eine Verschlechterung. Bei den Investitionen planen nur 21 Prozent eine Steigerung, 40 Prozent rechnen mit einem Rückgang. 23 Prozent der Kärntner Jungunternehmen wollen in den kommenden Monaten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen.

Für Basic ist damit klar: „Eine bessere Stimmung allein reicht nicht. Wenn junge Unternehmen tatsächlich mehr investieren und neue Arbeitsplätze schaffen sollen, dann müssen die Belastungen endlich sinken. Sonst bleibt der Aufschwung am Papier.“

Das bundesweite Bild bestätigt diese Forderung deutlich. Kurzfristig sehen junge Unternehmerinnen und Unternehmer die wichtigsten Wachstumsimpulse in einer Senkung der Lohnnebenkosten, einem raschen Abbau bürokratischer Hürden und in zusätzlichen Investitionsanreizen. Ebenfalls zentral sind wettbewerbsfähige Energiepreise. Mittelfristig stehen vor allem eine nachhaltige Senkung der Steuer- und Abgabenquote sowie echte Strukturreformen im Vordergrund.

Die drei klarsten Aufträge an die Bundesregierung sind aus Sicht der jungen Betriebe eindeutig: weniger Steuern, weniger Bürokratie und ein funktionierendes Gesundheitssystem.

Neben den wirtschaftspolitischen Forderungen zeigt die Befragung auch ein klares Signal in Richtung Interessenvertretung: Junge Unternehmerinnen und Jungunternehmer wollen, dass ihre Anliegen mit Nachdruck vertreten werden. Eine starke Stimme für die Wirtschaft, mehr Fokus auf kleine und junge Betriebe sowie mehr Einbindung in wirtschaftspolitische Entscheidungen werden klar eingefordert.

„Junge Unternehmerinnen und Unternehmer wollen nicht nur entlastet, sondern auch gehört werden. Sie erwarten sich zu Recht, dass ihre Perspektive stärker in politische Entscheidungen einfließt und ihre Anliegen klar vertreten werden“, betont Basic.

Gerade für Kärnten ist das besonders relevant. Wer möchte, dass junge Menschen hier gründen, investieren und bleiben, muss dafür sorgen, dass sich Unternehmertum wieder lohnt. Ein Land, das junge Betriebe mit zu hohen Kosten und zu viel Bürokratie belastet, schwächt seinen eigenen Standort.

Für die Junge Wirtschaft Kärnten ist das aktuelle Konjunkturbarometer daher kein Anlass für politische Selbstzufriedenheit, sondern ein klarer Handlungsauftrag.

Die Forderungen der Jungen Wirtschaft Kärnten sind eindeutig:

  • Lohnnebenkosten spürbar senken – damit Beschäftigung wieder leistbar wird.
  • Bürokratie konsequent abbauen – mit schnelleren Verfahren und weniger Meldepflichten.
  • Investitionen gezielt anreizen – damit aus Zuversicht reales Wachstum wird.
  • Steuer- und Abgabenquote nachhaltig senken – damit sich Leistung wieder lohnt.
  • Wettbewerbsfähige Energiepreise sicherstellen – damit der Standort Kärnten nicht weiter unter Druck gerät.
  • Strukturreformen endlich umsetzen – statt Probleme weiter zu vertagen.
  • Junge und kleine Unternehmen stärker einbinden – politisch wie in der Interessenvertretung.

„Unsere Generation will gestalten, nicht verwaltet werden. Junge Unternehmerinnen und Unternehmer wollen arbeiten, investieren und Zukunft schaffen. Dafür braucht es jetzt endlich die richtigen politischen Entscheidungen“, so Basic abschließend.

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