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Kärnten und Veneto bündeln ihre Kräfte für Innovation und Wissenstransfer.
© WKK I NAAN

Kärnten und Veneto bündeln ihre Kräfte für Innovation und Wissenstransfer

Neue Kooperation über die Grenze: Ein Memorandum bringt Wirtschaft und Wissenschaft in Kärnten und Veneto enger zusammen.  

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 15.09.2026

Aus einem gemeinsamen Workshop wird nun eine auf drei Jahre angelegte Zusammenarbeit: Kärnten und Veneto bauen ihre Verbindungen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft deutlich aus. Konkret geht es darum, Wirtschaft und Wissenschaft in Kärnten und Veneto enger zu verbinden, Unternehmen leichteren Zugang zu Wissen, Innovation und Netzwerken zu ermöglichen sowie neue Angebote für Start-ups, Studierende und Forschende zu schaffen.  

Den formellen Rahmen dafür schafft das Memorandum of Understanding, das die Wirtschaftskammer Kärnten, die Universität Klagenfurt, die Ca’ Foscari Universität Venedig und Unioncamere del Veneto unterzeichnet haben. Die Initiative entstand im Umfeld des New Alpe Adria Network (NAAN), dem Netzwerk der Wirtschaftskammern im Alpen-Adria-Raum. WK-Präsident und NAAN-Vorsitzender Jürgen Mandl: „Für Kärntens Unternehmen ist die enge Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn eine große Chance. Wir erweitern damit den Zugang zu Wissen, Innovation und neuen Netzwerken über die Grenze hinweg. Gerade für einen Wirtschaftsstandort wie Kärnten ist es entscheidend, diese Möglichkeiten aktiv zu nutzen und unseren Betrieben neue grenzüberschreitende Perspektiven zu eröffnen.“ Auch Tiziana Lippiello, Rektorin der Ca’ Foscari Universität Venedig, unterstreicht die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit: „Mit dieser Vereinbarung wollen wir ein integriertes Ökosystem schaffen, in dem Universitäten und Unternehmen gemeinsam Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und die regionale Entwicklung fördern. Durch angewandte Forschung, grenzüberschreitende Praktika und eine engere Zusammenarbeit mit Unternehmen eröffnen wir zugleich neue Chancen für Studierende und Forschende.“ 

Neue Impulse für Wissenschaft und Wirtschaft

Ein Schwerpunkt liegt auf dem stärkeren Austausch zwischen Unternehmen und Wissenschaft. Geplant sind Projekte der angewandten Forschung, Industriedoktorate und sogenannte Innovation Challenges, die Forschende, Studierende und Unternehmen zusammenbringen. Ada Pellert, Rektorin der Universität Klagenfurt, sieht großes Potenzial in dieser Kooperation: „Sie verbindet Kärnten und Venetien, Wissenschaft und Wirtschaft sowie regionale Stärken und internationale Perspektiven. Der Alpen-Adria-Raum ist seit jeher von Austausch, Vielfalt und engen Beziehungen geprägt.“ Gerade die enge Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Wirtschaftskammern und Unternehmen, sei laut Pellert entscheidend für den Aufbau nachhaltiger Netzwerke und die Entwicklung neuer grenzüberschreitender Partnerschaften. Pellert ergänzt: „Wenn Wissenschaft und Wirtschaft ihre Kompetenzen bündeln, stärkt dies nicht nur den Wissenstransfer, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit und das Potenzial für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Region. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei den kleinen und mittleren Unternehmen gelten, die sowohl in Kärnten als auch in Venetien einen wesentlichen Teil der Wirtschaftsstruktur ausmachen. Gerade für diese Unternehmen bietet die enge Zusammenarbeit mit Universitäten und Wirtschaftskammern die Möglichkeit, Wissen, Innovation und internationale Kontakte zu nutzen und dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit und Entwicklungsperspektiven zu stärken. Der Workshop in Venedig hat gezeigt, dass aus gemeinsamen Ideen tragfähige Formate und Programme entstehen können – insbesondere in Zukunftsfeldern wie Digitalisierung, künstlicher Intelligenz und nachhaltiger Transformation.“ 

Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte

Auch Praktikums- und Mobilitätsangebote für Studierende sollen ausgebaut werden, um akademische Kompetenzen stärker mit dem Bedarf der Unternehmen in Kärnten und Veneto zu verknüpfen. Mandl betont: „Der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte macht nicht an Landesgrenzen halt. Umso wichtiger ist es, Studierende, Hochschulen und Unternehmen im Alpen-Adria-Raum stärker zusammenzubringen. Wenn junge Talente früh Kontakte zu Kärntner Betrieben knüpfen, entstehen daraus Chancen für beide Seiten – und wir stärken gleichzeitig unseren Wirtschaftsstandort.“ 

Konkrete Projekte sollen folgen

Für die Umsetzung ist ein gemeinsames Steuerungskomitee aller vier Partner vorgesehen. Arbeitsgruppen werden konkrete Projekte, Zuständigkeiten und Zeitpläne erarbeiten. Zudem wollen Kärnten und Veneto Fördermöglichkeiten auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene ausloten. Antonio Santocono, Präsident von Unioncamere del Veneto, sagt: „Wenn es uns gelingt, unsere geografische Nähe in eine echte und langfristige strategische Partnerschaft zu verwandeln, hat die Alpe-Adria-Region das Potenzial, zu einem europäischen Zukunftslabor für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit zu werden.“