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© WKK | Gert Perauer

Kärntens Bäder: Investitionen sichern Qualität und verlängern die Saison

Bädersprecher Alexander Thoma zieht Saisonbilanz und fordert gezielte Investitionsanreize für eine zukunftsfitte Bäderinfrastruktur. 

Lesedauer: 4 Minuten

Aktualisiert am 06.10.2026

Der heiße Sommer hat einmal mehr gezeigt, welchen Stellenwert Kärntens Seen und Bäder für Gäste und Einheimische haben. Das vielfältige Angebot rund ums Wasser prägt den Urlaub in Kärnten und ist zugleich ein wichtiger Faktor für die regionale Wertschöpfung. Dieses Potenzial gilt es künftig noch stärker über die Hauptsaison hinaus zu nutzen – mit modernen Anlagen und attraktiven Angeboten, die auch in der Vor- und Nachsaison zusätzliche Impulse setzen.

„Kärntens Bäder sind weit mehr als Freizeiteinrichtungen. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil unseres touristischen Angebots, schaffen Aufenthaltsqualität für Gäste und Einheimische und tragen unmittelbar zur regionalen Wertschöpfung bei. Wer den Kärntner Tourismus stärken und die Saison verlängern will, muss deshalb auch in moderne, attraktive und energieeffiziente Bäderinfrastruktur investieren“, betont Alexander Thoma, Bädersprecher der WK Kärnten, Fachgruppe Gesundheitsbetriebe – Berufsgruppe Bäder Kärnten.

Die Zahlen unterstreichen diese Bedeutung: 55 % der Sommergäste nennen die Kärntner Seen als Hauptgrund für ihren Urlaub, für 78 % ist Schwimmen und Baden die beliebteste Urlaubsaktivität. Mit 183 Bäder-Berechtigungen, darunter 61 Natur-, See- und Strandbäder, verfügt Kärnten zudem über eine entsprechend breite Infrastruktur.

Potenzial über die Hochsaison hinaus

Die Entwicklung der Nächtigungen zeigt, dass die Vor- und Nachsaison an Bedeutung gewinnen. So stiegen die Nächtigungen im Mai und Juni 2025 um 4,2 %, im September und Oktober um 3,9 %. Nur noch 57 % der Sommernächtigungen entfielen auf Juli und August. „Wenn 55 % unserer Sommergäste wegen der Seen nach Kärnten kommen und Baden für 78 % zu den wichtigsten Urlaubsaktivitäten gehört, dann müssen wir die Wasser- und Bäderinfrastruktur genauso behandeln wie andere touristische Leitangebote. Unsere Seebäder, Freibäder, Hallenbäder und Thermen schaffen nicht nur Eintrittsumsätze. Sie bringen Gäste in Hotels und Pensionen, in die Gastronomie und in den Handel und verlängern die Saison“, unterstreicht Thoma.

Investitionsprogramm für Kärntens Bäder gefordert

Um diese Entwicklung weiter zu unterstützen, sind Angebote, die auch außerhalb der klassischen Bademonate attraktiv sind, notwendig. „Wir brauchen in Kärnten ein Investitionsprogramm für touristisch relevante Bäderinfrastruktur. Wer von unseren Betrieben Energieeffizienz, Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und höchste Hygienestandards sowie eine Verlängerung der Tourismussaison erwartet, muss auch Investitionen in diese Infrastruktur ermöglichen“, fordert der Bädersprecher und fügt hinzu. „Wir verlangen keine Förderung dafür, dass ein Bad aufsperrt. Wir sprechen über Investitionsförderungen. Kärnten muss auch in zehn und zwanzig Jahren noch über eine konkurrenzfähige Bade- und Tourismusinfrastruktur verfügen.“ Viele dieser Maßnahmen sind für Qualität, Sicherheit und einen zeitgemäßen Betrieb unverzichtbar, können aber nicht allein über höhere Eintrittserlöse finanziert werden.

Welche wirtschaftlichen Impulse eine solche Infrastruktur für eine ganze Region auslösen kann, zeigt das Beispiel der geplanten Therme am Klopeiner See: Im Zusammenhang mit dem Projekt wird von einer möglichen zusätzlichen Wertschöpfung von rund 44 Millionen Euro pro Jahr ausgegangen. „Das zeigt, dass Investitionen in eine attraktive Bade- und Thermeninfrastruktur weit über den einzelnen Betrieb hinauswirken können. Sie schaffen Wertschöpfung in der Region und stärken damit auch den Tourismusstandort.“

Wertschöpfung weit über die Badekasse hinaus

Bei geförderten Tourismusinvestitionen werden durchschnittlich rund 70 % des Investitionsvolumens unmittelbar in der Region wirksam. Bei einer Million Euro sind das statistisch gesehen rund 700.000 Euro Wertschöpfung bereits während der Investitionsphase. Dazu kommen laufende Effekte durch Beschäftigung, Lieferanten und zusätzliche touristische Nachfrage. „Genau deshalb rechnen sich Investitionen in Bäder für eine Region anders als für den Betreiber allein. Ein Teil der wirtschaftlichen Rendite landet nicht an der Badekasse – sondern in der gesamten regionalen Wirtschaft“, unterstreicht Thoma und meint abschließend: „Ein Bad kann betriebswirtschaftlich ein schwieriges Geschäft und gleichzeitig volkswirtschaftlich ein hervorragendes Geschäft sein. Genau diese Differenz muss eine intelligente Tourismuspolitik berücksichtigen.“

Kärntens Bäder in Zahlen

55 % der Sommergäste nennen die Seen als Hauptgrund für ihren Urlaub | 78 % gehen schwimmen oder baden | 9,46 Mio. Sommernächtigungen 2025 | 183 Bäder-Berechtigungen, davon 61 Natur-, See- und Strandbäder.