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WK Präsident Jürgen Mandl
© WKK, Helge Bauer

Mandl: Kein billiger und sicherer Strom ohne Kraftwerke und neue Leitungen

WK-Präsident fordert Aufrichtigkeit in der Energiedebatte ein: Ohne Infrastruktur keine Energiewende und kein starker Wirtschaftsstandort.

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Aktualisiert am 02.07.2026

Im Vorfeld der Bürgerversammlung zur geplanten 380-kV-Leitung durch Kärnten richtet Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl einen eindringlichen Appell an Politik und Bevölkerung: Die Energiewende könne nur gelingen, wenn Kärnten auch bereit sei, die dafür notwendige Infrastruktur zu errichten. Mandl: „Wir befinden uns in einer paradoxen Situation. Wir wollen Elektroautos statt Verbrenner, Wärmepumpen statt Öl- und Gasheizungen und eine immer stärker elektrifizierte Wirtschaft. Gleichzeitig werden neue Kraftwerke und der Ausbau der Stromnetze vielerorts kategorisch abgelehnt. Beides gleichzeitig wird nicht funktionieren.“ 

Für Mandl ist klar: Der Strombedarf werde in den kommenden Jahren massiv steigen. Das sei keine Prognose, sondern die unmittelbare Folge politischer Entscheidungen und gesellschaftlicher Ziele. „Wenn künftig Millionen zusätzlicher Kilowattstunden benötigt werden, dann müssen wir uns ehrlich die Frage stellen, woher dieser Strom kommen soll – und wie er zu den Menschen und Betrieben gelangt.“ Der Präsident warnt davor, notwendige Infrastruktur aus ideologischen oder emotionalen Gründen grundsätzlich abzulehnen: „Man kann nicht mehr und billigeren Strom verlangen und gleichzeitig jedes Wasser-, Wind- und sonstige Kraftwerk und jede neue Leitung verhindern. Wer A sagt, muss auch B sagen. Alles andere ist frommer Selbstbetrug.“ 

Besonders für Kärntens Betriebe gehe es um weit mehr als weltanschauliche Grundsatzfragen. Versorgungssicherheit und leistbare Energie seien heute harte Standortfaktoren. „Unternehmen investieren dort, wo sie langfristig auf eine sichere und günstige Energieversorgung vertrauen können. Fehlt diese Perspektive, gefährden wir Arbeitsplätze, Wertschöpfung und unseren Wohlstand. Und dieser Prozess ist bereits im Gang.“ 

Mandl betont ausdrücklich, dass jedes Infrastrukturprojekt sorgfältig geprüft werden müsse und die Anliegen der betroffenen Bevölkerung ernst zu nehmen seien. Eine pauschale Ablehnung sämtlicher Projekte könne jedoch keine Lösung sein. „Niemand verlangt, dass jedes Projekt kritiklos akzeptiert wird. Aber wir brauchen als Gesellschaft wieder die Bereitschaft, Verantwortung für das große Ganze zu übernehmen. Die Energiewende besteht nicht nur aus Sonntagsreden. Sie braucht auch Leitungen, Umspannwerke und Kraftwerke.“ 

Mandls Appell vor der Bürgerversammlung fällt deshalb deutlich aus: „Wir müssen uns entscheiden. Wollen wir Versorgungssicherheit, Klimaschutz und einen starken Wirtschaftsstandort, dann brauchen wir den Mut, die dafür notwendige Infrastruktur zu ermöglichen. Wer hingegen alles verhindern will, darf sich am Ende nicht wundern, wenn Energie teurer wird, Investitionen ausbleiben und Wohlstand verloren geht. Vernunft bedeutet, Zusammenhänge anzuerkennen – auch dann, wenn sie unbequem sind.“

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