KI und Cybersicherheit: Förder- und Qualifizierungsimpulse für Kärntner Unternehmen
Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Unternehmen aller Branchen. Gleichzeitig bleibt Cybersicherheit eine zentrale Voraussetzung für den sicheren Einsatz digitaler Technologien. Mit gezielten Fördermaßnahmen, einem starken Ausbau der KI- Beratungsangebote sowie dem KI-Day im Mai und der Cyber Security Night im November setzen die Wirtschaftskammer Kärnten und das Wirtschaftsreferat des Landes klare Schwerpunkte, um Betriebe praxisnah auf die digitale Zukunft vorzubereiten.
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Digitale Technologien und insbesondere Künstliche Intelligenz eröffnen Unternehmen neue Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung und Automatisierung sowie zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. Ob im Kundenservice, in der Produktion, im Marketing oder in administrativen Prozessen: KI-Anwendungen werden künftig über Sein oder Nichtsein entscheiden! Damit Unternehmen diese Potenziale gezielt nutzen können, sind Know-how, Orientierung und praxisnahe Unterstützung erforderlich.
Förderungen 2026: KI im Mittelpunkt
Die Wirtschaftskammer Kärnten unterstützt Kärntner Betriebe bereits mit einem umfassenden Maßnahmenpaket zur Digitalisierung. Dieses wird nun gemeinsam mit dem Wirtschaftsreferat des Landes gezielt ausgebaut – mit einem klaren Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz. „Die digitale Transformation bietet enorme Chancen – insbesondere durch Künstliche Intelligenz. Entscheidend ist, dass Unternehmen diese Technologien sinnvoll, verantwortungsvoll und wirtschaftlich einsetzen“, betont DI Martin Zandonella, Obmann der Fachgruppe UBIT in der Wirtschaftskammer Kärnten. Beim Thema Künstliche Intelligenz stehen viele Betriebe allerdings oft noch vor großen Herausforderungen. „Oft fehlt ein solides Grundverständnis, der konkrete Nutzen für den eigenen Betrieb ist nicht sofort greifbar oder es mangelt an den richtigen Expert:innen. Hinzu kommen Unsicherheiten bei der Zusammenarbeit mit Forschung und Start-ups, beim Finden passender Partner:innen oder beim Zugang zu Rechenleistung“, erklärt Zandonella und führt weiter aus. „Genau hier setzen wir mit unseren Förderungen und Qualifizierungsmaßnahmen an.
Wir begleiten Unternehmen, vernetzen die richtigen Akteur:innen und unterstützen dabei, aus Ideen konkrete Anwendungen zu machen – inklusive gezielter Unterstützung durch Fördermöglichkeiten, mit denen der Einstieg in KI jetzt noch leichter wird.“ betont Zandonella. Der richtige Einsatz von Künstlicher Intelligenz wirkt wie ein Produktivitäts-Turbo für Unternehmen. Zandonella: „Wiederkehrende Prozesse benötigen um bis zu 60 Prozent weniger Zeit, Fehlerquoten – etwa in der Produktion – sinken um bis zu 70 Prozent und die Entwicklungszeit neuer Produkte verkürzt sich um bis zur Hälfte.“
KI-Umsetzungsförderung
Mit der in Kürze startenden, gemeinsam von der Wirtschaftskammer Kärnten und dem Wirtschaftsreferat des Landes finanzierten KI-Umsetzungsförderung werden Unternehmen dabei unterstützt, konkrete KI-Lösungsvorschläge zu erarbeiten und umzusetzen. Pro Mitglied werden sechs Beratungsstunden zu 100 Prozent von der WK Kärnten und Land Kärnten gefördert, darunter zwei Stunden zur Ausarbeitung eines konkreten Use Cases (Potenzialanalyse) sowie vier Stunden zur Umsetzung eines einfachen Prototyps. Die Beratung erfolgt durch ausgewiesene Expert:innen der Fachgruppe UBIT. Insgesamt können rund 50 Projekte umgesetzt werden. Ergänzend kommt künftig ein KI-Förderkompass zum Einsatz, der Unternehmen dabei unterstützt, rasch und zielgerichtet passende Förderinstrumente zu finden. Zandonella: „Dieser ist ein KI-gestützter Chatbot, der auf der WKK-Webseite eingebunden wird und Unternehmen bei der Suche nach passenden Förderungen unterstützt. Nutzer:innen beschreiben kurz ihr Vorhaben und stellen Fragen. Der Förderbot analysiert diese Angaben anhand definierter Quellen (Webseiten, PDFs, Datenbanken) und schlägt die am besten geeigneten Förderungen vor – inklusive Kurzbeschreibung, weiterführender Links und zuständiger Ansprechpersonen.“
Cybersecurity als wichtige Ergänzung
Neben dem KI-Schwerpunkt bleibt auch das Thema Cybersicherheit Teil des Maßnahmenpakets. Cyberangriffe sind in Österreich keine Ausnahme mehr: Laut der EY-Cybersecurity-Studie aus dem Jahr 2025 berichten 32 Prozent der Unternehmen von konkreten Angriffen auf Netzwerke oder Daten in den letzten fünf Jahren. Das entspricht einem Plus von zehn Prozent gegenüber 2024. Netzwerke werden ausspioniert, Daten verschlüsselt oder ganze IT-Systeme lahmgelegt – mit teils erheblichen wirtschaftlichen Folgen. Sichere digitale Strukturen bilden daher die Basis für den erfolgreichen Einsatz von KI und anderen Zukunftstechnologien. Mit dem Inkrafttreten des Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetzes 2026 (NISG 2026) wird Cybersicherheit endgültig zur unternehmerischen Pflichtaufgabe. Das Gesetz setzt die NIS-2-Richtlinie ab Oktober 2026 um und erweitert den Anwendungsbereich erheblich. Betroffen sind dann nicht mehr nur Betreiber kritischer Infrastrukturen, sondern auch Tausende Unternehmen mittlerer Größe aus gesellschaftlich relevanten Sektoren wie Industrie, Gesundheit oder digitale Infrastruktur. Auch Lieferketten rücken stärker in den Fokus, sodass selbst kleine und Kleinstunternehmen indirekt betroffen sein können.
NIS2-Beratungsförderung
Die NIS2-Beratungsförderung wird ebenfalls gemeinsam von der Wirtschaftskammer Kärnten und dem Wirtschaftsreferat des Landes getragen und zu 100 Prozent gefördert. Sie unterstützt Unternehmen dabei, sich gezielt auf die neuen gesetzlichen Anforderungen im Bereich Cybersicherheit vorzubereiten. Die NIS2-Richtlinie stellt eine umfassende Weiterentwicklung der bisherigen Vorgaben zur Netz- und Informationssicherheit dar. Die Wirtschaftskammer Kärnten und das Wirtschaftsreferat des Landes bieten dazu bis zu zehn Beratungsstunden an, die zu 100 Prozent gefördert werden. Diese umfassen eine rechtliche Abklärung, ob ein Unternehmen unter die NIS2-Pflicht fällt, einen technischen Check zur Identifikation notwendiger Sicherheitsmaßnahmen sowie eine Governance- und Organisationsberatung zu Sicherheitsanforderungen und zum Risikomanagement.
Neue Chancen für Wachstum und Innovation
„Die Digitalisierung eröffnet enorme Chancen für Wachstum und Innovation. Gleichzeitig gibt es in einem so dynamischen Umfeld auch sehr viel Neuland für unsere Betriebe und Herausforderungen, die es zu bewältigen gibt, wie zum Beispiel das NIS-Gesetz. Umso wichtiger ist es, sie dabei gezielt zu unterstützen. Das stärkt nicht nur den Standort, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen“, betont Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig. „Mit dem gemeinsam geschnürten Digitalisierungspaket setzen wir nun weitere, gezielte Maßnahmen in strategisch enorm wichtigen Bereichen wie Cybersecurity und KI-Entwicklung“, so Schuschnig. Insbesondere der KI-Förderkompass stelle laut Schuschnig ein wichtiges Service für Unternehmen bei Förderanliegen aller Art dar: „Aber auch die Entwicklungsförderung von KI-Prototypen, die Betriebe bei der Implementierung von KI-Anwendungen unterstützt, halte ich im Hinblick auf die aktuellen technologischen Veränderungen für enorm wichtig.“
Qualifizierung und Vernetzung
Das Maßnahmenpaket wird durch gezielte Veranstaltungsformate wie den KI-Day am 5. Mai 2026, dem Digital Service Day (14. April und 7. Oktober) sowie der Cyber Security Night am 10. November abgerundet. Diese bieten Unternehmer:innen aktuelle Einblicke, Best Practices und konkrete Umsetzungshilfen.
Durch die Kooperation mit der Universität Klagenfurt wird zudem der Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis gestärkt. Unternehmen haben die Möglichkeit, gemeinsam mit Studierenden innovative Lösungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Robotics zu entwickeln. So erhalten sie einen niederschwelligen Zugang zu wissenschaftlichem Know-how und qualifizierten Nachwuchskräften.
Zukunftsfit durch den digitalen Wandel
Das übergeordnete Ziel all dieser Maßnahmen ist klar: Kärntner Unternehmen sollen nicht nur gesetzeskonform, sondern vor allem wettbewerbsfähig und zukunftsfit durch den digitalen Wandel geführt werden. In Summe stellen die Wirtschaftskammer Kärnten und das Wirtschaftsreferat des Landes gemeinsam 200.000 Euro für diese Förder- und Qualifizierungsmaßnahmen zur Verfügung. „Damit setzen wir gemeinsam ein starkes Signal für eine gezielte, niederschwellige und praxisnahe Unterstützung der Kärntner Unternehmen im digitalen Wandel“, so Zandonella abschließend.