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© WKK | Hannes Krainz

KLAMOUR für mehr Leben in der Innenstadt

Rund 70 Unternehmer:innen kamen zum gestrigen WK-Wirtschaftsstammtisch. Im Mittelpunkt standen KLAMOUR, mehr Innenstadt-Frequenz und klare Standortsignale.

Lesedauer: 4 Minuten

Aktualisiert am 03.09.2026

Leere Geschäftslokale am Alten Platz, sinkende Frequenz und eine angespannte Stimmung in vielen Betrieben. Die Herausforderungen für die Klagenfurter Innenstadt sind sichtbar. Gerade deshalb setzt die Stadt Klagenfurt gemeinsam mit dem Stadtmarketing, den Betrieben und der WK-Bezirksstelle auf konkrete Maßnahmen. Beim Wirtschaftsstammtisch im Hotel Sandwirth wurde die zweite Auflage von KLAMOUR vorgestellt. Nach dem erfolgreichen Auftakt im Frühjahr wird die Innenstadt vom 15. bis 31. Oktober 2026 erneut zur Bühne für Mode, Beauty, Lifestyle, Genuss und besondere Einkaufserlebnisse.  

Möglich wird die Fortsetzung durch ein Sonderbudget von Wirtschaftsstadtrat Julian Geier. Interessierte Betriebe können sich weiterhin beim Stadtmarketing Klagenfurt melden und sich mit eigenen Programmpunkten einbringen – vom Styling- oder Beauty-Special über Workshops, Konzerte und Dinner bis hin zu Jungweinverkostungen, Gansl- oder Wildabenden. Entscheidend ist nicht die Größe der Aktion, sondern dass sie zum jeweiligen Betrieb passt und Kund:innen einen zusätzlichen Anlass für einen Innenstadtbesuch bietet. WK-Präsident Jürgen Mandl betonte die Bedeutung solcher Initiativen: „Innenstädte leben nicht von Konzeptpapieren, sondern von Unternehmer:innen, die jeden Tag aufsperren, investieren und ihre Kund:innen begeistern. KLAMOUR zeigt, was möglich ist, wenn Stadt, Wirtschaftskammer, Stadtmarketing und Betriebe gemeinsam an einem Strang ziehen. Genau solche Formate braucht es, um Frequenz zu schaffen und den Standort sichtbar zu stärken.“ 

Stimmung der Betriebe bleibt angespannt

Der große Zuspruch zum Wirtschaftsstammtisch zeigt einmal mehr, wie groß der Gesprächsbedarf und der Wunsch nach Austausch unter den Unternehmer:innen in Klagenfurt ist. Nach den Sommergesprächen mit WK-Präsident Mandl war es bereits die dritte Netzwerkveranstaltung der WK-Bezirksstelle Klagenfurt innerhalb weniger Wochen, die mit rund 70 Teilnehmer:innen ausgebucht war.  

Dass dieser Austausch notwendig ist, zeigen auch die Ergebnisse des aktuellen Klagenfurter Wirtschaftsbarometers der WK-Bezirksstelle. 206 Unternehmer:innen beteiligten sich daran. Fast 41 Prozent berichten von gesunkenen Umsätzen, bei beinahe 49 Prozent hat sich die Auftragslage verschlechtert und rund 43 Prozent haben ihr Investitionsvolumen reduziert. Die Unternehmensfreundlichkeit von Politik und Verwaltung in Klagenfurt wurde nach dem Schulnotensystem im Durchschnitt mit 3,98 bewertet. Mehr als 70 Prozent beurteilen das Handeln von Politik und Verwaltung negativ. „Diese Zahlen sind kein abstraktes Stimmungsbild. Dahinter stehen Betriebe, die Arbeitsplätze sichern, Mieten zahlen, investieren wollen und Tag für Tag Verantwortung übernehmen“, sagt WK-Bezirksstellenobmann Franz Ahm. „Wir versuchen seit Monaten, dieses Signal an die Politik weiterzugeben. Teilweise gelingt das, teilweise stoßen wir noch immer auf zu wenig Verständnis. Klar ist: Wer die Innenstadt stärken will, muss die Betriebe ernst nehmen.“ 

Mehr Mittel für den Wirtschaftsstandort gefordert

Aus Sicht der Wirtschaftskammer benötigt Klagenfurt neben einzelnen Projekten auch ein grundsätzlich stärkeres Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort. Die Klagenfurter Unternehmen leisten jährlich rund 60 Millionen Euro Kommunalsteuer. Im Vorjahr flossen jedoch lediglich 121.600 Euro in Form von Wirtschaftsförderungen zurück. Für Ahm ist dieses Verhältnis nicht nachvollziehbar. „Unsere Betriebe finanzieren diese Stadt in hohem Ausmaß mit. Wenn aber von rund 60 Millionen Euro Kommunalsteuer nur ein Bruchteil direkt in Wirtschaftsförderungen zurückfließt, dann passt das Verhältnis nicht. Wir brauchen keine Sonntagsreden über die Bedeutung der Wirtschaft, sondern Maßnahmen, die Frequenz schaffen, Betriebe unterstützen und Menschen in die Stadt bringen.“ 

KLAMOUR ist ein Beispiel dafür, wie mit vergleichsweise wenigen Mitteln konkrete Impulse gesetzt werden können. Bereits im Frühjahr beteiligten sich 35 Innenstadtbetriebe mit eigenen Ideen, Aktionen und Veranstaltungen an der ersten Ausgabe. Im Herbst wird nun daran angeknüpft. „Gerade angesichts der Leerstände und der Diskussion über die Zukunft der Innenstadt braucht es Formate, die Kund:innen wieder neugierig machen. KLAMOUR ist dafür ein wichtiger Baustein. Es bringt Betriebe vor den Vorhang, schafft Erlebnisse und zeigt, dass die Innenstadt mehr kann, wenn man ihr die Chance dazu gibt“, betont Ahm. 

Die WK-Bezirksstelle Klagenfurt wird den Austausch mit den Betrieben auch in den kommenden Monaten intensiv fortsetzen. Ziel ist es, die Anliegen der Unternehmerschaft konsequent an die Stadtpolitik heranzutragen und gleichzeitig gemeinsam mit Partnern konkrete Projekte zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes umzusetzen.

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