Künstliche Intelligenz ist längst in der Realität der Kärntner Wirtschaft angekommen
Künstliche Intelligenz ist längst im betrieblichen Alltag angekommen und ein zentraler Wettbewerbsfaktor. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde gezeigt, wie Kärntner Betriebe bei der Umsetzung unterstützt werden. Der KI-Day 2026 bündelt dieses Wissen, bietet Zugang zu Expert:innen und macht die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Forschung und öffentlicher Hand sichtbar – mit dem Ziel, Kärnten als innovativen Standort zu stärken.
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Künstliche Intelligenz (KI) verändert Geschäftsmodelle, steigert Effizienz und eröffnet neue Möglichkeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Kundenservice über Produktion bis hin zu Marketing und Verwaltung. Gleichzeitig wächst der Druck auf Unternehmen, diese Technologien rasch und gezielt einzusetzen, um im Wettbewerb zu bestehen. „Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz gewinnt in der österreichischen Wirtschaft zunehmend an Dynamik. 31 % der Gesamtwirtschaft nutzt die KI aktiv." Besonders häufig kommt KI bei Recherche, Textgenerierung und Übersetzungen zum Einsatz. Gleichzeitig zeigen sich Herausforderungen wie fehlende Fachkompetenzen, rechtliche Unsicherheiten und Datenschutzfragen“, unterstrich Martin Zandonella, Obmann der Fachgruppe UBIT, bei der heutigen Pressekonferenz anlässlich des KI Day 2026.
Praktische Umsetzung
Für Zandonella liegt der zentrale Erfolgsfaktor dabei klar auf der praktischen Anwendung im Betrieb: „KI bringt nur dann etwas, wenn sie im Unternehmen tatsächlich ankommt – genau dabei unterstützen wir die Betriebe.“ Zahlreiche Unternehmen haben sich bereits intensiv mit den Möglichkeiten von KI auseinandergesetzt, stehen jedoch häufig vor ähnlichen Herausforderungen: fehlendes Know-how, unklare Anwendungsfälle, Unsicherheiten hinsichtlich des konkreten Nutzens sowie steigende Anforderungen im Bereich Sicherheit – etwa durch den AI Act der EU und Vorgaben im Zusammenhang mit der DSGVO.
Genau hier setzt die Wirtschaftskammer Kärnten mit konkreten Maßnahmen an. „Unser Ziel ist es, Unternehmen vom Denken ins Tun zu bringen. Mit gezielten Förderungen, klaren Leitlinien und praxisnahen Angeboten schaffen wir die Grundlage dafür, dass KI nicht nur diskutiert, sondern auch umgesetzt wird“, so Zandonella. Ein zentrales Instrument ist dabei die KI-Umsetzungsförderung, die Betriebe dabei unterstützt, konkrete Anwendungen zu realisieren. Ergänzend bietet die Wirtschaftskammer Orientierung durch KI-Guidelines – sowohl in rechtlicher als auch in praktischer Hinsicht – sowie durch Serviceangebote und Plattformen, die den Einstieg erleichtern.
Welches Potenzial in der richtigen Anwendung von KI steckt, zeigt sich deutlich im betrieblichen Alltag: Durch den gezielten Einsatz können Zeitersparnisse von bis zu 60 Prozent erzielt, Fehler deutlich reduziert und Entwicklungsprozesse wesentlich beschleunigt werden. Dass Künstliche Intelligenz bereits heute ein wesentlicher Treiber wirtschaftlicher Entwicklungen ist, belegen auch aktuelle Analysen. Zandonella: „Das aktuelle Konjunkturradar international der WKÖ zeigt, dass sich die Weltwirtschaft trotz geopolitischer Spannungen und Unsicherheiten weiterhin relativ stabil entwickelt. Gleichzeitig tragen steigende Investitionen in Künstliche Intelligenz maßgeblich zum weltweiten Wachstum bei und steigern die Produktivität. Damit wird deutlich, dass KI nicht nur Innovation ermöglicht, sondern zunehmend auch ein entscheidender Faktor für Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Standorten ist.“
Informatik und KI in der AHS-Oberstufe
Um diese Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, braucht es qualifizierte Fachkräfte. Diese können jedoch nur dann ausreichend am Markt verfügbar sein, wenn gezielt in Bildung und Kooperationen investiert wird. Die aktuellen Entwicklungen im Bildungsbereich bewertet Zandonella daher als wichtigen Fortschritt: „Mit der politischen Entscheidung für ein eigenständiges Schulfach „Informatik und KI“ in der AHS-Oberstufe sehen wir als Fachgruppe UBIT eine langjährige Forderung umgesetzt, um junge Menschen frühzeitig und fundiert auf die Anforderungen der digitalen Lebens- und Arbeitswelt vorzubereiten. Nur durch einen didaktisch optimierten und fachlich vertieften Informatikunterricht – von der Logik über KI bis hin zur Cybersicherheit – kann langfristig der Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften gedeckt werden.“
Ergänzend dazu spielen praxisnahe Kooperationen eine entscheidende Rolle. Zandonella betont: „Besonders die Zusammenarbeit der Wirtschaftskammer mit der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt in der Informatik-Werkstatt oder im Studiengang ,Robotics & Artificial Intelligence‘ zeigt, wie erfolgreich die Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft funktionieren kann. Studierende arbeiten im Rahmen von Bachelorarbeiten direkt an konkreten Unternehmensfragestellungen und sammeln so wertvolle Praxiserfahrung. Gleichzeitig profitieren Betriebe frühzeitig von innovativen Lösungsansätzen und können potenzielle Fachkräfte bereits während der Ausbildung kennenlernen.“ Diese Kombination aus gestärkter schulischer Basisbildung und gezielter Vernetzung mit Hochschulen bildet aus seiner Sicht ein zukunftsweisendes Modell zur Fachkräftesicherung. Sie trägt dazu bei, den steigenden Bedarf an qualifizierten IT-Expertinnen und -Experten nachhaltig zu decken und den Wirtschaftsstandort langfristig wettbewerbsfähig zu halten.
KI Förderung von Land Kärnten und Wirtschaftskammer
Parallel dazu gewinnt die Bedeutung von KI-Systemen für die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes zunehmend an Gewicht. Durch ihren gezielten Einsatz können Betriebe ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken, Innovationen vorantreiben und neue Potenziale erschließen. Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig betont in diesem Zusammenhang die Relevanz einer gemeinsamen Unterstützung entsprechender Initiativen, um Unternehmen bestmöglich bei der Umsetzung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz zu begleiten. Dabei kommt der engen Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Forschung eine zentrale Rolle zu. Nur durch gezielte Fördermaßnahmen und praxisnahe Unterstützungsangebote kann das volle Potenzial von KI nachhaltig genutzt werden. Initiativen wie der KI-Day leisten hierzu einen wichtigen Beitrag, indem sie Wissen bündeln, den Austausch fördern und konkrete Anwendungsbeispiele für die betriebliche Praxis sichtbar machen. „Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr. KI ist bereits fester Bestandteil des Alltages und entwickelt sich auch zunehmend zu einem zentralen Motor für wirtschaftlichen Erfolg.
Automatisierte Prozesse und KI-Anwendungen sind für unsere Unternehmen weit mehr als ein Nice-to-have – sie sind quer durch alle Branchen ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Hier müssen wir am Ball bleiben und dürfen Entwicklungen nicht verschlafen“, so Schuschnig. Gemeinsam haben das Land und die Wirtschaftskammer Kärnten daher bereits zu Jahresbeginn eine KI-Förderung präsentiert, die Unternehmen bei der Implementierung Künstlicher Intelligenz im Unternehmensprozess unterstützen soll. „Mit dem KI-Day 2026 setzen wir nun den nächsten Schritt und weiten das Angebot für unsere Unternehmen aus. Die KI-Förderung wird verlängert und als neues Service steht ab sofort der Förderkompass (www.foerder-kompass.at) zur Verfügung. Wir schaffen damit eine Plattform für Austausch und Information. Denn gerade im Themenfeld KI ist es entscheidend aktuelle Trends und Entwicklungen zu kennen und für das eigene Unternehmen einzuordnen“, so der Landesrat.
Daher haben die Wirtschaftskammer und das Land auch beschlossen, die KI-Förderung zu verlängern. Zudem steht mit dem Förderkompass ab sofort ein neues Service zur Verfügung. Der Förder-Kompass der Wirtschaftskammer Kärnten ist eine digitale Orientierungshilfe, die Unternehmen dabei unterstützt, rasch passende Fördermöglichkeiten für ihre Vorhaben zu finden. Derzeit liegt der Fokus auf Angeboten des Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds (KWF), wobei das Service laufend erweitert werden soll, um künftig auch weitere österreichische Förderstellen einzubinden. Das Tool richtet sich an Betriebe aller Größen – von Start-ups bis hin zu etablierten Unternehmen – und erleichtert die erste Einschätzung in der oft komplexen Förderlandschaft.
BABEG: KI als zentraler Treiber für Innovation
Auch für Landeshauptmann Daniel Fellner, zuständig für die Agenden Forschung, Entwicklung, Digitalisierung und Technologie, und die BABEG ist Künstliche Intelligenz ein zentraler Treiber für Innovation und wirtschaftliche Entwicklung. Sie stärkt die Wettbewerbsfähigkeit, eröffnet neue Marktchancen und trägt wesentlich dazu bei, den Standort Kärnten nachhaltig zukunftsfit zu machen. „Kärnten verfügt über ein exzellentes Forschungsumfeld für die digitale Transformation. Mit Einrichtungen wie dem Lakeside Science & Technology Park, dem High Tech Campus Villach, der Universität Klagenfurt, der Fachhochschule Kärnten sowie starken außeruniversitären Forschungseinrichtungen arbeiten Wirtschaft und Wissenschaft eng und erfolgreich zusammen“, unterstreicht Martina Eckerstorfer, Geschäftsführerin von DIH-Süd und Projektmanagerin bei der BABEG. Ziel sei es, Forschung und Entwicklung gezielt weiter auszubauen, um bei Zukunftsthemen wie Künstlicher Intelligenz und Datenanalyse nicht nur mitzuhalten, sondern eine führende Rolle einzunehmen.
Als Standortagentur des Landes Kärnten übernimmt die BABEG eine zentrale Rolle beim Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Gemeinsam mit Forschungseinrichtungen und Innovationspartnern treibt sie Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz aktiv voran und sorgt dafür, dass neue Erkenntnisse rasch in die betriebliche Praxis überführt werden. Dabei spielen insbesondere angewandte Forschung und der Technologietransfer eine entscheidende Rolle für nachhaltige Innovationsprozesse. Mit dem Digital Innovation Hub Süd steht kleinen und mittleren Unternehmen ein leistungsstarkes Netzwerk zur Verfügung, um neue Technologien kennenzulernen, zu erproben und gezielt in Geschäftsprozesse zu integrieren. Der DIH SÜD unterstützt KMU dabei, digitale Kompetenzen aufzubauen und die Potenziale von Künstlicher Intelligenz konkret zu nutzen – von ersten Anwendungsfällen bis hin zur strategischen Transformation.
„Künstliche Intelligenz eröffnet große Chancen, verändert aber auch Geschäftsmodelle grundlegend. Genau hier setzen wir an: Beim KI-Day zeigen wir gemeinsam mit der Universität Klagenfurt, wie tiefgreifend diese Veränderungen bereits sind und wie Unternehmen darauf strategisch reagieren können“, so Eckerstorfer. „Unser Ziel ist es, insbesondere KMU dabei zu unterstützen, diese Dynamik aktiv zu gestalten und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.“
KI im Fokus der KWF-Schwerpunkte 2026
Auch der Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds (KWF) setzt 2026 einen klaren Schwerpunkt auf die wirksame Förderung von Innovationen und rückt dabei Künstliche Intelligenz gezielt in den Fokus. KWF-Vorstand Roland Waldner: „Künstliche Intelligenz entwickelt sich zu einem zentralen Zukunftsthema für die Kärntner Wirtschaft. Mit unserem neuen KWF-Produkt knüpfen wir genau daran an: Wir bieten einen gezielten Impuls, damit Unternehmen die Potentiale von KI nutzen, ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und sich frühzeitig für die kommenden Anforderungen positionieren. Im Fokus unserer Förderung stehen die Identifikation und Entwicklung von konkreten Anwendungsfelder für KI sowie die Umsetzung entsprechender Lösungen in den Betrieben. Der gezielte Einsatz von KI in relevanten Unternehmensprozessen soll langfristig einen Mehrwert für die Kärntner Unternehmen schaffen.“
Mit einem neuen Förderprodukt werden Unternehmen vom KWF unterstützt, KI konkret in ihre Unternehmensprozesse zu integrieren – von der Entwicklung individueller Use Cases über die Auswahl geeigneter Lösungen bis hin zur Umsetzung im Betrieb. Bereits im Vorfeld können Unternehmen über das Programm „Strategie.IMPULS“ erste Schritte setzen und gemeinsam mit externer Beratung eine KI-Roadmap entwickeln, um Potenziale systematisch zu identifizieren und konkrete Projekte vorzubereiten. Waldner ergänzt: „Mit unserem neuen KI-Produkt können sich Unternehmen vertiefend mit der Anwendung von KI in ihrem Unternehmen beschäftigen, um zukünftig weiterhin wettbewerbsfähig zu sein und von den Potentialen der Digitalisierung zu profitieren. Konkrete Use Cases können für den Einsatz von KI in Unternehmensprozessen im Detail erarbeitet, getestet und umgesetzt werden.“
Der KI-Day 2026 zeigt, wie eng Wirtschaft, Forschung und öffentliche Hand in Kärnten zusammenarbeiten, um den digitalen Wandel aktiv zu gestalten. Er bringt führende Köpfe aus Wissenschaft, Wirtschaft und Bildung zusammen und macht sichtbar, welches Innovationspotenzial bereits im Bundesland vorhanden ist. Damit wird ein klares Signal gesetzt: Kärntens Betriebe sollen nicht nur mit der technologischen Entwicklung Schritt halten, sondern diese aktiv mitgestalten – und die Chancen der Künstlichen Intelligenz gezielt für ihren Erfolg nutzen.