Lehrlinge als APP-Entwickler erfolgreich
Beim 6. Kärntner Lehrlingshackathon stellten 43 Lehrlinge ihr digitales Können unter Beweis. Die besten App-Projekte wurden gestern auszgezeichnet.
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Was 2021 mit einer mutigen Idee begann, hat sich mittlerweile zu einem erfolgreichen Format in der Kärntner Lehrlingsausbildung entwickelt. Mit seiner sechsten Auflage setzte der Lehrlingshackathon der Wirtschaftskammer Kärnten heuer diese Erfolgsgeschichte fort und zeigte einmal mehr, dass Digitalisierung längst nicht mehr nur Sache von IT-Spezialisten ist.
Von der Idee zur App in nur einem Tag
43 Lehrlinge aus neun Kärntner Betrieben stellten sich der Herausforderung, innerhalb eines einzigen Arbeitstages eine eigene App zu entwickeln. Gemeinsam wurde überlegt, getüftelt und programmiert. Das Ergebnis waren 18 App-Projekte mit praktischen Lösungen für den Berufsalltag und alltägliche Herausforderungen. Neben technischem Geschick waren dabei vor allem Kreativität, Teamgeist und die Bereitschaft gefragt, Neues auszuprobieren. Je nach Vorkenntnissen traten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in drei Kategorien an: „Rookies“ ohne Programmiererfahrung, „Professionals“ mit technischen Vorkenntnissen und „Experts“ aus IT-Lehrberufen. Einheitliche technische Werkzeuge sorgen dabei für vergleichbare Wettbewerbsbedingungen.
Digitale Talente aus allen Lehrberufen
Besonders beeindruckt zeigte sich Martin Zandonella, Fachgruppenobmann der Fachgruppe UBIT: „Hier entwickeln Lehrlinge aus völlig unterschiedlichen Berufen gemeinsam digitale Lösungen. Viele von ihnen haben zuvor noch nie programmiert und präsentieren am Ende des Tages bereits eine funktionierende App. Das zeigt, wie viel Potenzial in unserer dualen Ausbildung steckt. Umso wichtiger ist es, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Talente zu entfalten, Neues auszuprobieren und über sich hinauszuwachsen.“
Eine Fachjury bewertete die entwickelten Apps nach Kriterien wie Benutzerfreundlichkeit, Design, Innovation und technischer Umsetzung. Gemeinsam mit Marc Gfrerer (UBIT-Berufsgruppensprecher IT und Mitglied der Jury), Felix Franz, Lehrlingssprecher vom Landesgremium Kärnten des Versand-, Internet- und allgemeinen Handels und Alexander Kuess, GF der Sparte Industrie, überreichte Zandonella die Preise an die besten Teams. Gfrerer: „Für uns als Jury war spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Teams an ihre Aufgaben herangegangen sind. Entscheidend war nicht nur die Idee, sondern auch, wie gut sie technisch umgesetzt wurde und welchen Nutzen die App im Alltag bringen kann. Die Ergebnisse zeigen, dass die Lehrlinge nicht nur kreativ denken, sondern auch ein gutes Gespür für digitale Lösungen haben.“
Erneut die Jury überzeugt
Über einen besonderen Erfolg durfte sich Peter Funder von der Treibacher Industrie AG freuen: Bereits im Vorjahr holte er gemeinsam mit Katharina Paletti mit der Medikamenten-Erinnerungs-App „ReMedi“ den ersten Platz in der Kategorie „Professionals“. Heuer gelang ihm gemeinsam mit Dennis Povoden erneut der Sprung auf das oberste Siegertreppchen. Mit ihrer App „ScamShield“, die vor digitalen Betrugsversuchen schützt, überzeugten sie die Jury ein weiteres Mal.
Kärntens beste App-Ideen auf dem Weg zum Bundesbewerb
Für die Gewinnerteams und die Zweitplatzierten geht die Reise weiter: Sie vertreten Kärnten beim Bundeslehrlingshackathon – die besten Projekte werden am 17. November in Wien im Palais Eschenbach der Öffentlichkeit präsentiert.
Gewinner Level Rookies (Lehrlinge ohne Programmiererfahrung)
1. Platz: Alina Obereder und Leonie Rautz (Kelag) holten sich mit „Kelag first home“ den ersten Platz. Das ist eine App, die junge Menschen beim Einzug in die erste eigene Wohnung unterstützt.
2. Platz: Leonie Duckhorn, Romana Koch und Valentina Fally (SPAR Österreich) überzeugten die Jury mit ihrer „YoungSPAR“-App. Diese soll die Kommunikation mit Lehrlingsbeauftragten und Marktleitern erleichtern.
3. Platz: „LifeLine - Erste Hilfe App“ brachte Matthias Rumpler und Mia Smech (Wirtschaftskammer Kärnten) den dritten Platz.
Gewinner Level Professionals (Lehrlinge aus technischen Berufen)
1. Platz: Dennis Povoden und Peter Funder (Treibacher Industrie AG) überzeugten mit "ScamShield" die Jury. Diese ist eine einfach verständliche Sicherheits-App, die Nutzer vor digitalen Betrugsversuchen schützt.
2. Platz: Emma Masic und Marcel Groicher (Springer Maschinenfabrik) kreierten „Check and GO" – eine App, die bei der sicheren Vorbereitung und Bedienung von Maschinen unterstützt.
3. Platz: Leonie Nina Barczuk und Nico Naschenweng (Lagermax) sicherten sich den dritten Platz mit „Lagermanager“.
Gewinner Level Experts (Lehrlinge der IT-Berufe)
1.Platz: Fabian Keil und Ilija Grgic (addIT) stiegen mit „ShareCycle“ auf das Siegertreppchen. Diese App fördert Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und gemeinschaftliches Teilen.
2. Platz: Alexandra Themel, Anja Schatz und Chiara Katharina Karner (Mondi Frantschach) gingen mit „Shift Pilot", die Schichtplanung digitalisiert und vereinfacht, an den Start.
3. Platz: Alexander Sommeregger, Melissa Avdic und Pascal Greibl (Infineon Technolgies Austria) mit „Planet Care", einer smarten Erinnerungs-App für die Pflanzenpflege.
Sonderauszeichnung Community Star Award
Alex Kaplaner, Lea Kappel und Marco Nuart (Treibacher Industrie AG) überzeugten die Jury mit ihrer App „Intramap“. Diese soll neuen Lehrlingen und Mitarbeitenden helfen, sich im Betrieb besser zurechtzufinden.