Rekorddurchgang bringt Fachkräfte und Betriebe zusammen
28 Mentoring-Tandems, sechs Monate Austausch und neue berufliche Perspektiven: Das Programm „Mentoring für Migrant:innen“ wurde erfolgreich abgeschlossen.
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Ein neuer Job. Das erste Bewerbungsgespräch auf Deutsch. Eine Visitenkarte, die Türen öffnet. Für viele Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten oder ihre berufliche Zukunft in Österreich neu aufbauen, sind es genau diese Momente, die den Unterschied machen. Trotz guter Ausbildung und Berufserfahrung ist der Einstieg in den österreichischen Arbeitsmarkt oft schwierig. Fehlende Netzwerke, ungewohnte Bewerbungsprozesse oder sprachliche Hürden erschweren den Weg in eine qualifikationsadäquate Beschäftigung.
Ein Erfolgsmodell für Integration und Fachkräftesicherung
Genau hier setzt das Programm „Mentoring für Migrant:innen“ an. Das österreichweite Integrationsprojekt wird von der Wirtschaftskammer Österreich, dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) und dem Arbeitsmarktservice Österreich getragen und in Kärnten von der Wirtschaftskammer Kärnten, dem ÖIF-Integrationszentrum Kärnten sowie dem AMS Kärnten umgesetzt. Erfahrene Mentorinnen und Mentoren begleiten qualifizierte Menschen mit Migrationshintergrund sechs Monate lang auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt. Sie vermitteln Kontakte, geben Einblicke in die Arbeitswelt, unterstützen bei Bewerbungen und teilen ihre beruflichen Erfahrungen. Mit dem Abschluss des mittlerweile größten Kärntner Durchgangs konnten heuer 28 Mentoring-Tandems erfolgreich begleitet werden. WK-Präsident Jürgen Mandl unterstreicht die Bedeutung des Programms: „Qualifizierte Fachkräfte sind für Kärntens Betriebe ein entscheidender Erfolgsfaktor. Das Mentoring-Programm zeigt eindrucksvoll, wie durch persönliches Engagement, gelebte Zusammenarbeit und starke Netzwerke wertvolles Potenzial für unseren Wirtschaftsstandort erschlossen werden kann. Es schafft Chancen für Menschen und stärkt gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen.“
Perspektiven durch Beschäftigung
Was erfolgreiche Integration bedeutet, zeigt sich letztlich am Arbeitsmarkt. Für Peter Wedenig, Geschäftsführer des AMS Kärnten, ist das Programm ein gelungenes Beispiel dafür, wie Integration und Arbeitsmarktpolitik erfolgreich ineinandergreifen: „Es ist seit mehreren Jahren ein Paradebeispiel dafür, dass Integration erfolgreich funktioniert, wenn das entsprechende Rüstzeug bereitgestellt wird. Gerade aus Kärntner Sicht – mit Blick auf die demografische Entwicklung und die damit verbundenen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt – sind solche Maßnahmen besonders bedeutend: Sie tragen dazu bei, das Arbeitskräftepotential bestmöglich zu nutzen, potenzielle Arbeitskräfte nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren und langfristig zu binden.“
Chancen schaffen, Potenziale nutzen
Dass Arbeit der Schlüssel zu einer gelungenen Integration ist, zeigt sich auch in den Erfahrungen des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). Martin Häusl, Leiter des ÖIF-Integrationszentrums Kärnten, betont: „Arbeit ist ein wesentlicher Schlüssel für erfolgreiche Integration, weil sie wirtschaftliche Unabhängigkeit schafft und Perspektiven eröffnet. Der ÖIF unterstützt Menschen mit Migrationshintergrund dabei, ihre Qualifikationen am österreichischen Arbeitsmarkt einzubringen, wertvolle Kontakte zu knüpfen und den Berufseinstieg erfolgreich zu meistern. Die Begleitung durch eine Mentorin oder einen Mentor ist hierzu eine wesentliche Unterstützung. Besonders erfreulich ist es, dass in diesem Jahr mit 28 Mentoring-Tandems der bislang umfangreichste Durchgang realisiert werden konnte.“
Nachhaltige Wirkung weit über das Projekt hinaus
Die Erfolge des Mentoring-Programms reichen weit über die sechsmonatige Projektlaufzeit hinaus. Immer wieder finden ehemalige Teilnehmer:innen erst Monate oder sogar ein Jahr nach Projektende eine ihrer Ausbildung entsprechende Beschäftigung. Viele Kontakte zwischen Mentor und Mentees bleiben bestehen und entwickeln sich zu langfristigen beruflichen Netzwerken. In einzelnen Fällen entstehen daraus sogar konkrete Arbeitsverhältnisse. Das zeigt: Das Mentoring endet zwar offiziell mit der Abschlussveranstaltung – seine Wirkung setzt sich jedoch vielfach noch lange danach fort.
Seit dem Start des Programms begleitet „Mentoring für Migrant:innen“ qualifizierte Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund erfolgreich auf ihrem Weg in den österreichischen Arbeitsmarkt. Das Projekt verbindet Integration mit Fachkräftesicherung und schafft einen nachhaltigen Mehrwert – für die Teilnehmenden, für die Betriebe und für den Wirtschaftsstandort Kärnten.
Über das Programm
Mentoring für Migrant:innen“ wurde 2008 von der Wirtschaftskammer Österreich nach kanadischem Vorbild initiiert. Seitdem begleitet es qualifizierte Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund auf ihrem Weg in den heimischen Arbeitsmarkt. Innerhalb von sechs Monaten erhalten die Teilnehmer:innen intensive Unterstützung durch erfahrene Mentor:innen. In Kärnten haben bislang 260 Personen teilgenommen. Viele von ihnen sind heute erfolgreich im Berufsleben angekommen, einige sogar als Unternehmer:innen, die nun ihrerseits als Mentor:innen ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitergeben.