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Handwerk verbindet.
© WKK I Studihorst

Neue Wege ins Baugewerbe

Das Projekt „Handwerk verbindet“ zeigt, wie Integration, Qualifizierung und Fachkräftesicherung im Kärntner Baugewerbe zusammenspielen können.

Lesedauer: 5 Minuten

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Aktualisiert am 23.06.2026

Aus einem Pilotprojekt ist ein Erfolgsmodell geworden. „Handwerk verbindet“. Das zwölfwöchige Projekt startet dieses Jahr bereits in die dritte Runde. Ziel ist es auch heuer, Personen mit Migrationshintergrund an das Baugewerbe heranzuführen und gleichzeitig einen Beitrag zur Ausbildung von Nachwuchskräften in der Branche zu leisten.  „Handwerk verbindet“ wird in Zusammenarbeit von Landesinnung Bau Kärnten, AMS Kärnten, dem Land Kärnten, dem Österreichischen Integrationsfonds, den Kärntner Volkshochschulen, dem IAM – Institut für Arbeitsmigration, der BAUAkademie Kärnten sowie der Gewerkschaft Bau-Holz umgesetzt. Das Programm verbindet Integrationsarbeit mit branchennaher Qualifizierung, eröffnet den Teilnehmer:innen neue berufliche Möglichkeiten und unterstützt die Betriebe bei der Gewinnung künftiger Fachkräfte.  Im Rahmen der diesjährigen Schnuppertage informierten die Projektpartner:innen über bisherige Erfahrungen, aktuelle Entwicklungen und nächste Schritte. 


Handwerk verbindet als Erfolgsmodell für die Kärntner Wirtschaft

Von Beginn an begleitet und unterstützt die Wirtschaftskammer Kärnten das Projekt intensiv. Für WK-Präsident Jürgen Mandl ist Handwerk verbindet ein strategisch wichtiges Instrument im Kampf gegen den Fachkräftemangel: „Die Kärntner Wirtschaft braucht motivierte und gut qualifizierte Arbeitskräfte. Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll,

wie Integration und Fachkräftesicherung Hand in Hand gehen können. Der entscheidende Schritt ist der vom Kursraum in den Betrieb. ‚Handwerk verbindet‘ schafft diese Verbindung und bringt motivierte Menschen direkt mit der Praxis am Bau in Kontakt. Genau solche Modelle brauchen wir, um künftige Fachkräfte frühzeitig zu gewinnen.“ Mandl betont zudem die Bedeutung der engen Verbindung zwischen Ausbildung und betrieblicher Praxis: „Der entscheidende Schritt ist der vom Kursraum in den Betrieb. Genau dort setzt ,Handwerk verbindet‘ an. Die Teilnehmenden sammeln praktische Erfahrungen, und die Betriebe lernen potenzielle Fachkräfte kennen – davon profitieren beide Seiten. Mit Blick auf die Weiterentwicklung des Projekts ergänzt Mandl: „Die Ausweitung auf weitere Gewerke ist eine wichtige Antwort auf die aktuellen Herausforderungen am Arbeitsmarkt. Als Wirtschaftskammer setzen wir uns dafür ein, dass unsere Betriebe auch künftig ausreichend qualifizierte Fachkräfte finden und wettbewerbsfähig bleiben.“

„Jeder Mensch, der in Kärnten eine Ausbildung beginnt, Arbeit findet und sich eine Zukunft aufbauen kann, ist ein Gewinn für unser Land. ‚Handwerk verbindet‘ eröffnet genau diese Chancen und zeigt, wie Integration und Fachkräfteentwicklung erfolgreich zusammenwirken können“, betont Daniel Fellner, Landeshauptmann und Integrationsreferent. Der Erfolg des Projekts liege dabei auch im gemeinsamen Ansatz der Partner: „Hier wird gezeigt, was möglich ist, wenn Wirtschaft, Bildung, Arbeitsmarktpolitik und Integration gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Solche Partnerschaften stärken nicht nur den Arbeitsmarkt, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Kärnten.“

In den Bauhallen der BAUAkademie in Klagenfurt werden Sprachkurse, technische Grundbildung und eine berufsbezogene Ausbildung kombiniert. Die Teilnehmer:innen erhalten Einblicke in die Baustellenrealität, lernen zentrale Begriffe und Abläufe kennen und können erste handwerkliche Erfahrungen sammeln. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, in weitere Berufsfelder wie Holzbau, Malerei, Dachdeckerei und Trockenbau hineinzuschnuppern. Damit verbindet das Programm Integration, Qualifizierung und konkrete Anschlussmöglichkeiten in Ausbildung und Beschäftigung. 

Wenn aus Theorie Praxis wird

Auch aus Sicht der Kärntner Wirtschaft kommt es vor allem auf den direkten Übergang an. „Der entscheidende Schritt ist der vom Kursraum in den Betrieb. ‚Handwerk verbindet‘ schafft diese Verbindung und bringt motivierte Menschen direkt mit der Praxis am Bau in Kontakt. Genau solche Modelle brauchen wir, um künftige Fachkräfte frühzeitig zu gewinnen“, sagt Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten.

Damit aus Interesse und Antrieb Zukunftswege entstehen können, braucht es strukturierte Begleitung und eine enge Abstimmung. Peter Wedenig, Landesgeschäftsführer des AMS Kärnten, erklärt: „Für eine erfolgreiche und nachhaltige Arbeitsmarktintegration braucht es mehr als Motivation. Entscheidend sind Qualifizierung, Orientierung und Begleitung. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei das enge Zusammenspiel aller Projektbeteiligten sowie die Zusammenarbeit mit den Kärntner Unternehmen, damit aus ersten Schritten konkrete berufliche Chancen entstehen können.“

Deutsch lernen, wo und wie es gebraucht wird

Wichtig ist auch die Wechselwirkung von Spracherwerb und Anwendung. Martin Häusl, Leiter des ÖIF-Integrationszentrums in Kärnten, hält fest: „Deutsch lernen und arbeiten sind zentrale Voraussetzungen für eine gelungene Integration. Mit ‚Handwerk verbindet‘ schaffen die Projektpartner gemeinsam konkrete Perspektiven für Flüchtlinge, subsidiär Schutzberechtigte und Vertriebene und unterstützen gleichzeitig Kärntner Betriebe bei der Gewinnung dringend benötigter Fachkräfte. Wer rasch zu arbeiten beginnt und Deutsch im Arbeitsalltag anwendet, kann sich schneller in Österreich integrieren.“ Die Sprachförderung ist eng mit den Anforderungen des späteren Berufsalltags verbunden. Dabei geht es nicht nur um allgemeine Deutschkenntnisse, sondern auch um Fachbegriffe, die Kommunikation im Team und die Abläufe und Gegebenheiten auf der Baustelle. „Wer Arbeitsanweisungen versteht, Fragen stellen und sich mit Kolleginnen und Kollegen verständigen kann, gewinnt Sicherheit. Genau darum geht es in diesem Sprachkurs: Sprache soll dabei helfen, sich im Arbeitsalltag zurechtzufinden und den Einstieg in den Beruf zu erleichtern“, erklärt Beate Gfrerer, Geschäftsführerin der Kärntner Volkshochschulen. 

Integration, die auf der Baustelle ankommt 

Ziel ist nicht die kurzfristige Vermittlung, sondern ein stabiler Anschluss an die Branche. „Entscheidend ist nicht nur, Menschen rasch in Arbeit zu bringen, sondern ihnen einen nachhaltigen Einstieg zu ermöglichen. ‚Handwerk verbindet‘ schlägt eine Brücke zwischen praktischer Erfahrung und Orientierung und schafft damit eine wichtige Basis für den weiteren Weg in der Branche“, betont Dietmar Stieger, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Bau-Holz Kärnten. Vergangene Durchgänge haben gezeigt, dass die Vorbereitung am Lehrbauhof eine wichtige Grundlage bildet. Nun soll aber die Schnittstelle zu den Betrieben weiter gestärkt werden. KommR Ing. Robert Rauter, Landesinnungsmeister Bau Kärnten, bringt es auf den Punkt: „Der Lehrbauhof ist ein guter Start, aber am Ende zählt der Schritt hinaus in die Betriebe. ‚Handwerk verbindet‘ hilft dabei, motivierte Menschen vorzubereiten und mit der Praxis am Bau in Kontakt zu bringen. Und wenn am Ende jemand sagt: ‚Das taugt mir, da bleib ich‘ – dann haben wir viel richtig gemacht.“

Der neue Ausbildungsdurchgang startet Anfang Juli.

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