Noah-Samuel Trettenbrein zum „Lehrling des Jahres 2025“ gekürt
Die Entscheidung ist gefallen: Kärntens „Lehrling des Jahres 2025“ ist Noah-Samuel Trettenbrein, er wurde aus 42 Talenten zum Sieger gekürt.
Lesedauer: 7 Minuten
Bereits zum zwölften Mal lud die Talenteakademie der Wirtschaftskammer Kärnten zur großen Lehrlingsgala ins Casineum Velden. In einem spannenden Finale wurden der „Lehrling des Jahres 2025“ und der „Mentor des Jahres 2025“ gekürt. 42 angehende Fachkräfte aus sechs Sparten gingen um die begehrte Auszeichnung ins Rennen. Den Titel „Lehrling des Jahres 2025” holte sich Noah-Samuel Trettenbrein. Der gelernte Maurer zählt zu den besten Nachwuchstalenten Kärntens.
Wertschätzung für Lehrlinge
Rund 300 Gäste erlebten einen spannenden Abend und freuten sich über die hohe Wertschätzung und Anerkennung der Lehrlingsausbildung in Kärnten. WK-Präsident Jürgen Mandl unterstrich die Bedeutung der Lehre: „Die Lehre ist heute mehr denn je der Bildungsweg Nummer eins, weil sie Praxis und Zukunftschancen ideal miteinander verbindet. Junge Menschen steigen direkt ins Berufsleben ein, verdienen von Anfang an ihr eigenes Geld und sammeln wertvolle Erfahrungen im Betrieb. Gleichzeitig erhalten sie eine fundierte fachliche Ausbildung, die Theorie und Praxis sinnvoll verknüpft. Unsere Betriebe investieren intensiv in die Qualität der Lehrlingsausbildung und entwickeln laufend moderne, zukunftsorientierte Berufsbilder – von Digitalisierung und neuen Technologien bis hin zu nachhaltigen Produktions- und Dienstleistungsformen. Damit eröffnet die Lehre nicht nur einen sicheren Arbeitsplatz, sondern auch vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten.“ Gerade im Zusammenhang mit der Lehre spielt die Talenteakademie eine entscheidende Rolle. Mandl: „Ziel ist es, besonders engagierte und leistungsbereite Lehrlinge gezielt zu fördern, zu trainieren und sie zu Spitzenleistungen bei beruflichen Wettbewerben zu führen. Ein eindrucksvolles Beispiel für dieses Engagement sind die 42 Lehrlinge, die sich heuer der Wahl gestellt und damit ihren hohen Einsatz, ihren Ehrgeiz und ihre Begeisterung für ihren Beruf unter Beweis gestellt haben. Sie zeigen stellvertretend, welches Potenzial in Kärntens Lehrlingen steckt und wie stark die Bereitschaft ist, über sich hinauszuwachsen und Spitzenleistungen zu erbringen.“
Mentor-Award: Auszeichnung für Engagement in der Nachwuchsförderung
In diesem Jahr wurde zum elften Mal der Mentor des Jahres gekürt. Nominiert waren: In der Sparte Industrie Roman Lobner (FLEX International), in der Sparte Transport und Verkehr Regina Hörner (Gebrüder Weiss GmbH), in der Sparte Information & Consulting Daniela Huber (NET-Solutions & EDV Service), in der Sparte Tourismus & Freizeitwirtschaft Waltraud Fresenberger (Lehrerin an der WIMO in Klagenfurt), in der Sparte Handel Christina Anna Kulterer (Modehaus Offner, Wolfsberg), in der Sparte Gewerbe und Handwerk Karin Lutschounig (Coiffeur Karin, Friseurin) sowie Stefanie Bauer (Die Optimaler GmbH, Malerin) und die Lehrer der Fachberufsschule Spittal, Susanne Pirker (Floristen), Thomas Scherzer (Dachdecker), Peter Gasser (Spengler) und Reinhold Schwarzenbacher (Holzbau).
Vom „Lehrling des Jahres 2018“ zur „Mentorin des Jahres 2025“
Sie stand schon einmal bei der Gala zum „Lehrling des Jahres“ auf der Bühne, nämlich im Jahr 2018 als sie damals, noch unter ihrem Mädchennamen Gruber, zum „Lehrling des Jahres 2018“ gewählt wurde. Gestern Abend wurde sie zur „Mentorin des Jahres 2025“ gekürt: Stefanie Bauer, Maler- und Beschichtungstechnikerin bei der „Die Optimaler GmbH“ in Villach. Im Rahmen ihrer Tätigkeit in der Lehrlingsausbildung bereitet sie seit vielen Jahren Jugendliche intensiv auf Wettbewerbe vor. Dabei steht für sie nicht das Gewinnen von Medaillen im Vordergrund, sondern das Lernen unter realen Anforderungen. Bauer: „Junge Menschen sind die Zukunft des Handwerks. Sie zu begleiten, ihr Potenzial zu fördern und ihre Entwicklung – fachlich wie persönlich – mitzuerleben, ist meine größte Motivation.“ Den nachhaltigen Wert ihrer Arbeit sieht sie darin, dass aus Lehrlingen selbstbewusste Fachkräfte heranwachsen, die Verantwortung übernehmen, auch unter Druck souverän agieren und ihr Handwerk mit Stolz sowie Überzeugung ausüben.
Lehrling des Jahres 2025
Der Höhepunkt des Abends war die Kür des „Lehrlings des Jahres 2025“. Aus den sechs Finalist:innen wählte eine hochkarätige Jury den Sieger aus. Bewertet wurden Können, Einsatz und außergewöhnliche Wettbewerbserfolge. Die Wahl fiel einstimmig auf Noah-Samuel Trettenbrein.
Noah-Samuel Trettenbrein war überwältigt und erklärte, was diese Auszeichnung für ihn bedeutet: „Ich möchte zeigen, was mit einer Lehre alles möglich ist. Man kann Großes erreichen, wenn man anpackt.“ Der 19-Jährige, der seine Lehre als Maurer bei der Firma BM-Haus GmbH in St. Paul im Lavanttal absolvierte, ist sich dessen sicher. Sein Anspruch auf jeder Baustelle ist klar: saubere Arbeit und ein sichtbares Ergebnis am Ende des Tages. Und das hat er auch bereits mehrfach bei Lehrlingswettbewerben bewiesen. 2025 wurde der gebürtige Lavanttaler Landessieger in Kärnten und Staatsmeister bei den Skills Austria. Im September dieses Jahres wartet die bisher größte Herausforderung auf ihn: Er vertritt Österreich bei den Berufeweltmeisterschaften in Shanghai. Auch für die Zeit danach hat er bereits große berufliche Pläne: Zunächst möchte er die Polierschule absolvieren, anschließend strebt er die Position des Bauleiters an und langfristig möchte er den Abschluss als Baumeister machen. „Türöffner“ war für ihn die Lehre, in der er sein volles Potenzial ausschöpfte. Für ihn ist klar: „Der Karriereweg einer Lehre ist praxisnah, leistungsorientiert und bietet klare Perspektiven.“
WK-Präsident Jürgen Mandl überreichte gemeinsam mit LHStv. Martin Gruber und LHStv.in Gaby Schaunig dem strahlenden Sieger neben der Siegertrophäe einen Hotel-Gutschein im Wert von 1.000 Euro. „Unsere Wirtschaft braucht junge Menschen, die anpacken, Verantwortung übernehmen und ihr Handwerk mit Herz ausüben. Diese Auszeichnung zeigt, welches Können und welchen Einsatz die nächste Generation mitbringt. Sie stärken nicht nur den Standort, sondern halten dadurch Betriebe am Laufen und bringen Innovation in die Regionen“, betonte Gruber und ergänzte: „Lehrlinge sind eine sehr wichtige Ressource für die heimische Wirtschaft. Je besser sie ausgebildet sind, desto wettbewerbsfähiger sind unsere Unternehmen. Wer die Lehre stärkt, stärkt die Zukunft.“ Sichtlich beeindruckt richtete Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Gaby Schaunig ihre Worte an die Anwesenden: „Es ist unglaublich toll zu sehen, mit wie viel Begeisterung, Einsatz und Können ihr euren Weg geht. Ihr habt euch diese Auszeichnung wirklich verdient und könnt stolz auf sie sein. Die beste Grundlage für eine erfolgreiche Karriere ist die Freude an dem, was man tut. Ich gratuliere euch von Herzen. Bleibt neugierig, bleibt mutig und vertraut weiter auf eure Fähigkeiten — Kärnten braucht euch und eure Talente.“ Erstmals würdigt das Land Kärnten heuer im Rahmen der Gala alle nominierten Lehrlinge.
Ergebnisse zur Kür der Spartensieger:
Spartensieger Gewerbe und Handwerk: Noah-Samuel Trettenbrein, BM-Haus GmbH Plan-Bau-Fertighäuser in St. Paul im Lavanttal
Spartensiegerin Handel: Elisa Battista, Interspar Villach
Spartensiegerin Industrie: Ajla Midzan, STARMANN Group GmbH, Klagenfurt
Spartensieger Tourismus und Freizeitwirtschaft: Sandro Pulvermacher, Werzers Seehotel Wallerwirt
Spartensiegerin Transport und Verkehr: Sophia Lorenz, Gebrüder Weiss GmbH, Maria Saal
Spartensieger Information und Consulting: Mohammad Othman, addIT Dienstleistungen GmbH & Co. KG, Klagenfurt
WK-Präsident Mandl hob die großen Entwicklungschancen hervor, die eine Lehre bietet. „Mit einer Lehre stehen heute alle Wege offen. Vom Meisterbrief über die Unternehmerprüfung bis hin zu weiterführenden Qualifikationen oder einem Studium ist alles möglich. Die duale Ausbildung ist kein Endpunkt, sondern ein starkes Fundament für eine erfolgreiche Karriere. Gerade in Zeiten des steigenden Fachkräftebedarfs zeigt sich deutlich: Wer sich für eine Lehre entscheidet, wählt einen praxisnahen, sicheren und chancenreichen Bildungsweg – und damit eine Ausbildung mit echter Zukunftsperspektive.“
Zur Talenteakademie
Inspiriert vom Erfolg des Österreichischen Skiverbands haben das WIFI Kärnten und die WK Kärnten die Talenteakademie (TAK) ins Leben gerufen. Ziel ist es, die talentiertesten und besten Lehrlinge zu fördern, zu trainieren und zu Spitzenleistungen bei Wettkämpfen zu führen. „Rund 100 Jugendliche profitieren derzeit von der TAK. Sie werden intensiv trainiert und auf Wettkämpfe auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene vorbereitet“, so Christof Doboczky, Leiter der Talenteakademie. Persönlichkeitstrainings, Einzel-, Team- und Mentalcoaching runden das Programm ab. Neben der Ausstattung und materiellen Unterstützung übernimmt die TAK auch organisatorische Aufgaben im Hintergrund. Das Ziel der TAK ist klar: Kärntens junge Lehrlinge zu Spitzenleistungen zu motivieren und ihnen den Weg zum beruflichen Erfolg zu ebnen.