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Portrait Christian Polessnig
© WKK | privat

Pflege in Kärnten: Branche fordert raschen Dialog und faire Rahmenbedingungen

Die Berufsgruppe der Alten- und Pflegeheime in der Wirtschaftskammer Kärnten fordert angesichts der aktuellen Diskussion einen raschen, strukturierten Dialog mit den politisch Verantwortlichen. 

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Aktualisiert am 17.04.2026

Private Pflegeheimbetreiber leisten einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung in Kärnten und stellen rund die Hälfte der stationären Pflegeplätze sicher. Damit tragen private Betreiber eine zentrale Verantwortung für die Versorgungssicherheit im Land Kärnten. „Die Heimbetreiber in Kärnten fordern bereits seit über einem Jahr aktiv Gespräche mit dem Land Kärnten. Ziel ist es, tragfähige Lösungen für die Zukunft der Pflege zu entwickeln – passiert ist bislang nichts“, betont Christian Polessnig, Berufsgruppensprecher der Alten- und Pflegeheime in der Wirtschaftskammer Kärnten. Die Forderungen wurden wiederholt schriftlich an die zuständige Landesrätin herangetragen – bislang ohne Antwort und ohne erkennbares Interesse, die angesprochenen Themen aufzugreifen. 

Strukturelle Schieflage im System

Im Vergleich zu anderen Bundesländern erhalten Pflegeheimbetreiber in Kärnten – unabhängig von der Trägerschaft – die niedrigsten Sockelbeträge und Pflegeentgelte in Österreich. Gleichzeitig gilt der österreichweit einheitliche SWÖ-Kollektivvertrag, wodurch für alle Betreiber vergleichbare Personalkosten entstehen. „Wir haben die gleiche Pflegequalität, aber die geringste Finanzierung. Dieses Ungleichgewicht ist nicht tragfähig“, so der Berufsgruppensprecher.  Vor diesem Hintergrund stellt sich eine grundlegende Frage: „Ist ein Pflegeheimbewohner in Kärnten weniger wert als ein Bewohner in Wien? Anders lässt sich die bestehende finanzielle Ungleichbehandlung kaum erklären.“ Auch öffentliche Träger können unter den bestehenden Rahmenbedingungen nicht kostendeckend arbeiten. Sie sind auf jährliche Ausgleichszahlungen in Millionenhöhe angewiesen, die von den Gemeinden laufend bei angespannten Budgets finanziert werden müssen. 

Pflege braucht mehr Personal – Land Kärnten in der Verantwortung

Neben der Finanzierung stellt die Personalsituation eine der größten Herausforderungen im Pflegesystem dar. „Die Sicherstellung von ausreichend qualifiziertem Pflegepersonal ist eine zentrale Aufgabe der öffentlichen Hand. Es braucht klare Maßnahmen, damit in Kärnten deutlich mehr Pflegekräfte ausgebildet werden.“ Der Fachkräftemangel kann von den einzelnen Betreibern nicht mehr eigenständig gelöst werden. Gleichzeitig sind die Ausbildungskosten hoch und derzeit nicht ausreichend gegenfinanziert. „Wenn wir die Pflege langfristig sichern wollen, muss das Land Kärnten dringend Maßnahmen setzen, um inländisches Pflegepersonal auszubilden und zusätzlich Bertriebe unterstützen, um betriebsinterne Ausbildungen anbieten zu können“ betont Polessnig.  

In Kärnten droht Versorgungslücke

Die Berufsgruppe der Alten- und Pflegeheime warnt, dass ohne Anpassung der Rahmenbedingungen mittelfristig die Versorgungssicherheit gefährdet ist. „Das Problem ist nicht, dass Pflege zu teuer ist. Das Problem ist, dass sie strukturell falsch finanziert wird. Ohne faire Finanzierung wird sich auch der Personalmangel nicht lösen.“

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