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Prima statt prime.
© WKK I Lopez

PRIMA statt prime: Region kauft Zukunft

Die neue Initiative der WK-Bezirksstelle St. Veit soll die Kaufkraft in der Region halten. Gemeinden und Wirtschaft setzen gemeinsam ein Zeichen.

Lesedauer: 4 Minuten

Aktualisiert am 08.09.2026

Wo Menschen einkaufen, entscheidet auch darüber, wie viel Wertschöpfung in einer Region bleibt. Gerade für Gemeinden ist das ein zentrales Thema: Jeder vor Ort ausgegebene Euro stärkt die ortsansässigen Betriebe und trägt dazu bei, Ortskerne lebendig zu halten. Mit der neuen Initiative „PRIMA statt prime“ will die WK-Bezirksstelle St. Veit gemeinsam mit Gemeinden und Betrieben ein stärkeres Bewusstsein für regionale Kaufentscheidungen schaffen. Vorgestellt wurde die Initiative im Rahmen der gemeinsamen Bürgermeisterkonferenz der Bezirke St. Veit und Feldkirchen in Althofen. Während immer mehr Kaufentscheidungen online getroffen werden, fließt gleichzeitig ein wachsender Teil der Kaufkraft aus den Regionen ab. Für die heimischen Betriebe bedeutet das zusätzlichen Wettbewerbsdruck. Für die Regionen geht es langfristig jedoch um weit mehr: um Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze, Investitionen und somit um ihre Zukunftsfähigkeit. 

Jeder Einkauf ist eine Zukunftsentscheidung

„Wir dürfen nicht nur darüber sprechen, wie wir unsere Regionen entwickeln wollen. Wir müssen auch darüber reden, wo das Geld ausgegeben wird, das in diesen Regionen verdient wird“, sagt Walter Sabitzer, Obmann der WK-Bezirksstelle St. Veit. „Jeder Euro, der bei einem heimischen Betrieb ausgegeben wird, trägt dazu bei, dass Wertschöpfung in der Region bleibt. Damit sichern wir nicht nur den Umsatz eines einzelnen Betriebs, sondern auch Arbeitsplätze, Lehrstellen, Investitionen und letztlich Perspektiven für die Menschen. Deshalb ist jeder Einkauf auch eine Zukunftsentscheidung.“ Die Initiative richte sich ausdrücklich nicht gegen die Digitalisierung oder den Onlinehandel. Vielmehr gehe es darum, regionale Betriebe sichtbarer zu machen – unabhängig davon, ob sie stationär, online oder auf beiden Wegen für ihre Kundinnen und Kunden da sind. „Bevor wir irgendwo bestellen, sollten wir uns wieder öfter fragen: Gibt es das auch bei uns? Die Antwort lautet sehr häufig: Ja. Und genau diese Betriebe wollen wir sichtbar machen“, so Sabitzer. 

Gemeinden als wichtige Partner

Dass regionale Wertschöpfung nicht nur ein Thema der Wirtschaft ist, unterstreicht Walter Zemrosser, Bürgermeister von Althofen. „Was mit der Wirtschaft in einer Region passiert, betrifft am Ende jede einzelne Gemeinde in unseren Bezirken. Wenn Betriebe Arbeitsplätze schaffen, investieren und Lehrlinge ausbilden, profitieren davon nicht nur die Unternehmer und Mitarbeiter, sondern der gesamte Lebensraum.“ Für die Gemeinden gehe es daher auch darum, in der Bevölkerung Bewusstsein zu schaffen und regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken. „Wir Bürgermeister wissen, dass die Zukunft unserer Gemeinden davon abhängt, ob es uns gelingt, Menschen und Unternehmen langfristig in der Region zu halten. Regionale Wertschöpfung ist dabei ein ganz wesentlicher Baustein. Deshalb ist es wichtig, dass Wirtschaft und Gemeinden gemeinsam auftreten und den Menschen zeigen: Was wir vor Ort kaufen, hat Auswirkungen auf unsere Zukunft“, sagt Zemrosser. 

PRIMA-Betriebe werden sichtbar

Das Herzstück der Initiative sind die PRIMA-Betriebe. Unternehmen aus Handel, Gewerbe, Gastronomie und Dienstleistungen können sich an der Kampagne beteiligen und mit Aufklebern, Postern und weiteren Kommunikationsmitteln zeigen: „Ich bin ein PRIMA-Betrieb.“ Damit soll im Alltag ein sichtbares Zeichen entstehen – in Geschäften, Schaufenstern, Betrieben und auch in den sozialen Medien. Die Botschaft ist bewusst einfach: PRIMA statt prime. Es geht nicht darum, den Onlinehandel zu bekämpfen, sondern um bewusste Kaufentscheidungen und die Wertschöpfung vor Ort. Das unterstreicht auch Eva Hoffmann, Obfrau der WK-Bezirksstelle Feldkirchen: „Wir können die aktuellen Herausforderungen nur gemeinsam meistern. Daher denken wir nicht in Bezirksgrenzen, wenn die Menschen selbst längst über diese Grenzen hinweg leben und wirtschaften. St. Veit, Feldkirchen und Klagenfurt Land sind eng miteinander verbunden. Wenn wir es schaffen, die Kaufkraft stärker in diesem gemeinsamen Wirtschaftsraum zu halten, profitieren Unternehmen und Gemeinden gleichermaßen davon.“ Zemrosser sieht darin eine gemeinsame Verantwortung: „Wir können nicht verhindern, dass sich das Einkaufsverhalten verändert. Aber wir können dafür sorgen, dass die Menschen wissen, welche Auswirkungen ihre Entscheidungen haben. Wenn wir regionale Wertschöpfung sichern wollen, müssen wir alle unseren Beitrag leisten – Wirtschaft, Gemeinden und Bevölkerung.“ 

Business Night bringt Initiative zu den Betrieben

Am Mittwoch, 9. September, wird die Initiative auch den Unternehmer:innen im Bezirk St. Veit näher vorgestellt. Bei der Business Night im Rathaus St. Veit stehen regionale Wertschöpfung, die bereits vor Jahren ins Leben gerufene Kampagne #heimkaufen und die Vorstellung von „PRIMA statt prime“ im Mittelpunkt. Neben einer Diskussionsrunde mit Vertreter:innen aus der Region geben Herwig Draxler, Leiter der Wirtschaftspolitik der Wirtschaftskammer Kärnten, Markus Polka, Marketingleiter der Wirtschaftskammer Kärnten, sowie Walter Sabitzer und WK-Bezirksstellenleiter Robert Schratt Einblicke in die Initiative und ihre Umsetzung. Sabitzer formuliert das Ziel der Initiative bewusst einfach: „Wir wollen Bewusstsein schaffen. Denn bevor der nächste Klick beim Online-Shopping wieder irgendwohin führt, lohnt sich eine ganz einfache Frage: Gibt es das auch bei uns?“