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Foto von den drei Vortragenden beim Pressegespräch
© WKK | Jasmin López Photography

St. Veit setzt auf Infrastruktur, Fachkräfte und regionale Wertschöpfung

Wenn junge Menschen wegziehen, Fachkräfte fehlen und Betriebe keine Nachfolger:innen mehr finden, wird Abwanderung zur echten Gefahr für einen Wirtschaftsstandort. Genau deshalb stellen die WK-Bezirksstelle und das AMS St. Veit dieses Thema 2026 in den Mittelpunkt. Konkrete Maßnahmen sollen den Trend stoppen – vom Ausbau der B317 über regionale Wertschöpfung bis hin zur Fachkräftesicherung.

Lesedauer: 3 Minuten

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Aktualisiert am 11.06.2026

Der Bezirk St. Veit steht wirtschaftlich weiterhin solide da, spürt aber zunehmend die Auswirkungen des demografischen Wandels. Rund 3.480 Unternehmen schaffen mehr als 18.500 Arbeitsplätze im Bezirk. Gleichzeitig wird bis 2040 ein Bevölkerungsrückgang von rund zehn Prozent erwartet. Besonders die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter wird deutlich zurückgehen. Für WK-Bezirksobmann Walter Sabitzer ist deshalb klar: „Abwanderung ist längst kein abstrakter Begriff mehr. Sie zeigt sich ganz konkret dann, wenn Fachkräfte fehlen und Betriebe offene Stellen nicht mehr besetzen können. Wenn wir als Region attraktiv bleiben wollen, müssen wir jetzt handeln.“ 

B317-Ausbau als wichtiger Meilenstein

Ein zentrales Thema bleibt für die Wirtschaft die Infrastruktur. Besonders der Ausbau der B317 gilt als wichtiger Erfolg für die Region. „Der Ausbau der B317 ist weit mehr als ein Straßenprojekt. Es geht um Verkehrssicherheit, funktionierende Pendlerverbindungen und darum, dass unsere Betriebe wettbewerbsfähig bleiben“, betonte Sabitzer. Jahrelang habe sich die Wirtschaftskammer gemeinsam mit regionalen Vertreter:innen für Verbesserungen eingesetzt. „Jetzt ist der Ausbau endlich fixiert. Das ist ein wichtiges Signal für die gesamte Region.“ 

Neben Straße und Schiene geht es aber auch darum, die regionale Wertschöpfung stärker in der Region zu halten. Mit der neuen Kampagne „PRIMA statt Prime“ möchte die WK-Bezirksstelle gemeinsam mit Gemeinden und Betrieben ein Bewusstsein dafür schaffen, wie wichtig regionale Wirtschaftskreisläufe für Arbeitsplätze, Kaufkraft und Lebensqualität sind. „Jeder Euro, der in der Region bleibt, stärkt unsere Betriebe und sichert Arbeitsplätze. Genau darum geht es bei dieser Initiative“, so Sabitzer. 

Lehre und internationale Fachkräfte als Teil der Lösung

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Fachkräfte. Der Bezirk zählt aktuell 669 Lehrlinge in 204 Lehrbetrieben. Die Lehre bleibt ein entscheidender Schlüssel gegen den Fachkräftemangel. Deshalb setzt die WK-Bezirksstelle auch heuer wieder auf Formate wie das Lehrlingscasting in Althofen im Dezember. Gleichzeitig braucht es zusätzliche Wege, um Betriebe arbeitsfähig zu halten. „Internationale Fachkräfte sind kein Ersatz, sondern eine wichtige Ergänzung für unsere Unternehmen. Viele Betriebe können ohne zusätzliche Mitarbeiter:innen geplante Investitionen gar nicht mehr umsetzen“, erklärte WK-Bezirksstellenleiter Robert Schratt mit Blick auf die Kärntner Fachkräfteagentur.  

AMS: Perspektiven schaffen und Menschen in der Region halten

Günter Krassnig, Leiter der AMS-Regionalstelle St. Veit, wies auf die aktuelle Arbeitsmarktsituation im Bezirk hin. Mit 5,6 Prozent lag die Arbeitslosenquote im April 2026 erneut deutlich unter dem Kärnten-Schnitt (7,2 Prozent). Aktuell mit Ende Mai gibt es 557 offene Stellen (+52,6% gegenüber Mai 2025). 1.102 Personen waren arbeitslos gemeldet – ein Rückgang von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig bleibt die Situation am Arbeitsmarkt herausfordernd. „Die Abwanderung junger Menschen und qualifizierter Fachkräfte stellt viele Regionen vor große Herausforderungen. Deshalb geht es darum, Perspektiven vor Ort zu schaffen und Menschen langfristig in der Region zu halten“, betonte Krassnig. Das AMS setzt dabei auf eine Reihe konkreter Maßnahmen – darunter Kompetenzmatching, Lehrstellenförderungen, Qualifizierungsprogramme für Frauen in technischen Berufen, betriebliche Förderungen sowie Weiterbildungsangebote für Unternehmen und Beschäftigte. Auch Arbeitsstiftungen und spezielle Förderungen für Personen über 50 Jahre sollen helfen, Fachkräftepotenziale besser zu nutzen. Zudem verwies Krassnig auf die Bedeutung frühzeitiger Berufsorientierung: „Gerade junge Menschen brauchen Perspektiven und Orientierung. Deshalb investieren wir gezielt in Information, Beratung und Qualifizierung, um Chancen in der Region sichtbar zu machen.“ 

Neues Projekttool soll Fortschritte sichtbar machen

Begleitend stellte die WK-Bezirksstelle auch das neue Projekttool „Grow Panel“ vor. Das digitale Projekttool soll künftig zweimal jährlich aktualisiert werden und die Fortschritte regionaler Projekte transparent und öffentlich nachvollziehbar machen. Für Schratt ist klar: „Wir wollen Entwicklungen nicht nur ankündigen, sondern sichtbar machen. Das Grow Panel soll zeigen, wo Projekte stehen, welche Fortschritte erzielt wurden und wo es noch Handlungsbedarf gibt.“

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