Stadtentwicklung: Wirtschaft fordert klaren Kurs für Klagenfurt
Die Wirtschaftskammer Kärnten und der Wirtschaftsreferent der Stadt Klagenfurt haben die aus wirtschaftlicher Sicht zentralen Anforderungen an das neue Stadtentwicklungskonzept vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung der Innenstadt sowie die Nutzung der Chancen durch Koralmbahn und AREA Süd.
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Nach der Eröffnung der Koralmbahn steht die Landeshauptstadt vor entscheidenden Weichenstellungen. Um das Potenzial der neu entstandenen AREA Süd zu nutzen, braucht es aus Sicht der Wirtschaft ein Stadtentwicklungskonzept, das wirtschaftliche Interessen konsequent berücksichtigt und klare Rahmenbedingungen für Investitionen schafft.
Wirtschaft als zentraler Bestandteil der Stadtentwicklung
Für WK-Bezirksstellenobmann Franz Ahm ist klar, dass Stadtentwicklung weit über klassische Raumplanung hinausgeht: „Stadtentwicklung ist nicht nur eine Frage von Wohnen oder Mobilität. Stadtentwicklung ist immer auch Wirtschaftspolitik.“ Gerade deshalb müsse ein modernes Stadtentwicklungskonzept wirtschaftliche Themen konsequent berücksichtigen. „Denn dort, wo Unternehmen investieren können, wo Betriebe verlässliche Rahmenbedingungen vorfinden, wo Erreichbarkeit, Flächenangebot, Frequenz und Aufenthaltsqualität stimmen, dort entstehen Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Wohlstand“, so Ahm. Klagenfurt habe mit seiner Lage im Alpen-Adria-Raum und der Anbindung an den Baltisch-Adriatischen Korridor eine starke Ausgangsposition. Diese müsse aber künftig deutlich konsequenter genutzt werden.
Innenstadt im Zentrum der Entwicklung
Ein zentraler Hebel dafür ist die Innenstadt. Mit rund 1.150 Betrieben und etwa 6.000 Beschäftigten ist sie ein bedeutender Wirtschaftsraum, steht aber gleichzeitig unter zunehmendem Druck. Wirtschaftsstadtrat Julian Geier betonte, dass die künftige Entwicklung der Stadt hier ansetzen muss: „Klagenfurt lebt von seiner Wirtschaft. Wenn die Stadt Zukunft gestalten will, muss sie ihre Wirtschaft stärken, statt sie zu behindern.“ Daraus leitet er eine klare Priorität ab: „Klagenfurt muss sich konsequent von innen heraus entwickeln.“ Um das zu erreichen, sind gezielte Maßnahmen zur Belebung der Innenstadt notwendig – von der Schaffung von Wohnraum über die Revitalisierung bestehender Gebäude bis hin zur stärkeren Einbindung von Studierenden und neuen Frequenzbringern.
Klare Leitplanken für den Standort
Aus Sicht der Wirtschaft braucht es dafür auch klare Rahmenbedingungen im Stadtentwicklungskonzept. Dazu zählen insbesondere ein Stopp weiterer Widmungen für Einkaufszentren sowie keine zusätzlichen großflächigen Handelsflächen außerhalb der Innenstadt. Ahm sieht hier dringenden Handlungsbedarf und warnt: „Fehlentwicklungen in der Stadtentwicklung haben unmittelbare wirtschaftliche Folgen: für bestehende Betriebe, für Investitionen, für die Innenstadt, für den Tourismus, für die Beschäftigung und für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts insgesamt.“ Ziel müsse es daher sein, die vorhandenen Strukturen zu stärken, statt zusätzliche Konkurrenzstandorte zu schaffen. Gleichzeitig seien Erreichbarkeit, Aufenthaltsqualität und eine vorausschauende Widmungspolitik entscheidend, damit Investitionen auch tatsächlich umgesetzt werden können.
Quartiere stärken, Stadt weiterentwickeln
Neben der Innenstadt sieht Geier auch in der Entwicklung einzelner Stadtquartiere großes Potenzial. Das Ziel besteht darin, die Stadt in ihrer Gesamtheit weiterzuentwickeln und neue Impulse zu setzen. Dazu gehört eine gezielte Aufwertung innerstädtischer Bereiche ebenso wie die Weiterentwicklung als Technologie- und Innovationsstandort in Verbindung mit der Universität und dem Lakeside Park. Langfristig geht es darum, Klagenfurt stärker zu positionieren – auch über die Region hinaus. „Internationale Unternehmen suchen heute mehr als nur einen Standort. Sie suchen Vernetzung, Verlässlichkeit und Lebensqualität und genau das bietet Klagenfurt“, so Geier. Am Ende steht für Wirtschaft und Stadt eine gemeinsame Aufgabe: die vorhandenen Chancen konsequent zu nutzen und Klagenfurt als wirtschaftliches Zentrum Kärntens nachhaltig zu stärken.