Statt Symbolpolitik müssen Lösungen her!
Ein „staatlich verordnetes Sparmenü“ weist Stefan Sternad, der Sprecher der Kärntner Gastronomie, entschieden zurück. „Die Bundesregierung ist dringend gefordert, Lösungen für erstzunehmende Probleme zu liefern, anstatt Symbolpolitik zu betreiben.“
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Vor der aktuell laufenden Regierungsklausur machte ein Vorschlag die Runde, demzufolge Gastronomiebetriebe in Zukunft eine besonders günstige Speise anzubieten hätten. „Das ist Populismus in Reinkultur“, kritisiert Stefan Sternad, „der Vorschlag ist für eine ernstzunehmende Inflationsbekämpfung völlig untauglich und geht an den wahren Problemen vorbei.“
Die europaweit im Spitzenfeld gelegene Inflationsrate könne man nur bekämpfen, wenn man sich mit den Ursachen auseinandersetzt. Und da erwarte sich die heimische Gastronomie von der Bundesregierung nach wie vor Taten statt ein bisschen Kratzen an der Fassade. „Hohe Energiekosten, exorbitante Steigerungen beim Wareneinsatz, spürbar gestiegene Arbeits- und Lohnnebenkosten und nicht zuletzt die immer noch üppig wuchernde Bürokratie sind die Ursachen der gestiegenen Preise in der Gastronomie“, zeigt der Gastronomiesprecher auf. Anstelle reiner Symbolpolitik sei eine ernstzunehmende Auseinandersetzung mit den Ursachen angesagt.
Branche bietet vielfältige Angebote
Stefan Sternad hebt die große Bandbreite der Kärntner Gastronomie hervor. Vom gestandenen Landgasthaus bis zum Buffet in der Stadt, von der Ausflugsgastronomie bis zu gehobenen Angeboten decke die Branche alles ab. „Viele Betriebe halten schon seit jeher durch Menüs oder Tagesteller ein attraktives Angebot für jede Brieftasche bereit“, sagt Sternad. Vor diesem Hintergrund seien planwirtschaftliche Gedankenspiele völlig fehl am Platz. Die meisten Betriebe der Kärntner Gastronomie hätten die empfindlichen Kostensteigerungen der vergangenen Jahre nicht vollständig weitergegeben, was sich in rückläufigen Betriebsergebnissen widerspiegelt. Dass ein Teil der Kostenlawine auf den Speisekarten angekommen ist, sei schlicht eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit. Die Regierung müsse endlich an den großen Stellschrauben für die Inflation drehen.
Auch die bürokratischen Belastungen müssten abgebaut werden – derzeit seien die Betriebsführer wöchentlich mit durchschnittlich zehn Stunden für administrativen Aufwand gebunden. Das jüngst vorgelegte „Entbürokratisierungspaket“ geht der Gastronomie viel zu wenig weit, auch hier müsse dringend nachgeschärft werden.