Steigende Treibstoffpreise belasten gesamte Wirtschaft
Die aktuellen Preissteigerungen an den Zapfsäulen setzen nicht nur die Transportwirtschaft unter Druck, sondern wirken sich auf die gesamte Wirtschaft aus. Die Wirtschaftskammer Kärnten fordert daher rasche Maßnahmen zur Entlastung und warnt davor, die Fehler aus der Energiepreiskrise nach Beginn des Ukraine-Kriegs zu wiederholen.
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Die Zwei-Euro-Grenze bei den Treibstoffpreisen ist in Österreich teilweise schon erreicht. So teuer waren Benzin und Diesel zuletzt vor rund vier Jahren unmittelbar nach dem Ausbruch des Kriegs in der Ukraine. Die steigenden Treibstoffpreise belasten zwar besonders die Transportwirtschaft, aber nicht nur: „Die Transportwirtschaft trifft es als Erste und besonders stark, aber am Ende betrifft das die gesamte Wirtschaft. Wenn Treibstoff teurer wird, steigen die Kosten für Transport, Dienstleistungen und Waren. Die Inflation könnte dadurch erneut angefacht werden und für Verunsicherung bei den Konsumentinnen und Konsumenten sorgen“, sagt Elisabeth Rothmüller-Jannach, Obfrau der Sparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Kärnten. Besonders kritisch sei, dass die Preissteigerungen ausgerechnet in einer Phase auftreten, in der sich die Wirtschaft nach einer langen Schwächephase langsam wieder zu stabilisieren beginne. „Gerade jetzt, wo sich die Konjunktur vorsichtig erholt, dürfen wir keine zusätzlichen Belastungen aufbauen. Wir haben nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs gesehen, wie stark steigende Energiepreise die Wirtschaft ausbremsen können. Diese Fehler dürfen sich nicht wiederholen“, so Rothmüller-Jannach.
Während Unternehmen und Haushalte die steigenden Kosten unmittelbar spüren, steigen gleichzeitig die staatlichen Einnahmen aus der Steuer auf Treibstoffe. „Diese zusätzlichen Einnahmen dürfen nicht einfach im Budget verschwinden. Der Finanzminister hat mehrere Möglichkeiten gegenzusteuern. So könnte zumindest temporär die CO₂-Bepreisung reduziert werden. Auch bei der Mineralölsteuer gibt es Spielraum – Österreich liegt hier deutlich über dem EU-Mindestmaß. Eine Senkung auf dieses Mindestniveau würde eine spürbare Entlastung bringen und damit den Betrieben Luft verschaffen“, fordert Rothmüller-Jannach Aus Sicht der Wirtschaft braucht es jetzt rasche Maßnahmen, um die Belastung abzufedern und Planungssicherheit zu schaffen. „Der Finanzminister muss handeln“, so Rothmüller-Jannach.
Fest steht für die Wirtschaft: Steigende Energie- und Mobilitätskosten treffen nicht nur einzelne Branchen, sondern gefährden die Wirtschaft insgesamt. Umso wichtiger sei es, frühzeitig gegenzusteuern, um das aufkommende Wachstum und die damit verbundenen Investitionen nicht abzuwürgen.