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Behind the sceene im Notariat Haiden-Fill und Partner
© WKK I Arneitz

Kärntens Unternehmerinnen informierten sich über die rechtliche Vorsorge

Plötzlich nicht mehr entscheidungsfähig. Das kann jeden treffen. Egal welchen Alters. Auch Unternehmerinnen. Aber was passiert dann mit dem Betrieb? Antworten darauf gab Frau in der Wirtschaft Kärnten bei der Veranstaltung „Behind the scenes“ in der Notariatskanzlei Haiden-Fill in Klagenfurt, in der ausschließlich Frauen arbeiten.

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Aktualisiert am 04.05.2026

Verantwortung für ein Unternehmen tragen, angefangen vom EPU bis hin zum großen Betrieb, heißt auch Verantwortung für die rechtliche Vorsorge zu übernehmen. Deshalb organisierte Frau in der Wirtschaft Kärnten eine „Behind the scenes“ Veranstaltung in der modernen Notariatskanzlei Haiden-Fill in Klagenfurt. „Frauen sind häufig Meisterinnen der Tagesplanung – doch das große Bild, also was passiert, wenn ich irgendwann einmal alleine dastehe oder etwas Unvorhergesehenes eintritt, bleibt oft ausgeblendet. Gerade deshalb passte das Thema rechtliche Vorsorge perfekt in unser Jahr der Gesundheit“, sagt WK-Vizepräsidentin und FiW-Landesvorsitzende Astrid Legner.

Rechtliche Vorsorge für Unternehmerinnen

Die öffentliche Notarin Katharina Haiden-Fill und ihre Notariatspartnerin Elisabeth Lentner räumten mit Irrtümern und Vorsorgemythen auf: So erfuhren die Unternehmerinnen, dass der Ehegatte nicht automatisch entscheidungsberechtigt über Bankkonto, Firma, Behördenwege und medizinische Fragen ist, was der Vorteil einer Vorsorgevollmacht ist und warum die Patientenverfügung nach acht Jahren eigentlich nicht mehr gilt. „Zur rechtlichen Vorsorge gehören die Regelung der Erbfolge genauso wie der Umgang mit dem Verlust der eigenen Entscheidungsfähigkeit, die Planung von Immobilien- und Unternehmensübergaben, die Absicherung bei Trennung oder Scheidung, Lebensgemeinschaftsverträge und Eheverträge oder das Nachdenken über lebenserhaltende Maßnahmen in Form einer Patientenverfügung“, klären Haiden-Fill und Lentner auf.

Frauenpower im Notariat

Haiden-Fill übernahm die Notariatskanzlei ihres Vaters vor drei Jahren und führt sie gemeinsam mit Elisabeth Lentner in den neuen Räumlichkeiten am Domplatz in Klagenfurt. Mit einem Team aus 13 Mitarbeiterinnen steht die Kanzlei für Modernität, Zugänglichkeit und weibliche Expertise. Die Kanzlei arbeitet vollständig digital: Kein Aktenberg, keine Wartezeiten, stattdessen gibt es einen effizienten Workflow für alle Klientinnen. Neben Verlassenschaften und Grundbuchsangelegenheiten bieten die Notarinnen auch persönliche Rechtsberatung in Familien- und Unternehmensrechtsfragen an.

Exkurs: Künstliche Intelligenz im Notariat

In einem Exkurs erklärte Haiden-Fill, wie das Notariat mit dem Thema KI umgeht. Aufgrund der strengen Berufsverschwiegenheit und Datenschutzpflichten (DSGVO) können öffentliche KI-Dienste wie ChatGPT oder DeepL im Notariat nicht genutzt werden – auch bei kostenpflichtigen Versionen nicht. Stattdessen verfügt das Notariat österreichweit über eine eigene, vollständig abgeschottete KI auf Servern der Notariatskammer. Diese unterstützt bei Recherche, Zusammenfassungen, Übersetzungen und Vertragsprüfungen, ohne jemals Klientendaten nach außen zu übertragen.

Praxisbericht: Elke Kaltenhauser von ITEK

Wie praxisrelevant die rechtliche Vorsorge ist, erläuterte Unternehmerin Elke Kaltenhauser, Geschäftsführerin von ITEK. Gemeinsam mit ihrem Mann führt sie einen Betrieb, der auf die Herstellung von Verkehrsschildern spezialisiert ist und 18 Mitarbeiter beschäftigt. Sie hat rechtzeitig vorgesorgt: „Wenn ich im Koma liege und mein Mann braucht irgendeine Zustimmung, dauer das alles zu lange. Wirtschaft ist nichts, wo eine Entscheidung drei Monate warten kann. Ich sehe die Vorsorgevollmacht als Verantwortung der Unternehmerin. Ich kann nicht meine Mitarbeiter auf die Straße setzen, nur weil ich das nicht gemacht habe.“ Ihr Tipp: „Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sofort errichten – nicht erst beim Anlassfall. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informieren und Aufgaben übergeben, auch für den Partner/die Partnerin gleichzeitig vorsorgen und einen Arzt/eine Ärztin suchen, der/die bei der Patientenverfügung berät. 

Vorsorgescheck für Unternehmerinnen

Als besonderes Service steht den Unternehmerinnen ein Vorsorgescheck der Wirtschaftskammer zur Verfügung, der in Zusammenarbeit mit der Notariatskammer angeboten wird. Dieser ermöglicht Unternehmerinnen eine Ermäßigung von 100 Euro bei der Errichtung einer Vorsorgevollmacht.

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