Verschiebung bei Zweitwohnsitz- und Motorbootabgabe richtiges Signal
Die geplante Verschiebung der Zweitwohnsitz- und Motorbootabgabe auf das Jahr 2027 ist ein wichtiger Schritt. Gleichzeitig wird klar festgehalten: Solange der Seendialog nicht abgeschlossen ist, darf es keine Vorfestlegungen und keine einseitigen Belastungen geben.
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Die Wirtschaftskammer Kärnten begrüßt, dass der Start der Zweitwohnsitzabgabe sowie die Anhebung der Motorbootabgabe nun auf den 1. Jänner 2027 verschoben werden sollen. Das ist aus Sicht der Wirtschaft ein richtiges Signal. Gleichzeitig stellt die Wirtschaftskammer klar, dass diese Verschiebung nur der erste Schritt sein kann.
Kein Dialog ohne Ergebnisoffenheit
Für Josef Petritsch, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Kärnten, ist entscheidend, dass der angekündigte Seendialog tatsächlich als solcher geführt wird. „Die Verschiebung ist zu begrüßen, weil sie Druck aus dem System nimmt. Aber eines ist ebenso klar: Solange der Seendialog läuft, dürfen nicht parallel Fakten geschaffen werden. Sonst wird aus einem angekündigten Dialog am Ende wieder nur ein politischer Monolog.“ Der Seendialog sei schließlich als Beteiligungsprozess angekündigt worden. Genau daran müsse sich die Politik nun auch halten. Aus Sicht der Wirtschaft braucht es einen sauberen, transparenten und ergebnisoffenen Prozess, bei dem alle Betroffenen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an einen Tisch geholt werden – von Tourismus und Gastronomie über Bootsverleih, Service und Handel bis hin zur Eventwirtschaft und weiteren Nutzergruppen rund um die Seen.
Breite Einbindung statt Vorfestlegungen
„Wer ernsthaft Lösungen erreichen will, muss alle Beteiligten gleichwertig einbinden und darf Ergebnisse nicht schon vorwegnehmen. Vorzeitige Maßnahmen oder einseitige Belastungen würden das Vertrauen in den Seendialog massiv beschädigen und den Prozess ad absurdum führen“, so Petritsch. Die Wirtschaftskammer Kärnten hat deshalb klare Erwartungen an die weitere Vorgangsweise: Einzelmaßnahmen dürfen vor Abschluss des Seendialogs nicht umgesetzt werden. Ebenso sind Vorfestlegungen bei Zweitwohnsitz- oder Motorbootabgabe abzulehnen. Entscheidend sei vielmehr, dass der gesamte Prozess ergebnisoffen geführt wird und alle betroffenen Akteure verbindlich eingebunden werden.
Für die Wirtschaft steht außer Frage, dass der Schutz der Seen wichtig ist. Ebenso klar ist aber, dass Schutz und Nutzung nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen. Notwendig sind sachliche Diskussionen, faktenbasierte Bewertungen und eine ehrliche Abwägung der ökologischen, touristischen und wirtschaftlichen Auswirkungen.
Seen als Wirtschafts- und Lebensraum sichern
Gerade weil der Wörthersee und Kärntens Seen Naturjuwel und wirtschaftlicher Faktor zugleich sind, braucht es jetzt einen glaubwürdigen Prozess. Entscheidungen vor Abschluss des Seendialogs würden diesem Anspruch nicht gerecht werden. „Wer ernsthaft tragfähige Lösungen will, muss alle Betroffenen einbinden und darf Ergebnisse nicht vorwegnehmen. Alles andere wäre kein Dialog, sondern ein Monolog“, so Petritsch abschließend.