Wirtschaftspolitischer Beirat
© IV/ Gilbert Waldner

Vision für eine neue vernetzte Wirtschaftspolitik

Kärntens Wirtschaftspolitischer Beirat bringt sich mit seinen inhaltlichen Empfehlungen in die Koalitionsverhandlungen ein. Breiter institutioneller Konsens für Maßnahmen in den Bereichen „Bildung & Arbeitskräftepotenzial“, „Kärnten als nachhaltig(st)e Region“ sowie Alpen-Adria-Raum & Koralmbahn. 

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 08.08.2023


„Kärnten hat als einziges Bundesland einen Wirtschaftspolitischen Beirat mit der Aufgabe, die Landesregierung zu beraten. In ihm sind weit über ideologische Grenzen hinweg die wichtigsten, das Land gestaltenden Institutionen vertreten. Umso erfreulicher ist es, dass wir hier gemeinsam Empfehlungen für die nächste Legislaturperiode einer Kärntner Landesregierung formuliert haben, die weit über den üblichen Minimalkonsens hinaus gehen. Schließlich geht es um die Zukunft Kärntens“, freute sich der Vorsitzende des Wirtschaftspolitischen Beirats, Otmar Petschnig, Unternehmer und Vizepräsident der Wirtschaftskammer Kärnten, bei einer Pressekonferenz. Gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Beate Gfrerer (Geschäftsführerin Kärntner Volkshochschulen) sowie Meinrad Höfferer (Direktor Wirtschaftskammer Kärnten) und Hans Paul Pucker (Arbeiterkammer Kärnten) präsentierte er die inhaltlich seit April 2022 erarbeiteten Maßnahmen, die in der Broschüre „Bündelung der Kräfte“ zusammengefasst wurden. 

„Dabei ging es uns nicht nur um zentrale Themen wie Arbeitskräftepotenzial, Nachhaltigkeit oder Kärntens Position im Alpen-Adria-Raum, sondern auch um Strukturpolitik“, so Petschnig. Der Wirtschaftspolitische Beirat empfiehlt in den Ebenen unter der Landesregierung eine schlagkräftige Neuorganisation von Landesabteilungen und ausgegliederten Landesgesellschaften, die mit den Themen Wirtschaftsentwicklung und Standortmarketing befasst sind. Dies soll zu einem effizienten Strategieprozess führen, in dem alle Beteiligten z.B. in Workshops gemeinsam Schwerpunktthemen abstimmen und sich zu kritischen Größen vernetzen: z.B. das Standortmarketing und die Kärnten Werbung zusammen mit BABEG und Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds in einer konzertierten Kampagne für den Technologiestandort, die junge Fachkräfte anspricht, ihnen gleichzeitig aber auch eine „Inspiration Tour“ und konkret eine Auswahl von je drei verschiedenen Jobs, Wohn- und Kinderbetreuungsmöglichkeiten anbietet.   

Drei große Schwerpunkte

Die Empfehlungen des Wirtschaftspolitischen Beirats sind in drei Themenfelder geclustert:

  1. Bildung & Arbeitskräftepotenzial
  2. Kärnten als Nachhaltig(st)e Region
  3. Alpen-Adria-Raum & Koralmbahn 

Beate Gfrerer präsentierte die Maßnahmen im Bereich Bildung. „Wir müssen in drei Bereichen Akzente setzen“:

  • in der Professionalisierung und im Ausbau der Bildungsberatung in den Schulen, aber auch bei den Eltern,
  • Coaching und Weiterbildung von Frauen 
  • beim Auf- und Ausbau der Bildungshubs und Bildungszentren, um regionale Einrichtungen zu bündeln und mit regionalen Ausbildungsbedarfen von Unternehmen abzustimmen,
  • Ausbau der MINT-Fächer und Förderung regionaler Kooperation von Bildungseinrichtungen wie z.B. im Lavanttal von HTL bis Kindergarten.“

Als wichtigstes Zukunftsbild des Wirtschaftspolitischen Beirats formuliert Gfrerer hier: „Kärnten ist ein erfolgreicher Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensstandort.“ 

 

Hans Pucker fasste anschließend die Maßnahmen im Bereich „Kärnten als nachhaltig(st)e Region“ nicht nur im ökologischen Sinn zusammen:

  • Die Ausarbeitung eines Energiemasterplans für den Zeitraum bis zum Jahr 2030, der Kärnten als das Bundesland mit dem schnellsten Ausbau der Erneuerbaren Energie positioniert. Nach dem Beispiel Baden-Württembergs und Bayerns Photovoltaik-Pflicht bei Gewerbesanierungen und -neubauten,
  • Schwerpunkt „Bau“ als eine der Grundlagen für die Nachhaltigkeitsorientierung in Kärnten implementieren, indem vermehrt in Holz und nachhaltigen Materialien gebaut wird,
  • Um Leitbetriebe wie Infineon in der Wertschöpfungskette zu unterstützen, gezielte Ansiedlung von Partnerbetrieben, wodurch auch der Schwerpunkt des Green Deal am Standort gestärkt wird,
  • Nutzung der EU-Cities-Mission (klimaneutrale Smart Cities) Klagenfurt für die Region
  • Nachhaltige Verkehrswende für Kärnten durch Ausbau des (Mikro-)ÖV auch grenzüberschreitend.

 

Meinrad Höfferer fokussierte abschließend auf das Thema Alpen-Adria-Raum & Koralmbahn. Hier geht es um folgende Maßnahmen:

  • Die Nutzung der Standortmarke Kärnten stärker und insbesondere für die qualifizierte Mitarbeitersuche nutzen. Der Wirtschaftspolitische Beirat sieht es als unerlässlich an, dass im Sinne der von Otmar Petschnig skizzierten neuen Struktur das Standortmarketing koordiniert mit anderen Landesgesellschaften bzw. Abteilungen zusammenarbeitet,
  • Kampagnen für qualifizierte Zuwanderung und zielgruppenspezifische Angebote für leistbares Wohnen, Öffentlichen Verkehr, Lebensqualität, Double Career (für die mitkommenden Partner), Kinderbetreuung, internationale Schule etc.,
  • Chancen durch die Koralmbahn wahrnehmen (von der Zuwanderung bis zu Güterverkehrsterminals),
  • Kärnten als Alpen-Adria-Startup-Hub positionieren,
  • Erleichterung von trilateralen Projekten zwischen Kärnten, Italien und Slowenien. 

Wer ist im Wirtschaftspolitischen Beirat vertreten?

SPÖ, FPÖ, ÖVP, Team Kärnten, Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Industriellenvereinigung, Österreichischer Gewerkschaftsbund, Österreichischer Städtebund, Kärntner Gemeindebund, Kreativwirtschaft, Startups.   



Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Kärnten
Wirtschaftspolitik
Ing. Mag. Herwig Draxler
05 90 90 4 - 220
herwig.draxler@wkk.or.at

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