Von Staatsschulden bis Weltordnung: Europa im Blick
Zinswende, Kriege, Budgetdruck und Europas Rolle: Die Herbstreihe der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Kärnten bietet Orientierung in bewegten Zeiten.
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Europa steht unter Druck: Die öffentlichen Haushalte werden enger, geopolitische Konflikte verändern die Weltordnung, die EZB sucht nach dem Weg zurück zur geldpolitischen Normalität und viele Staaten ringen um Wachstum, Sicherheit und Selbstbehauptung. Unter dem Titel „Kompassnadel Europa: Zins. Zwist. Zeitenwende. Zukunft.“ greift die Volkswirtschaftliche Gesellschaft Kärnten (VGK) diese Themen in ihrer Herbstvortragsreihe auf. Ab 22. September 2026 beleuchten Expert:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Sicherheit zentrale Entwicklungen, die Europa und Österreich in den kommenden Jahren prägen werden.
Orientierung in unruhigen Zeiten
„Gerade in Zeiten großer Unsicherheit braucht es Orte, an denen wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen eingeordnet werden. Die Vortragsreihe der VGK bietet dafür eine wichtige Plattform“, betont VGK-Vorsitzender Siegfried Huber. Die Reihe verbinde unterschiedliche Perspektiven und mache deutlich, wie eng öffentliche Finanzen, internationale Konflikte, Kapitalmärkte, Geldpolitik und gesellschaftliche Entwicklungen miteinander zusammenhängen. Auch VGK-Geschäftsführer Herwig Draxler unterstreicht den Anspruch der Reihe: „Unser Ziel ist es, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen und fundierte Diskussionen anzustoßen. Europa befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Wer wirtschaftliche Entwicklungen verstehen will, muss heute auch geopolitische, finanzpolitische und gesellschaftliche Fragen mitdenken.“
Von Staatsschulden bis Weltordnung
Den Auftakt macht Gerhard Steger am 22. September mit dem Vortrag „Österreichs öffentliche Finanzen: Von heiligen Kühen und anderen Herausforderungen“. Im Mittelpunkt stehen steigende Staatsschulden, schrumpfende budgetäre Spielräume und die Frage, warum Reformen oft an politischen Tabus scheitern. Am 20. Oktober analysiert Monika Rosen unter dem Titel „Politische Börsen: Krieg und die Hoffnung auf Frieden“, warum sich die Börsen trotz eines unruhigen Jahres stark entwickeln und welche Rolle geopolitische Entwicklungen für die Finanzmärkte spielen.
Mit einem gesellschaftlichen Blick auf Selbstverantwortung und Sozialstaat setzt Michael Lehofer die Reihe am 27. Oktober fort. Sein Vortrag „Zu viel von allem und zu wenig vom Richtigen“ ist als Live- und Online-Veranstaltung geplant. Am 12. November fragt Peter Fritz in „Europa eingeklemmt – sind Auswege in Sicht?“, ob Europa in einer neu geordneten Welt selbst handlungsfähig bleiben kann oder zum Spielball fremder Interessen wird. Am 26. November richtet Brigadier a. D. Gerald James Karner den Blick auf Kriege, Krisen und Konflikte und diskutiert die Rolle Europas in einer neuen Weltordnung. Den Abschluss bildet am 3. Dezember Gunter Deuber mit dem Vortrag „EZB-Geldpolitik im Wandel: Wieder zurück zur ‚Normalität‘ – Implikationen für Banken und Gesellschaft“.
Alle Vorträge finden um 18.30 Uhr im Festsaal der Wirtschaftskammer Kärnten (außer der Vortrag am 12.11. mit Peter Fritz im Kärntner Landesarchiv, St. Ruprechter Straße 7, Klagenfurt) statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich.
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