Zum Inhalt springen
Direktor Höfferer, Servicezentrumleiterin Steinkellner und Präsident Mandl präsentieren die Zahlen aus dem Vorjahr
© WKK | Studiohorst

WK Kärnten leistete Service im Wert von über 40 Millionen Euro

Die Wirtschaftskammer Kärnten wurde auch 2025 ihrem Anspruch als starke Partnerin für die heimischen Betriebe gerecht. In einem weiterhin wirtschaftlich herausfordernden Umfeld wurden über 51.000 Serviceanfragen bearbeitet und Unternehmen gezielt unterstützt. Die aktuelle Leistungsbilanz zeigt deutlich, welchen Stellenwert Service und persönliche Beratung für Kärntens Wirtschaft haben.

Lesedauer: 9 Minuten

Aktualisiert am 04.02.2026

Steigender wirtschaftlicher Druck, geopolitische Unsicherheiten und eine weiterhin hohe Bürokratielast prägten das abgelaufene Jahr. Kärntens Unternehmen stehen damit weiter vor wachsenden Herausforderungen - von drohenden neuen Zöllen im transatlantischen Handel bis zur Debatte rund um das Mercosur-Abkommen. Gerade in einem solchen Umfeld sind eine lösungsorientierte Interessenvertretung und umfassende Serviceangebote, wie sie die Wirtschaftskammer Kärnten für alle ihre 39.326 aktiven Mitgliedsbetriebe bietet, wichtiger denn je.  

Serviceleistungen als zentraler Auftrag der Wirtschaftskammer

Die Wirtschaftskammer Kärnten unterstützte ihre Mitglieder mit einem breiten Serviceangebot: 51.164 Serviceanfragen und insgesamt 215.261 digital aufgezeichnete Servicestunden sprechen für sich. Im Vergleich zu 2024 (209.438) konnte die Anzahl der Leistungsstunden erneut gesteigert werden. „Das bedeutet für unsere Mitgliedsunternehmen Beratungsleistungen im Wert von insgesamt 40,3 Millionen Euro*. Der Wert des Wirtschaftskammerservice liegt damit deutlich über den Mitgliedsbeiträgen in der Höhe von rund 36 Millionen Euro“, betont WK-Präsident Jürgen Mandl. Die ausgewiesenen Leistungsstunden umfassen ausschließlich jene Services, die ein privatwirtschaftlicher Betrieb auch einem Kunden in Rechnung stellen könnte. 

Mandl unterstreicht damit den zentralen Anspruch der Wirtschaftskammer: „Besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zeigt sich, wie wichtig eine starke Serviceorganisation ist. Unsere Aufgabe ist es, Betriebe rasch, kompetent und verlässlich zu unterstützen – und genau das leisten wir.“ Der konkrete Nutzen der Serviceleistungen stehe dabei immer im Mittelpunkt der täglichen Arbeit. 

Wirtschaftspolitische Arbeit als Stimme der Betriebe

WK-Direktor Meinrad Höfferer machte deutlich, dass die Wirtschaftskammer Kärnten neben dem umfassenden Serviceangebot vor allem als aktive Interessenvertretung gefragt ist. Ziel sei es, die Anliegen der Betriebe strukturiert, faktenbasiert und kontinuierlich in politische Entscheidungsprozesse einzubringen. Im Jahr 2025 beteiligte sich die Wirtschaftskammer Kärnten intensiv an Gesetzes- und Planungsverfahren. Insgesamt wurden 204 Gesetzesbegutachtungen auf Bundesebene und 86 auf Landesebene eingebracht. Hinzu kamen 444 weitere Stellungnahmen zu wirtschaftsrelevanten Themen. „Diese Zahlen zeigen, wie breit und kontinuierlich wir die Interessen unserer Mitglieder vertreten – von großen Gesetzesvorhaben bis hin zu konkreten regionalen Projekten“, so Höfferer. Die Wirtschaftskammer bringe sich damit nicht nur punktuell, sondern dauerhaft in zentrale wirtschaftspolitische Fragestellungen ein.  

Inhaltlich standen im Jahr 2025 zentrale Infrastruktur- und Standortprojekte im Fokus. Dazu zählt insbesondere der Ausbau der S37 und der B317 bis zur steirischen Landesgrenze, für den es eine klare Zusage der Bundesregierung gibt. Das Projekt sichert die Erreichbarkeit einer ganzen Region und ist für den Wirtschaftsverkehr von zentraler Bedeutung. Ebenso begleitete die Wirtschaftskammer Kärnten die Diskussionen rund um Windkraftprojekte sowie den Ausbau der 110- und 380-kV-Leitung, um die Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe langfristig zu gewährleisten. 

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der touristischen Weiterentwicklung. Die Wirtschaftskammer Kärnten brachte sich aktiv in die Tourismusreform ein, um praxistaugliche Rahmenbedingungen für Betriebe zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu stärken. Mit der Eröffnung der Koralmbahn wurde zudem ein zentrales Infrastrukturprojekt Realität, das Kärnten in den neuen Wirtschaftsraum AREA Süd führt und neue Chancen für Betriebe, Arbeitsmärkte und Investitionen eröffnet. 

Querschnittsthema all dieser Projekte war der Bürokratieabbau. Die Wirtschaftskammer Kärnten setzte sich 2025 konsequent für einfachere Verfahren, klare Zuständigkeiten und schnellere Genehmigungen ein. Mit Initiativen wie dem 1. Kärntner Deregulierungsgipfel wurde der Reformbedarf klar benannt und auf politischer Ebene eingefordert. 

Reformkurs und interne Einsparungen konsequent fortgesetzt

Die Wirtschaftskammer Kärnten befindet sich seit Jahren in einem laufenden Reformprozess. Ziel ist es, Strukturen zu verschlanken, Kosten zu senken und gleichzeitig die Servicequalität für die Mitgliedsbetriebe auf hohem Niveau zu halten. Dieser Kurs ist keine kurzfristige Reaktion, sondern Teil einer langfristigen strategischen Neuausrichtung. Bereits in den vergangenen Jahren wurden wesentliche Reformschritte umgesetzt. Dazu zählen unter anderem Senkungen der Kammerumlagen, organisatorische Anpassungen und zuletzt die Zusammenlegung von Bezirksstellen, um Doppelgleisigkeiten zu vermeiden und Ressourcen effizienter einzusetzen. Trotz steigender Aufgaben und wachsender Anforderungen konnten die Umlagen je Mitglied langfristig gesenkt werden. 

Vor dem Hintergrund rückläufiger Einnahmen hat die Wirtschaftskammer Kärnten außerdem einen konsequenten Sparkurs eingeleitet, der im Vorjahr bereits Einsparungen in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro brachte. Für das Jahr 2026 sind weitere Einsparungen von rund einer Million Euro vorgesehen. Die Kostenreduktionen wurden unter anderem durch zurückgestellte Investitionen und natürliche Abgänge im Personal erreicht. Ein Teil dieser Maßnahmen betrifft auch das WIFI, bei dem durch strukturelle Anpassungen und einen gezielten Personalabbau Kosten reduziert wurden. Die Einsparungen erfolgen generell bewusst ohne Abstriche bei der Qualität der Bildungs- und Serviceangebote für Betriebe, Fachkräfte und Lehrlinge. Die Wirtschaftskammer Kärnten macht damit deutlich, dass Reformen im eigenen Haus beginnen müssen. Ziel ist es, die Organisation schlanker, effizienter und langfristig finanzierbar aufzustellen – im Interesse der Mitgliedsbetriebe. 

Ausgezeichnetes Service als Erfolgsfaktor

Die Expertise der Wirtschaftskammer Kärnten war auch 2025 stark gefragt. Der Großteil der Serviceanfragen kam erneut von Ein-Personen-Unternehmen sowie Kleinst- und Kleinbetrieben. Insgesamt 29.248 Anfragen gingen aus diesem Segment ein. Bei den Großbetrieben mit mehr als 250 Beschäftigten lag die Kontaktquote bei 76 Prozent. „Die Zahl der Anfragen bleibt auf konstant hohem Niveau. Die Anliegen der Unternehmen werden zunehmend komplexer. Das spiegelt sich auch in der steigenden Zahl der Leistungsstunden wider“, erklärte Jutta Steinkellner, Leiterin des Servicezentrums. Im Durchschnitt wandten sich die Unternehmen knapp 2,6 Mal pro Jahr an die Expert:innen der Wirtschaftskammer. Eine Beratung dauerte im Schnitt 38 Minuten. Die Qualität des Services wurde erneut bestätigt. Mit einer durchschnittlichen Bewertung von 1,1 nach dem Schulnotensystem erzielte die Wirtschaftskammer Kärnten wieder Bestnoten. 

Rechtsberatung weiterhin am stärksten nachgefragt

Die Rechtsberatung war wie in den Vorjahren der am häufigsten genutzte Servicebereich. Insgesamt wurden 13.517 Anfragen zu arbeits-, sozial- und wirtschaftsrechtlichen Themen bearbeitet. Ebenfalls stark nachgefragt waren zudem Gründungsberatungen (11.583 Anfragen), Förderberatungen, Beratungen zu Steuern und Abgaben sowie zu Außenwirtschaft und Zoll. Auch Kollektivverträge und Betriebsanlagen waren zentrale Beratungsthemen.  

Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, wurde das Beratungsangebot weiter ausgebaut. Expert:innen begleiteten Betriebe auch direkt bei Verhandlungen mit Behörden. Zusätzlich wurden 94 Unternehmen kostenlos von Vertragsanwälten vor Gericht vertreten. Durch diese Maßnahmen und gezielte Interventionen, beispielsweise bei Urheberrechtsverletzungen, Erlagscheinschwindel, Internetbetrug oder voreilig unterschriebenen Verträgen, konnte für die betroffenen Unternehmen eine Kostenersparnis von 450.171 Euro erzielt werden. 

Unterstützung in Notlagen und bei Betriebsübergaben

Auch im Vorjahr waren Betriebe von außergewöhnlichen Ereignissen betroffen. Über den Notfallfonds und den Katastrophenfonds wurden 53 Unternehmen mit insgesamt 106.000 Euro unterstützt. Zusätzlich wurde die Nahversorgerförderung für 101 Lebensmittelmittelhändler mit rund 404.000 Euro abgewickelt, um die Versorgungssicherheit im ländlichen Raum zu stärken. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Betriebshilfe. Insgesamt 51 Unternehmer:innen nutzten die Möglichkeit, bei Krankheit oder Ausfall eine Ersatzarbeitskraft vermittelt zu bekommen.  

Bildung als zentraler Standortfaktor

Ein wesentlicher Pfeiler der Arbeit der Wirtschaftskammer Kärnten ist die Aus- und Weiterbildung. In den vergangenen zehn Jahren wurden rund 45 Millionen Euro in die Bildungsinfrastruktur investiert – unter anderem in das Testcenter Carinthia (TCC) sowie in moderne Lehrwerkstätten mit zeitgemäßer und praxisnaher Ausstattung. WK-Präsident Jürgen Mandl unterstreicht die Bedeutung dieser Investitionen: „Qualifikation ist einer der entscheidenden Standortfaktoren. Mit dem WIFI, dem TCC und den Lehrwerkstätten stellt die Wirtschaftskammer Kärnten eine Infrastruktur bereit, die es in dieser Form sonst nicht gibt. Kein anderer Anbieter im Land sorgt für ein derart breites, praxisnahes und modernes Bildungsangebot für Betriebe und Fachkräfte.“ Dass das Angebot angenommen wird, zeigen die Zahlen. Seit der Eröffnung vor knapp zwei Jahren haben 6.311 Jugendliche und 1.032 Erwachsene das Berufsorientierungsangebot zur Entdeckung ihrer Talente im TCC genutzt. 797 Personen – Unternehmer und Vertreter von Einrichtungen wie AMS, BBOK und Schulen aus dem In- und Ausland – besuchten das TCC im Rahmen einer Führung. 

Das WIFI Kärnten zählte 2025 rund 25.000 Kund:innen und leistete damit einen wesentlichen Beitrag zur Qualifizierung von Fachkräften. Darüber hinaus erfüllt die Wirtschaftskammer Kärnten staatliche Aufgaben wie die Organisation und Durchführung von Meister, Befähigungs- und Lehrabschlussprüfungen. Im Vorjahr hat die Lehrlingsstelle 459 Lehrabschlussprüfungen mit 2.804 Kandidaten in 144 verschiedenen Lehrberufen abgewickelt und insgesamt 3.230 Lehrverträge erstellt. Dazu wurden Bundesförderungen zur Unterstützung von Lehrbetrieben und Lehrlingen in der Höhe von 19 Millionen Euro bearbeitet – mit insgesamt 14.514 Förderfällen. 1.834 Modulprüfungen wurden von der Meisterprüfungsstelle abgenommen und von der Ingenieur-Zertifizierungsstelle 163 Ingenieur-Titel vergeben.  

Standort weiter aktiv gestalten

Ein zentraler Schwerpunkt der Arbeit der Wirtschaftskammer Kärnten lag 2025 auf der aktiven Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts. Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn wurde ein historischer Meilenstein erreicht. Seit Dezember sind Graz und Klagenfurt nur noch 41 Minuten voneinander entfernt und bilden einen gemeinsamen Wirtschaftsraum. Unter der Dachmarke AREA Süd wird dieser neue Raum gezielt weiterentwickelt – mit verbesserten Arbeitsmarktchancen, einer größeren Reichweite für Betriebe und neuen Perspektiven für Investitionen. Einen wichtigen Beitrag zur besseren Erreichbarkeit Südkärntens leisten dabei auch der erkämpfte IC-Halt und der Verladebahnhof in Kühnsdorf. Damit ergeben sich für die Region nicht nur neue touristische Chancen. Die neu entstehende direkte Schienenanbindung für regionale Betriebe entlang der Koralmbahnachse setzt zudem neue Impulse für Logistik, Wertschöpfung und nachhaltigen Güterverkehr. 

Verbesserungen bei der digitalen Infrastruktur verspricht der in Kärnten neu entstehende regionale Internet Exchange Point ALPSiX. Dieser ermöglicht in Zukunft den direkten Datenaustausch ohne Umwege über externe Netzknoten und ist somit ein wichtiger Schritt für die Datensicherheit, Geschwindigkeit und digitale Innovationskraft von Wirtschaft und Forschung. 

Neben der Infrastruktur stand auch die Entlastung der Betriebe im Fokus. Die Wirtschaftskammer Kärnten setzt sich auch 2025 weiterhin klar gegen die ORF-Haushaltsabgabe für Unternehmen ein. Mit einer landesweiten Petition wurde politischer Druck aufgebaut – ein erster Erfolg ist die Abschaffung von Mehrfachzahlungen. Gleichzeitig bleibt das Ziel bestehen, diese Abgabe für Unternehmen vollständig zu streichen. 

Auch dieses Jahr bleiben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anspruchsvoll. Aktuellen Prognosen von WIFO und IHS zufolge wird für heuer ein Wirtschaftswachstum von rund einem Prozent erwartet wird. Für exportorientierte Betriebe eröffnen sich durch Handelsabkommen wie Mercosur oder jenes mit Indien neue Chancen, vorausgesetzt, sie werden tatsächlich umgesetzt. „Internationale Handelsabkommen sind für viele unserer Unternehmen entscheidend, um neue Märkte zu erschließen und Abhängigkeiten in Zeiten von Zollandrohungen zu reduzieren“, so WK-Präsident Mandl. Gleichzeitig bleibe der Reformbedarf im Inland aber hoch. „Neue Marktchancen nützen wenig, wenn Betriebe im eigenen Land durch komplexe Verfahren und überbordende Vorschriften ausgebremst werden. Wettbewerbsfähigkeit entsteht nur dann, wenn internationale Öffnung und konsequenter Bürokratieabbau Hand in Hand gehen.“

Weitere interessante Artikel
  • Kunstgegenstände
    Erneuter Rekord an Aussteller:innen für Kärntner Kunsthandwerk
    Weiterlesen
  • Teilnehmer der Diskussionsrunde zum Wölfe in Kärnten
    Wölfe in Kärnten: vorausschauender Schulterschluss für die Zukunft wichtig
    Weiterlesen