Sieben Jahre Baukrise
Branchenfokus Bauwirtschaft
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Die Bauwirtschaft befindet sich seit über sieben Jahren in einer tiefen Krise. Seit 2018 ist die reale Wertschöpfung im Bausektor um fast ein Viertel zurückgegangen. Eine wesentliche Ursache dafür war der Energiepreisschock des Jahres 2022, der die Inflation sowie die Bau- und Finanzierungskosten stark ansteigen ließ und einen abrupten Einbruch der Wohnbauinvestitionen auslöste.
Der Tiefbau konnte diesen Rückgang dank öffentlicher Infrastrukturinvestitionen zunächst teilweise abfedern, verliert angesichts der Budgetkonsolidierung jedoch zunehmend an Stützkraft. Die aktuellen Entwicklungen sprechen bestenfalls für eine vorsichtige Stabilisierung, nicht aber für eine rasche Erholung.
Entwicklung der Bauwirtschaft im Vergleich zur Gesamtwirtschaft, Österreich
Bruttowertschöpfung (real), Index 2018 = 100
Aus dem Inhalt
- Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Bauwirtschaft
- Langjährige Baukrise lastet auf der Branche
- Gründe für die schwache Entwicklung der Bauwirtschaft
- Ausblick: vorsichtige Stabilisierung statt rascher Erholung
- Schlussfolgerungen und Prioritäten aus Sicht der Bauwirtschaft
Fazit
Die Bauwirtschaft bleibt trotz erster Stabilisierungssignale unter Druck. Die geringe Zahl an Baubewilligungen, die zurückhaltende Investitionstätigkeit der Bauträger und die nachlassende Dynamik im Tiefbau sprechen weiterhin gegen eine rasche Erholung. Umso wichtiger sind Maßnahmen, die Investitionen erleichtern, Sanierungen stärken und ausreichenden Wohnraum in Wachstumsregionen ermöglichen.
Dazu zählen insbesondere eine Zweckbindung der Wohnbauförderung, eine umfassende Sanierungsoffensive, praxistaugliche Baustandards sowie der Abbau bürokratischer Belastungen und eine Senkung der Lohnnebenkosten.