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Die österreichisch-chinesische Wirtschaftscommunity traf sich am 2. Juni in der Wirtschaftskammer Österreich, um zwei Jubiläen zu begehen: 55 Jahre diplomatische Beziehungen und 60 Jahre offizielle österreichische Wirtschaftspräsenz in China.
© Martin Hörmandinger

WKÖ bringt österreichisch-chinesische Wirtschaftscommunity zum Doppeljubiläum zusammen

Die österreichisch-chinesische Wirtschaftscommunity traf sich am 2. Juni in der Wirtschaftskammer Österreich, um zwei Jubiläen zu begehen: 55 Jahre diplomatische Beziehungen und 60 Jahre offizielle österreichische Wirtschaftspräsenz in China.  

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Aktualisiert am 16.06.2026

Unter dem Titel „Austria – China 55 | 60 – Experience, Engagement, Future“ vernetzte die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA der WKÖ führende Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Diplomatie und Politik. „Jubiläen bieten nicht nur die Gelegenheit, auf das Erreichte der vergangenen Jahrzehnte zurückzublicken. Sie sind auch ein Anlass, nach vorne zu schauen – auf die künftige Zusammenarbeit, neue Geschäftsmöglichkeiten und den fortgesetzten Austausch zwischen beiden Ländern“, erklärte Franz Rössler, WKÖ-Wirtschaftsdelegierter in Peking.

Bereits 1964 schloss die WKÖ erste Abkommen mit dem China Council for the Promotion of International Trade (CCPIT), 1966 folgte die Eröffnung eines österreichischen Handelsbüros in Peking, das heutige AußenwirtschaftsCenter. Die diplomatischen Beziehungen wurden 1971 aufgenommen. 2018 hoben beide Länder ihre Beziehungen auf das Niveau einer „freundschaftlichen strategischen Partnerschaft“. 

Der stellvertretende Generaldirektor des China International Import Expo Bureau, Wu Zhengping, stellte die China International Import Expo (CIIE) vor. An der Messe haben bislang mehr als 110 österreichische Unternehmen teilgenommen, darunter Zotter, BWT, AVL und Swarovski. Die nächste Ausgabe findet vom 5. bis 10. November in Shanghai statt. Zudem beteiligt sich Österreich heuer erstmals an der China International Supply Chain Expo.

Erfolgsstrategien für den chinesischen Markt 

Wie ein Markteintritt konkret gelingen kann, zeigte das Beispiel des China-Austria Su Tong Eco-Parks bei Nantong. Der Park dient als Plattform für Kooperationen und Netzwerkbildung. Konkrete Beispiele verdeutlichten, wie österreichische Firmen bisher erfolgreich investieren und ihre Produktion vor Ort ausbauen konnten. 

Partner und Plattformen auf beiden Seiten 

Wie chinesische Unternehmen den Standort Österreich nutzen, zeigte die 2017 in Wien gegründete Association of Chinese Enterprises in Austria (VCUOe). Sie vertritt 32 Firmen aus Branchen wie Finanzdienstleistungen, Telekommunikation, Automotive oder Tourismus. Darunter die Bank of China, die 2016 als erstes chinesisches Finanzinstitut eine Niederlassung in Österreich gründete und heute heimische Hidden Champions und börsennotierte Unternehmen bei ihrem China-Geschäft begleitet. Air China verbindet Wien seit 2018 nonstop mit Peking – die Zahl der Flüge stieg von 310 im Jahr 2018 auf 662 im Vorjahr, ab Juli kommt eine zweite tägliche Verbindung hinzu. Mit dem 2025 eröffneten Münchner Entwicklungszentrum und der mit Magna angelaufenen Fahrzeugproduktion unterstreicht der E-Auto-Hersteller Xpeng seinen Anspruch, gemeinsam mit lokalen Partnern Fahrzeuge für den europäischen Markt zu fertigen.

Sowohl die Austrian Business Agency als auch FACC-CEO Robert Machtlinger unterstrichen die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Österreich, insbesondere die hohe Qualifikation der Arbeitskräfte, starke Forschungsstrukturen und attraktive Investitionsbedingungen. 

In ihren Ansprachen würdigten WKÖ-Vizepräsident Wolfgang Hesoun, Botschaftsrat Meng Fanzhuang und Severin Gruber, Generalsekretär im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, das Doppeljubiläum und die über sechs Jahrzehnte gewachsenen Beziehungen zwischen Österreich und China, die sich auch in wirtschaftlicher Hinsicht sehen lassen kann:

  • China ist heute Österreichs drittwichtigster Handelspartner weltweit, der bilaterale Handel ist seit 1971 um mehr als das 400-Fache gewachsen.
  • Mehr als 650 österreichische Unternehmen setzen mehr als 1.500 Kooperationsprojekte in China um, während rund 50 chinesische Firmen in Österreich tätig sind – von der E-Fahrzeug-Fertigung in der Steiermark und Oberösterreich bis zu den Doppelstockzügen zwischen Wien und Salzburg.  

Stabile Beziehungen, neue Chancen 

Die Veranstaltung zeigte: Österreich und China verbindet eine langjährige wirtschaftliche Beziehung mit weiterem Potenzial: Für österreichische Unternehmen bleibt China trotz eines zunehmend komplexen internationalen Umfelds ein wichtiger Markt. Umgekehrt gewinnt Österreich als Innovations- und Industriestandort für chinesische Investoren an Bedeutung.

Mit ihrem Netzwerk aus AußenwirtschaftsCentern in Peking, Shanghai, Hongkong und Guangzhou unterstützt die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA österreichische Unternehmen seit sechs Jahrzehnten beim Markteintritt, bei Geschäftsanbahnungen und bei regulatorischen Fragestellungen.

Fotos zur Veranstaltung hier: Austria – China 55 | 60 Experience, Engagement, Future | Flickr