Zum Inhalt springen
Frontale Aufnahme dreier Personen in Bürokleidung, die nebeneinander vor einer Glaswand in einem Bürogebäude stehen. Die linke Person hält ein Tablet, auf dessen Bildschirm die anderen beiden Personen deuten
© rh2010 | stock.adobe.com

Potenziale der Digitalisierung nutzen

WKÖ Forderung: Digitalisierung und KI in die Breite der heimischen Wirtschaft bringen

Lesedauer: 3 Minuten

03.02.2026

Für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft und des Wirtschaftsstandorts Österreich spielen Digitalisierung und insbesondere Künstliche Intelligenz (KI) eine zentrale Rolle. Eine Studie im Auftrag der Europäischen Kommission zeigt, dass führende Digitalisierungsnationen durch digitale Transformation durchschnittlich ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 1,4% pro Jahr erzielen.

Diese Potenziale der digitalen Transformation gilt es auch in Österreich konsequent zu heben: Mit bis zu 3,6Mrd.Euro zusätzlichem BIP-Wachstum pro Jahr (Quelle: digitalaustria.gv.at) kann die digitale Transformation maßgeblich zur wirtschaftlichen Erholung beitragen und langfristig als Konjunkturmotor wirken.

KMUs spielen dabei eine entscheidende Rolle. Sie stehen für 67% der Beschäftigten und 64% des Umsatzes der österreichischen Wirtschaft (KMUs im Fokus, BMAW 2024).

Laut aktuellem EU‑Bericht zur Digital Decade hat Österreich gerade bei der Digitalisierung der KMUs noch erhebliches Aufholpotenzial: Österreich liegt mit 72% deutlich unter dem Zielwert für digitale Basisintensität von 90%. Auch bei der Nutzung digitaler Technologien (Daten, KI und Cloud) liegt Österreich unter dem EU‑Schnitt – insbesondere bei Data & Analytics besteht ein deutliches Aufholpotenzial (AT 24 %, EU 33 %). 

Um diese Lücken zu schließen, müssen bestehende Unterstützungsmaßnahmen wie KMU.DIGITAL und die Digital Innovation Hubs ausgebaut und höher dotiert werden. Zusätzlich braucht es gezielte neue Initiativen, insbesondere in den Schwerpunktbereichen Cyber-Security sowie Datennutzung & KI.

Ziele und Forderungen  

1. Weiterentwicklung der Förderlandschaft

Die Förderungen (z.B. KMU.DIGITAL) werden laufend evaluiert, an die Bedürfnisse der Unternehmen angepasst und entsprechend weiterentwickelt. Schwerpunkte zu Datennutzung und KI bei bestehenden Förderungen werden gesetzt. 

2. Ausbau und Erweiterung der DIHs

Die Digital Innovation Hubs dienen als Anlaufstelle für die Unternehmen bei Fragen zu Digitalisierung. Die Mittel für die DIHs sollen erhöht werden, um das Bildungsangebot im Bereich Datennutzung und KI zu erweitern. Die Ko-Finanzierung der europäischen DIHs soll weitergeführt werden.

3. Klare Verantwortlichkeiten für Digitalisierung schaffen

Die KI- und Digitalisierungsthemen der Wirtschaft werden auf Regierungsebene klar strukturiert und budgetiert. Es braucht eine verantwortliche Stelle zur Koordination und Förderung der Digitalisierungsthemen der Wirtschaft in Österreich.

4. Die Potenziale von Daten begreifen und nutzen

Ein Kompetenzzentrum für Datennutzung wird gegründet, das Kompetenzen und Tools für Datennutzung und Data Sharing bereitstellt sowie Data Spaces mit entsprechender Infrastruktur aufbaut. Eine nationale Datenstrategie im europäischen Kontext wird erarbeitet und mit entsprechenden Budgets und Maßnahmen hinterlegt.

Die geplanten Data Labs der AI Factory sollen eine wesentliche Rolle beim Aufbau eines Datenökosystems und von Data Spaces einnehmen.

5. Ausbau der Digitalen Skills

Die „Digitale Kompetenzoffensive“ soll im Hinblick auf die relevanten digitalen Skills von Unternehmen erweitert werden. Zusätzlich soll die Qualifizierungsoffensive des BMWET neu dotiert und weitergeführt werden.  


Weiterführende Informationen

Weitere interessante Artikel