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Eine erwachsene Person unterrichtet Kinder in einem Klassenzimmer. Die Kinder sitzen an Tischen. Einige heben gerade die Hand. Im Hintergrund sind eine Tafel und zahlreiche Unterrichtsmaterialien zu sehen.
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WKÖ: Hoher Anteil an Deutschförderung zeigt Handlungsbedarf

Schneider-Lugger: „Sprachdefizite belegen: Förderung muss mit Bildungspflicht neu aufgestellt werden“ – Hohe Abbruchszahlen sprechen für bessere Berufs- und Ausbildungsberatung

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Aktualisiert am 30.04.2026

Wien. Jede:r zehnte Schüler:in in einer Volksschule hat Bedarf an Deutschförderung, sei es in Kursen oder Förderklassen. Ein Drittel der Pflichtschüler:innen erhält länger als ein Jahr lang Unterstützung: Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuelle Bericht „Bildung in Zahlen 2024/25“ von Statistik Austria. 

„Das zeigt deutlich, dass der Erwerb von Grundkompetenzen mit dem Regelunterricht in Österreich momentan nicht ausreichend gewährleistet ist“, kommentiert Melina Schneider-Lugger, Leiterin der Abteilung Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, die Zahlen.

Die derzeitigen Fördermaßnahmen könnten das nur unzureichend kompensieren, zeigen ergänzend die PISA- oder PIAAC-Erhebungen: „Das ist ein Warnsignal und ein starkes Argument, rasch die im Regierungsprogramm vorgesehene Bildungspflicht umzusetzen: Es muss jeder junge Mensch am Ende seiner Schulpflicht die nötigen Grundkompetenzen für einen erfolgreichen Berufseinstieg in Lesen, Schreiben, Rechnen haben.“ 

Besonders deutlich werde dabei auch, wie entscheidend eine frühzeitige Förderung bereits im Elementarbereich vor dem Eintritt in die Volksschule ist. „Sprachdefizite entstehen nicht erst in der Schule, sondern müssen deutlich früher adressiert werden“, betont Schneider-Lugger. Dafür brauche es strukturelle Verbesserungen im vorschulischen Bereich.

„Die Aktualisierung des bundesweit einheitlichen Bildungsrahmenplans muss einen klaren Schwerpunkt auf die Stärkung der Basiskompetenzen setzen.“ Zudem spricht sich die WKÖ-Bildungsexpertin für ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr für Kinder mit Sprachförderbedarf aus, um gleiche Startchancen beim Schuleintritt zu sichern. 

Bessere Berufs- und Bildungsorientierung

Ebenfalls zu denken geben sollte der hohe Anteil an Bildungsabbrüchen, mit denen ein höheres Arbeitslosigkeitsrisiko einhergeht. Der Hauptgrund ist im Statistik-Austria-Bericht klar benannt: „In mehr als 52 Prozent ist eine falsche Ausbildungswahl entscheidend; sei es, weil diese nicht den wahren Interessen entsprochen hat oder zu schwierig war. Das zeigt ganz klar, dass Österreich großen Bedarf an besserer Berufs- und Bildungsorientierung hat“, sagt Schneider-Lugger. Sie fordert verpflichtende Bildung- und Berufsorientierung in allen Schultypen.