WKÖ-Schultz zum Europatag: Europas Wirtschaft braucht jetzt Entlastung und neue Dynamik
Wirtschaftsstandort Europa unter Druck – Binnenmarkt stärken, Bürokratie abbauen, Handelsnetzwerk ausbauen
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Der Europatag am 9. Mai steht heuer im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Vor 40 Jahren fanden die ersten offiziellen Feierlichkeiten statt und erstmals wurden EU-Flagge und EU-Hymne öffentlich präsentiert. „Gerade in einer Zeit wachsender globaler Unsicherheiten wird deutlich, wie wichtig ein geeintes Europa ist“, betont WKÖ-Präsidentin Martha Schultz.
Für Österreichs Wirtschaft bleibt die Europäische Union von zentraler Bedeutung. „Die EU und insbesondere der Binnenmarkt sind für uns Heimat und Heimmarkt zugleich. Knapp 70 Prozent unserer Warenexporte gehen in die EU. Das zeigt, wie eng unser Wohlstand mit Europa verbunden ist“, so Schultz. Gerade für ein exportorientiertes Land wie Österreich ist es entscheidend, Teil einer starken Gemeinschaft zu sein und auf europäischer Ebene mitgestalten zu können.
Gleichzeitig steht der Wirtschaftsstandort Europa massiv unter Druck. Rückläufige Dynamik im Binnenhandel, zunehmender globaler Wettbewerb und geopolitische Spannungen erfordern entschlossenes Handeln. Insbesondere der Konflikt im Nahen Osten und seine Auswirkungen auf Energiepreise und Versorgungssicherheit belasten die europäische Wirtschaft zusätzlich.
„Die Wettbewerbsfähigkeit Europas muss absolute Priorität haben. Die Probleme sind bekannt, jetzt kommt es auf konkrete Lösungen an“, fordert die WKÖ-Präsidentin.
Daher unterstützt die WKÖ die von EU-Kommission, EU-Parlament und Rat unterzeichnete Roadmap „One Europe, One Market“ klar und ausdrücklich. Im Zentrum der Roadmap steht eine konsequente Stärkung des Binnenmarkts: Unternehmen sehen sich noch immer mit zahlreichen Hürden konfrontiert – von unterschiedlichen nationalen Vorschriften bis hin zu bürokratischen Barrieren. Die WKÖ unterstützt heimische Betriebe hier konkret: Gemeinsam mit den WKÖ-AußenwirtschaftsCentern werden jährlich rund 2.500 Unternehmen im Rahmen des Enterprise Europe Network persönlich beraten.
Weitere entscheidende Faktoren sind der Abbau von EU-Bürokratie sowie wettbewerbsfähige Energiekosten. Im Schnitt wenden österreichische Unternehmen 13 Arbeitsstunden pro Woche für administrative Pflichten auf – Zeit, die im operativen Geschäft fehlt. Schultz: „Europa muss einfacher und effizienter werden: weniger Regeln, dafür verständlichere und praxistaugliche Vorgaben. Gerade kleine und mittlere Unternehmen brauchen spürbare Entlastungen. Gleichzeitig sind wettbewerbsfähige Energiepreise ein zentraler Standortfaktor.“
Damit Europa seine einseitigen Abhängigkeiten reduzieren und mit seinen hochwertigen Exporten in strategische Zukunftsmärkte heimische Arbeitsplätze sichern und schaffen kann, plädiert die WKÖ für den raschen Ausbau des Netzes von bilateralen EU-Handelsverträgen. Das bedeutet die zügige Ratifizierung der Abkommen mit Mexiko, Australien, Indien und Indonesien. Die Verhandlungen mit Thailand, den Philippinen, Malaysia und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) sollten zügig abgeschlossen werden.
„Ein starkes Europa braucht eine starke Wirtschaft. Genau dafür müssen jetzt die richtigen Weichen gestellt werden“, betont Schultz abschließend.
(PWK/ST)