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Porträt von acht jugendlichen Personen in roten Oberteilen, die nebeneinander vor einer weißen Wand stehen und jeweils jubeln
© Skills Austria

WorldSkills 2026: Acht Oberösterreicher bei WM-Spektakel in Shanghai auf Medaillenjagd

Größter Bewerb der Historie: Im September kämpfen 1.400 Fachkräfte um Weltmeistertitel – Oberösterreich holte bei 33 WM-Teilnahmen 20 Gold-, 15 Silber- und 18 Bronzemedaillen

Lesedauer: 6 Minuten

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Aktualisiert am 10.04.2026

Linz/Shanghai. Von A wie Anlagenelektriker bis Z wie Zimmerer: Österreich schickt heuer 48 junge Fachkräfte unter 22 Jahren zu den 48. WorldSkills nach China. Von 22. bis 27. September werden in Shanghai 1.400 Teilnehmer aus aller Welt in 64 Disziplinen um Weltmeistertitel kämpfen. Acht davon kommen aus Oberösterreich – sie wurden am Freitag in Linz vorgestellt. 

Starker Bildungsstandort 

„WorldSkills ist die ultimative Bühne für berufliche Exzellenz. Wer hier besteht, hat bewiesen, dass er international ganz vorne mitspielen kann. Unsere jungen Fachkräfte aus Oberösterreich bringen genau diese Qualität mit – und sie haben mit Toparbeitgebern das Umfeld, das solche Leistungen möglich macht“, sagt Leo Jindrak, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Oberösterreich. 

Das Bundesland richtet auch heuer zwei Teamtrainings des österreichischen Nationalteams der Berufe aus. Jindrak: „Oberösterreich ist ein starker Standort für berufliche Ausbildung und Bildung. Die duale Ausbildung ist seit vielen Jahren eine verlässliche Grundlage für die hohe Qualität unserer Fachkräfte. In enger Zusammenarbeit mit den Betrieben gelingt es, junge Talente gezielt zu fördern und optimal auf internationale Wettbewerbe vorzubereiten. Die Teamtrainings leisten dazu einen wichtigen Beitrag und unterstreichen den hohen Stellenwert der Fachkräfteausbildung im Bundesland.“ 

SkillsAustria-Geschäftsführer Jürgen Kraft ergänzt: „Das Niveau bei WorldSkills ist nochmals eine andere Liga. Es geht um Details, um Perfektion unter Zeitdruck – und um die Fähigkeit, im entscheidenden Moment abzuliefern. Genau darauf bereiten wir unser Team systematisch vor.“ 

Team OÖ: Sieben Männer, eine Frau 

Oberösterreich wird mit acht Medaillenhoffnungen am Start sein, sieben junge Männer und eine Frau: Im CNC-Drehen geht es für Fabian Spitzer aus Altheim (Faschang Werkzeugbau GmbH) um hundertstel Millimeter. Eine Medaille in dieser Disziplin wäre eine Premiere für Oberösterreich. „Ich will vorne mitmischen. Mir ist klar, wie hoch das Niveau ist – aber genau das reizt mich. Am Ende zählt, wie sauber ich meine Leistung auf den Punkt bringe.“ 

Fliesenleger Andreas Landl aus Wartberg an der Krems (Schnellnberger GmbH) tritt in große Fußstapfen: 2022 holte der Oberösterreicher Alexander Gfellner Gold in dieser Disziplin. „Druck verspüre ich keinen. Aber natürlich schaut man sich an, wie es die Besten gemacht haben. Am Ende muss ich meinen eigenen Rhythmus finden – und konstant liefern.“ 

Im Team der Gartengestalter knien sich Marcel Ortner (Lasberg, Hablesreiter Gartengestaltung GmbH) und Simon Weiß (Sandl, Lagerhaus Freistadt) rein: „Im Teambewerb geht es darum, dass jeder Handgriff sitzt und wir als Einheit funktionieren“, sagt Ortner.

Weiß ergänzt: „Wir werden uns vollreinhauen – im Training und im Bewerb. Nur so entsteht am Ende ein Ergebnis, mit dem wir eine Chance auf eine Medaille haben.“ 2010 konnte ein oberösterreichisches Gartengestalter-Duo EuroSkills-Gold holen, nun wollen Ortner und Weiß auf der Weltbühne glänzen. 

Erfolgsfamilie will den nächsten Coup 

Besonders im Fokus steht erneut die Kälte- und Klimatechnik – eine oberösterreichische Paradedisziplin. Jonas Danninger aus Herzogsdorf (von Hauser Kältetechnik GmbH) will als amtierender Europameister nachlegen: „Der Titel von der EM bringt mir in Shanghai nichts. Ich starte bei null – und muss mir eine mögliche Medaille erst erarbeiten.“

Die Vorbereitung läuft akribisch, Teile davon vor Ort: Danninger war kürzlich bei einem internationalen Training in Shanghai zu Gast. Unterstützt wird er erneut von seinem Vater Rupert Danninger, der als Experte an seiner Seite steht: „Auf diesem Niveau entscheiden Nuancen. Es geht darum, Stabilität in die Leistung zu bringen – unabhängig von Umfeld und Druck“, weiß der Erfolgscoach. 

Koch Hannes Sortsch aus Oberneukirchen (Restaurant Lukas Kapeller) kennt ebenfalls die Ingredienzen für den Erfolg – im Vorjahr schnappte er sich als EM-Vierter ein „Medallion for Excellence“ für eine Top-Leistung knapp hinter dem Podium: „Die Aufgabenstellungen können sich kurzfristig ändern. Genau das trainieren wir. Es geht darum, flexibel zu bleiben und trotzdem präzise zu arbeiten. Wir bereiten alle Szenarien vor – aber im Wettbewerb zählt, wie schnell ich mich anpassen kann.“ Unterstützung bekommt er vom oberösterreichischen Coach Marco Panhölzl. 

Im Restaurant-Service will Sarah Schöftner aus Vorderweißenbach (Hotel Guglwald) eine Spitzenleistung servieren – und an oberösterreichische Erfolge aus der Vergangenheit anknüpfen: Zwischen 1988 und 1997 holte das Bundesland drei Mal WM-Gold.

„Ich will zeigen, was in unserem Beruf steckt. Service heißt nicht nur Abläufe, sondern Aufmerksamkeit, Timing und Auftreten.“ Ihr Ziel formuliert sie klar: „Wenn man zu WorldSkills fährt, dann um ganz vorne dabei zu sein.“ 

Komplettiert wird das Aufgebot von Zimmerer Luca Reitböck aus Taufkirchen an der Pram (Hauer Zimmerei GmbH), der bei WorldSkills hoch hinaus will: „Ich bereite mich intensiv auf den Bewerb vor – und ich will für Österreich eine Medaille holen. Die letzte liegt schon einige Jahre zurück.“

Gold gab es in dieser Disziplin für Oberösterreich noch nie, die letzte österreichische WM-Bronze datiert aus 2009. Der Oberösterreicher Jakob Marbler war 2023 mit einem „Medaillon for Excellence“ in Danzig knapp an EM-Bronze dran. 

Historisches im Visier 

Oberösterreich zählt im innerösterreichischen Vergleich zu den erfolgreichsten Bundesländern bei WorldSkills: In 33 Teilnahmen holten die Fachkräfte 20 Gold-, 15 Silber- und 18 Bronzemedaillen. Nur Vorarlberg liegt knapp davor. Bei der letzten WM in Lyon gab es eine Goldmedaille für den Floristen Manuel Bender, der aus Steyr stammt, sowie vier „Medallions for Excellence“. 

Ein Medaillenerfolg in Shanghai wäre historisch: Die bis dato letzte Medaille für Oberösterreich auf asiatischem Boden holte vor 25 Jahren Johann Auer - er konnte 2001 in Seoul den Weltmeistertitel in der Sanitär- und Heizungstechnik erobern.

Übersicht über die oberösterreichischen Teilnehmenden 

  • Fabian Spitzer, Altheim, CNC-Drehen, Faschang Werkzeugbau GmbH (Weng im Innkreis) – Foto / Steckbrief
  • Andreas Landl, Wartberg an der Krems, Fliesenleger, Schnellnberger GmbH (Wartberg an der Krems) – Foto / Steckbrief
  • Marcel Ortner, Lasberg, Gartengestaltung, Hablesreiter Gartengestaltung GmbH (Waldburg) – Foto / Steckbrief - & Simon Weiß, Sandl, Gartengestaltung, Lagerhaus Freistadt (Freistadt) – Foto / Steckbrief - Teamfoto
  • Jonas Danninger, Herzogsdorf, Kälte- und Klimatechnik, Hauser Kältetechnik GmbH (Linz) – Foto / Steckbrief
  • Hannes Sortsch, Oberneukirchen, Koch, Restaurant Lukas Kapeller (Steyr) – Foto / Steckbrief
  • Sarah Schöftner, Vorderweißenbach, Restaurant Service, Hotel Guglwald (Vorderweißenbach) – Foto / Steckbrief
  • Luca Reitböck, Taufkirchen an der Pram, Zimmerer, Hauer Zimmerei GmbH (Enzenkirchen) – Foto / Steckbrief

 (Alle Fotos: © SkillsAustria)

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