Busbranche verliert Betriebe: Seit 2019 um 13,4 Prozent weniger Unternehmen
1.064 Busunternehmen (2025) stehen 1.229 (2019) gegenüber – aktuelle Umfrage zeigt: 53 Prozent schieben Investitionen auf oder sagen sie ab
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„Die Zahlen zeigen: Die Busbranche steht unter Druck, und die Betriebe investieren nicht mehr so, wie es die Mobilität in Österreich braucht. Wer heute keine neuen Busse anschaffen und keine Betriebshöfe modernisieren kann, kann morgen auch keine emissionsarme Mobilität anbieten“, betont Martin Horvath, Sprecher der österreichischen Busbranche in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). „Die Betriebe brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, damit sie zukunfts- und investitionsfähig bleiben und das Busangebot in ganz Österreich sichern können.“
Die Zahl der österreichischen Busunternehmen ist seit 2019 deutlich gesunken. Laut Mitgliederstatistik der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ging die Zahl der Betriebe von 1.229 im Jahr 2019 auf 1.064 im Jahr 2025 zurück. Das entspricht einem Minus von 165 Unternehmen oder 13,4 Prozent.
Der Rückgang betrifft alle Bereiche der Branche: Im Gelegenheitsverkehr sank die Zahl der Unternehmen von 904 auf 783 (minus 13,4 Prozent), im Linienverkehr von 229 auf 202 (minus 11,8 Prozent). Im Ausflugs- und Stadtrundfahrtenbereich ging sie von 96 auf 79 zurück (minus 17,7 Prozent).
Investitionen werden verschoben
Wie groß der Druck auf die Branche ist, zeigt eine aktuelle Mitgliederbefragung der Berufsgruppe Bus in der WKÖ mit 128 teilnehmenden Busunternehmen. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Betriebe hat Investitionen in den vergangenen 12 bis 24 Monaten aufgrund der Kostenentwicklung verschoben oder abgesagt. Nur 37 Prozent konnten ihre Projekte wie geplant umsetzen. Als häufigsten Grund nennen die Unternehmen hohe Energie- und Treibstoffkosten (49 Prozent).
Betroffen sind vor allem die Zukunftsinvestitionen: 84 Prozent der Befragten, die investieren, planen Ausgaben für neue Busse. Auch Digitalisierung (37 Prozent) sowie Werkstätten, Betriebshöfe und Immobilien (34 Prozent) gehören zu den wichtigsten Investitionsfeldern. Wer auf emissionsarme Antriebe umstellen will, braucht zudem Ladeinfrastruktur, die häufig nur mit einem Neubau des Betriebshofs realisiert werden kann.
Viele kleinere Betriebe, vor allem im ländlichen Raum, können sich diesen Schritt kaum leisten. Besonders alarmierend: 35 Prozent der befragten Unternehmen sehen bei einem weiteren deutlichen Kostenanstieg ein hohes oder sehr hohes Risiko, innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre in eine existenzgefährdende Lage zu geraten.
Schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Hinzu kommt der hohe Kostendruck bei Diesel und Energie: 95 Prozent der Betriebe nennen Treibstoff- und Energiekosten als größte Belastung, die sie in den seltensten Fällen an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben können. Die Folge sind weiter sinkende Erträge.
„Die Entwicklung der Unternehmenszahlen in der Busbranche ist ein Warnsignal für den gesamten Wirtschafts- und Mobilitätsstandort Österreich. Ohne Investitionen gibt es keine moderne Flotte und keine verlässliche Mobilität im ländlichen Raum. Die Busbranche ist bereit, ihren Beitrag zur Mobilitätswende zu leisten. Dafür müssen aber die wirtschaftlichen Voraussetzungen und die Ertragslage stimmen“, so Horvath abschließend.
Zur Umfrage
Die Mitgliederbefragung unter den österreichischen Busunternehmen umfasste 26 Fragen, wurde anonym ausgewertet und lief vom 12. August bis 15. September 2026. Insgesamt nahmen 128 Unternehmen an der Umfrage teil.