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Auf einer asphaltierten Straße sieht man den Hinweis auf eine E-Lade-Station für ein Elektroauto als Bodenmarkierung in weißer Farbe. Daneben ist ein weitere Ladestation eingezeichnet. Links daneben ist eine Straße, auf der ein Auto fährt
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Europäischer Fahrschulverband erörtert Änderungen beim Führerschein bei Branchentreff in Österreich

Mehr Elektroautos in Fahrschulen und begleitetes Fahren ab 17 Jahren als neues Ausbildungsmodell in ganz Europa

Lesedauer: 3 Minuten

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Aktualisiert am 20.03.2026

Die neue EU-Führerschein-Richtlinie muss von allen EU-Staaten demnächst in nationales Führerscheinrecht umgesetzt werden. „Der Europäische Fahrschulverband (EFA), dem 40 nationale Verbände angehören, erörtert dazu die neuen Vorgaben bei der Führerscheinausbildung derzeit im steirischen Spielberg, internationale Experten sind hierfür im Rahmen des österreichischen Fahrlehrertags am Red Bull Ring zusammengekommen“, ist Joachim Steininger, Obmann des Fachverbands der Fahrschulen und des Allgemeinen Verkehrs in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), erfreut.

Insgesamt sind Teilnehmer:innen aus 16 Ländern anwesend. Neben den Fachgesprächen stehen auch praktische Fahrübungen auf Autos, Lkw, Bussen oder Motorrädern inklusive der Möglichkeit, neueste Fahrzeugmodelle zu testen, am Programm. „Der österreichische Fahrlehrertag ist ein Role Model für die Führerscheinausbildung in Europa. Dass sich Unternehmer, Fahrlehrer:innen und Prüfer:innen gemeinsam weiterbilden und Seite an Seite Fahrübungen absolvieren sowie Theorievorträge besuchen, ist international einzigartig“, berichtet Steininger.

Der Trend zur Elektromobilität in unumkehrbar und soll europaweit noch stärker in der Führerscheinausbildung verankert werden. Fahrschüler:innen sollen schon in der Fahrschule mit Elektroautos und Automatikfahrzeugen mit Assistenzsystemen vertraut gemacht werden, dem tragen auch die neuen EU-Vorschriften Rechnung. Bei der praktischen Fahrprüfung sollen Führerscheinneulinge, die ihre Prüfung auf einem Automatikfahrzeug absolviert haben, künftig deutlich schneller und günstiger ihre Lenkberechtigung auf einen uneingeschränkten Führerschein ausdehnen können, der auch zum Lenken von Fahrzeugen mit Schaltgetrieben berechtigt. „Mit der leichteren Streichung der Automatikbeschränkung (Code 78) wollen wir nicht bis 2030 zuwarten, sondern wünschen uns, die EU-Bestimmungen vorgezogen anzuwenden und die Fahrschulfuhrparks entsprechend früher umzustellen“, so Steininger.

EU-Richtlinie ermöglicht auch beim Lkw begleitetes Fahren ab 17

Europaweit eingeführt wird eine weitere Möglichkeit, mit 17 Jahren die Führerscheinprüfung zu machen. Vorgesehen ist das begleitete Autofahren mit den Eltern ab 17 Jahren bis zum 18. Geburtstag, wie es dies schon in Deutschland, Tschechien, der Slowakei oder seit Monatsanfang in Polen gibt. „Für uns war wichtig, dass der bewährte heimische L17 Führerschein mit dem Alleinfahren ab 17 Jahren, bei dem Eltern ihre Kinder 3000 km begleiten, weiter gesichert ist. Das konnten wir erreichen“, so Steininger. Optional können die EU-Mitgliedstaaten auch beim Lkw ein Modell des begleiteten Fahrens mit einem erfahrenen Lkw-Lenker als Begleiter ab 17 Jahren etablieren.

„Darüber hinaus wird ein EU-weiter digitaler Führerschein kommen und Elektroautos und -Transporter dürfen mit einem B-Schein künftig bis 4250 kg schweren Pkw gelenkt werden bei zweijährige Führerscheinbesitz (statt 3500 kg)“, berichtet Stefan Ebner, Geschäftsführer des Fachverbandes der Fahrschulen und des Allg. Verkehrs, der auch Vizepräsident des Europäischen Fahrschulverbandes ist und auch Veränderungen bei den Schulungen in ganz Europa ortet: „Die Gefahrenwahrnehmung und Assistenzsysteme rücken zunehmend in den Fokus“, so Ebner.

Der Europäische Fahrschulverband EFA ist die europaweite Dachorganisation der nationalen Fahrschul‑ und Fahrlehrerverbände (Unternehmerverband) aus 25 Landesverbänden und 15 assoziierten Branchenorganisationen. Beim Treffen in Österreich kommen Vertreter:innen aus 16 Ländern zusammen, darunter die meisten Nachbarländer sowie Island, Skandinavien (Schweden, Dänemark), das Baltikum (Estland, Litauen), aber auch Griechenland und Spanien. Aktivitäten des EFA sind das Fahrschul-Lobbying bei den EU-Institutionen und Kooperationen mit EU-Einrichtungen. Als Präsident fungieren der Spanier Enrique Lorca sowie als Generalsekretär der Italiener Manuel Picardi.

(PWK105/DFS)